Häufige Fragen zum Thema Vinyl

Plattenspieler FAQ: Antrieb, Drehzahl und Tonarm

5.10.2017 von Roland Kraft

ca. 1:35 Min
Ratgeber
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  1. Plattenspieler FAQ: Vinyl für Einsteiger
  2. Plattenspieler FAQ: Antrieb, Drehzahl und Tonarm
  3. Plattenspieler FAQ: Spurfehlwinkel und Auflagekraft
  4. Plattenspieler FAQ: Skating-Kraft und Abtastfähigkeit

Welche Arten von Plattenspielern gibt es? 

Grundlegend unterscheidet man Plattenspieler nach ihrem Antriebsprinzip:

  1. Riementriebler sind die am weitesten verbreitete Art. Es​ gibt Antriebe mit Flachriemen, Rundriemen oder „Strings“, das sind meist extrem dünne Silikon- oder Nylonfäden.
  2. Direktantriebler: Hier sitzt der Motor an der Mittelachse, der sogenannten Spindel.
  3. Reibradantrieb: Hier wird die Antriebskraft meist innen unter dem Teller über ein am Tellerrand angedrücktes Reibrad übertragen. Dieser drehmomentstarke Antrieb kam früher oft zum Einsatz, ist aber heutzutage sehr selten.​

Als weiteres Unterscheidungsmerkmal dient das Grundkonzept eines Laufwerks. Plattenspieler, die möglichst schwer gebaut sind, nennt man Masselaufwerke, bewusst leicht gebaute Dreher – sie bestehen häufig aus einem einzigen Chassis-„ Brett“ – heißen tatsächlich auch „Brett“-Spieler. Laufwerke mit einem schwingend aufgehängten Teller nennt man Subchassis-Plattenspieler. Von diesen Konstruktionsphilosophien existieren auch zahlreiche Mischformen unter Verwendung unterschiedlichster Materialien.​

Welche Antriebsmotoren gibt es? 

Sehr häufig sind sogenannte Synchronmotoren, die Wechselspannung benötigen und ihre Drehzahl über die Netzfrequenz halten. Geichspannungsmotoren mit elektronischer Regelung kommen ebenfalls gerne zum Einsatz. Bei aufwendigen Direkttrieblern findet man auch Plattenteller mit Drehzahl-Sensoren zur Motorsteuerung.

Welche Drehzahlen sind relevant? Wie prüfe ich sie? 

Die meisten Plattenspieler bieten die Standard-Drehzahl von 33,33 Umdrehungen pro Minute für Stereo-LPs sowie die 45 Umdrehungen für Singles. Bei der Drehzahl kommt es auf zwei Dinge an: die Drehzahl möglichst schwankungsfrei zu halten und die Absolutdrehzahl möglichst exakt zu treffen. Die einfachste Methode zur Prüfung sind sogenannte Stroboskopscheiben, die mithilfe einer Standard-Glühbirne und deren Netzfrequenz-Flackern bei korrekter Drehzahl eine stehende Teilung aufweisen. Da Glühbirnen-Beleuchtung nicht mehr so häufig vorhanden ist, kommen oft Sets aus Stroboscheibe und dazugehörigem Handlämpchen zum Einsatz.

Tangentialtonarme
Tangentialtonarme (im Bild der Air-1 von Opera Audio) folgen mit der Tonabnehmernadel schlicht der gedachten geraden Linie ihrer Einbauschablone. Es hilft, dabei den Plattenteller und eventuell auch die Schablone mit etwas Klebeband zu sichern.
© stereoplay

Welche Tonarme gibt es? 

Tonarme sind dazu da, den Tonabnehmer zu tragen. Man unterscheidet zwischen Drehtonarmen (das ist die häufigste Variante) und Tangentialtonarmen. Bei Drehtonarmen überstreicht der Abtaster einen Kreisausschnitt über der Schallplatte, bei einem Tangentialtonarm hingegen eine gedachte Gerade durch die Mitte der Spindel. 

Üblicherweise entspricht ein Tonarm einem ausbalancierten Hebelsystem mit ungleichen Hebelarmen. Der kurze Hebelarm trägt das Gegengewicht, der lange Hebelarm den Tonabnehmer. Die Einstellung der im Grammbereich liegenden Auflagekraft erfolgt meist durch Verstellung des Gegengewichts oder durch Federkraft.

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