Smart Home: WLAN-Türspionkamera in der Praxis

Brinno Duo im Praxistest: Lohnt sich die Türspionkamera mit Bewegungsmelder?

Brinno Duo ist ein Kombipaket aus Türspionkamera und separatem Bewegungsmelder. Wir haben das smarte Duo im Praxistest ausprobiert.

WLAN-Überwachungskamera

© Brinno

Das Duo aus Bewegungsmelder und Türspionkamera erstellt Besucherprofile in Form von Fotos und informiert auch via E-Mail.

Pro

  • Sehr einfache Montage
  • Einfache Installation
  • Kein Cloud-Abo nötig

Contra

  • Handbuch, App, Menü der Kamera nur in Englisch verfügbar
  • Keine Videoaufnahmen
  • Keine Möglichkeit der Kommunikation z.B. über zwei-Wege-Audio
  • Keine Interaktion zwischen App-Nutzer und Person vor dem Display möglich

Fazit

Für einen digitalen Türspion, der an der Türinnenseite groß auf einem Display zeigt, wer sich vor der Haus- oder Wohnungstür befindet, ist das Paket sehr gut geeignet. So können vor allem Senioren und Kinder entscheiden, ob sie die Tür öffnen oder nicht. Auch die Informationsmail, zum Beispiel an ein Kind der Senioren, gibt einen guten Überblick über Art und Anzahl der Besucher. Doch ohne die Möglichkeit zur Interaktion mit einer Person, sei es vor der Tür oder im Inneren der eigenen vier Wände, wird die App und auch die WLAN-Anbindung nur zu einem Bruchteil genutzt und wesentliche Sicherheitsmaßnahmen finden nicht statt.

Brinno ist als Hersteller eigentlich spezialisiert auf Zeitraffer- und Sicherheitskameras. Mit dem smarten Türspion in Kombination mit einem externen Bewegungsmelder sorgt der Hersteller auch für Sicherheit in privaten Haushalten.

Die smarte Türspionkamera Brinno Duo ist vor allem für Haushalte mit älteren Menschen, aber auch mit Kindern gedacht, sodass die Tür nicht unbedacht geöffnet wird. Zudem zeigt der Türspion nicht nur auf dem eingebauten Display, wer vor der Haustür steht. Vielmehr sendet er ein Bild der gemachten Aufnahme auch an eine vom Benutzer festgelegte E-Mail-Adresse, sodass auch bei Abwesenheit die Information über Personen, die vor der Tür stehen, ankommt. 

Umfang und Montage

Im Paket befinden sich zwei Boxen. Eine größere enthält die digitale Türspionkamera nebst Stiften mit enthaltener Linse für die Türspionöffnung. Hier liegen zwei Durchmessergrößen bei, die dem gängigen Standard entsprechen. Außerdem sind Batterien sowie eine microSD-Karte im Paket. Die microSD-Karte ist die interne Speicherlösung für die Aufnahmen. Außerdem lassen sich die Bilder über die E-Mail-Adresse und die Nachrichten speichern. Ein Cloudspeicher ist von Brinno hierfür nicht vorgesehen und es ist auch kein Abonnement nötig, um die Aufnahmen dauerhaft zu speichern. Alle Aufnahmen bleiben in den Händen des Nutzers.

Im zweiten Paket befindet sich der separate Bewegungsmelder, der per Funk mit dem Türspion verbunden ist und bei Registrierung einer Bewegung die Kamera des Türspions aktiviert.

Die Montage des digitalen Türspions  ist schnell erledigt. Spezielles Werkzeug ist nicht notwendig. Zunächst muss der herkömmliche Türspion entfernt werden.  Die Linse wird anschließend von innen durch den Türspion nach außen geschoben und innen an der Tür festgedreht, anschließend kommt das Gehäuse auf die Befestigung. Fertig. Kein Bohren, kein Kleben.  Auch das Einlegen der Batterien und der microSD-Karte ist einfach. Zudem sorgt diese Art der Befestigung dafür, dass der Türspion von außen nicht einfach entfernt werden kann. Und die Kameralinse ist auch auf den ersten Blick nicht erkennbar. Die Linse wirkt wie ein ganz normaler Türspion.

