Testbericht

Apple iPhone 4 im Test

Der Liebe größter Feind ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültigkeit. Deswegen hat man mit Apples iPhone 4 auch zweifellos beste Chancen auf langjährige Zweisamkeit, denn während die meisten herkömmlichen Handys ihren Benutzern nach kurzer Zeit eher schnuppe sind, gibt es beim iPhone nur zwei Emotionszustände: Entweder man liebt es, oder man hasst es. Egal ist das iPhone einem nie.

© Apple

Apple iPhone 4

Pro

  • perfekte Verarbeitung
  • schneller Prozessor
  • Retina-Display

Contra

  • Display in hellem Licht schlecht ablesbar
59,0%

Eine Beziehung mit so einem Star kann aber auch anstrengend sein. Gerade die neue vierte Generation des iPhone - schlicht "4" genannt - wird von vielen Seiten angefeindet: An das geschlossene Dateisystem und die T-Mobile- und iTunes-Bindung hat man sich ja mittlerweile fast schon gewöhnt ("Gängelung!"), auch dass Apple den App Store selbst kontrolliert und mit eiserner Hand führt ("Zensur!") scheint nahezu ausdiskutiert zu sein.

Deswegen muss aktuell das Antennenproblem herhalten, zudem würden Glasfront und -rücken bei einem Sturz sofort zerspringen und überhaupt sei das neue Apple iPhone 4 ja gar nicht so gut, wie überall steht. Sagen zumindest die Kritiker. Oder sind es Neider?

© Connect

Mehr Übersicht: Apps kann man jetzt auch in Ordnern sortieren.

Wir sagen: Oh doch, das iPhone ist gut. Selbst vor den neutralen Punktetabellen der connect-Datenbank steht das 4 mit 413 Punkten glänzend da und macht gegenüber dem Vorgänger 3GS etliche Plätze gut. Einen großen Anteil daran hat der neue - erneut nicht vom Benutzer wechselbare - Akku, der im Standby-Betrieb nun theoretische 29 Tage und bei zurückhaltender Benutzung gut zwei Tage durchhält.

Auch die kleinen Verbesserungen bei der Ausstattung bringen das Gerät nach vorne: In der SMS-App gibt es jetzt einen Zeichenzähler, das iPhone 4 schiebt dank HSUPA Daten mit bis zu 5,8 Megabit pro Sekunde ins Mobilfunknetz, unterstützt den WLAN-n-Standard und hat eine 5-Megapixel-Kamera intus.

Kaufberatung: Alle iPhone-Tests im Überblick

Bei der Handhabung macht das iPhone 4 dank perfekter Verarbeitung und der flüssigen Oberfläche gleich 15 Punkte gut - dank des neuen  A4-Prozessors von Apple, der auch im iPad seinen Dienst verrichtet, flutschen Apps wie Animationen so beeindruckend schnell übers Display, dass derzeit kein anderes Smartphone mitkommt. Das iPhone ist hier klar der Maßstab, auch dank des neuen iOS4-Betriebssystems, das endlich auch Multitasking kann.

Strahlendes Highlight: das Retina-Display

© Connect

Die E-Mail-Postfächer lassen sich mit einem gemeinsamen Posteingang anzeigen.

Doch das eigentliche Highlight ist das Display selbst. Von Apple bezugnehmend auf die Netzhaut des Auges "Retina" getauft, beeindruckt der 960 x 640 Pixel auflösende Screen mit einer auch unter seitlichem Blickwinkel gestochen scharfen und absolut faszinierenden Ablesbarkeit. Apple hat hier nicht untertrieben: Besonders Schriften werden wie gedruckt dargestellt, Webseiten können auch ohne Zoom problemlos gelesen werden, Fotos wirken plastisch und oft spektakulärer, als sie in Wirklichkeit sind. Das Display löst sogar feiner auf, als es das Auge wahrnehmen kann.

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Kleiner Wermutstropfen: Im direkten Sonnenlicht ist auf dem Bildschirm des Vorgängers 3GS mehr zu erkennen, die transflektiven Eigenschaften des 4er-Displays sind schlechter geworden. Bei den Messwerten erreicht das iPhone 4 in etwa die Bewertung des Vorgängers - Akustik und GSM kommen etwas schlechter weg als beim 3GS, die UMTS-Werte etwas besser. Um mit anderen Handys vergleichbar zu sein, zählen hier die Standardwerte am Kunstkopf.

Das iPhone 4 ist ein iPhone

Ansonsten bleibt das iPhone 4 trotz aller Innovationen eben ein iPhone - der Umgang im Alltag ist angenehm unspektakulär, es funktioniert alles so, wie es soll. Die herausragenden Neuerungen - vor allem die Kamera, das Display und den wesentlich besseren Akku - gewinnt man so schnell lieb, dass man es sich nach wenigen Tagen gar nicht mehr vorstellen kann, wie es ohne war. Beste Voraussetzungen also, dass einem das fantastische iPhone 4 auch nach Monaten nicht gleichgültig wird.

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