Inbetriebnahme

Zur Inbetriebnahme des Displays wird der On/Off-Knopf seitlich am Gerät betätigt. Anschließend muss der Kamera-Türspion, um seine vollen Funktionen ausspielen zu können, per Brinno-App ins WLAN eingebunden werden.  An sich ist der Vorgang denkbar einfach. Nachdem die App installiert ist, wird die Kamera in der App eingebunden, das WLAN muss im Menü des Türspions am Display ausgewählt werden,  und per optischen Signalen zwischen Smartphone und Türspion wird auch die Kamera mit der App verbunden, und der Türspion ist betriebsbereit.

In der App lässt sich noch eine E-Mail-Adresse festlegen (eine Art Registrierung bei Brinno), an die zukünftig die Nachrichten versendet werden sollen.  Über die App lässt sich auch die Kamera aus der Ferne starten. Am Gerät selbst erfolgt dies über einen Start-Button unter dem Display.

Der Bewegungssensor ist ähnlich leicht zu montieren. Er lässt sich entweder  als eine Art Türklopfer direkt an den Türöffner befestigen. Hierzu ist auch ein Türklopfer-Gehäuse enthalten. Alternativ lässt sich der Bewegungssensor  im „Portable Mode“ auch dezent an einer Stelle im Außenbereich anbringen. Wichtig im Zusammenspiel mit der Kamera des Türspions: Die Sensor-Empfangseinheit muss in das Gehäuse der Kamera eingelegt werden, um ein Pairing der beiden Geräte und damit das Zusammenspiel im Team zu ermöglichen.  Ist der Türspion angeschaltet und der Bewegungssensor batterieversorgt, findet ein automatisches Pairing statt, das einige Sekunden in Anspruch nimmt. Ab dann arbeiten beide Geräte zusammen und die Kamera des Türspions fängt an, aufzuzeichnen, sobald der Bewegungssensor anschlägt. Zu beachten gilt der Maximalabstand, den der Hersteller mit 10 Metern angibt. Hier sollten auch keine größeren Hindernisse im Weg stehen.

Insgesamt funktioniert das System erstaunlich gut und zuverlässig, sendet E-Mails, sobald eine Bewegung registriert wurde. Durch den Einsatz von Passive Infrared im Bewegungssensor kommt es zudem zu weniger Fehlalarmen durch sich bewegende Äste oder andere Objekte, da der Sensor auf eine Wärmeveränderung in der Umgebung achtet und erst dann anschlägt.  

WLAN-Türspionkamera

© Brinno

Das Display innen zeigt, wer sich vor der Tür befindet. Über die App lässt sich auch aus der Ferne nachsehen.

Kritik

Das gesamte System ist sehr leicht und ohne großen Aufwand installierbar. Auch ein Laie kann Brinno Duo schnell zum Einsatz bringen, wenn er den Anleitungen Schritt für Schritt folgt.

Allerdings ist das smarte Duo nicht für den deutschen Markt optimiert. Deutschsprachige Nutzer, die nur wenig oder kein Englisch verstehen,  sehen sich mit einem komplett in Englisch gehaltenen Produkt konfrontiert. Obwohl die Anleitung sehr gut aufgebaut und sogar ausführlich bebildert ist, liegt sie dem Paket nur in englischer Sprache bei. Und auch im Internet findet man keine deutschsprachige Anleitung oder ebensolches Video zum Download.

Ebenso verhält es sich mit der rein in Englisch gehaltenen App. Diese ist zwar in den meisten Schritten intuitiv benutzbar und bietet auch nicht allzu viele Einstell-Möglichkeiten, aber allein durch den Installationsprozess wäre eine geführte Schritt-für-Schritt-Anleitung auf Deutsch wünschenswert.

Das Menü im LCD-Display der smarten Türspionkamera ist ebenfalls nur in Englisch verfügbar, es besteht keine Möglichkeit, die Sprache zu wechseln. Obwohl es hier zahlreiche Menüpunkte gibt, dürfte ein des Englischen Unkundiger hier vor Verständnisschwierigkeiten stehen.  

Gerade für die Zielgruppe Senioren und Kinder wäre eine grundsätzliche Lokalisierung sehr wünschenswert, zumal Brinno Duo mit einem Preis zwischen 220 und 300 Euro je nach Händler definitiv kein Schnäppchen ist. Zudem speichert die Kamera nur Fotos, keine Videos ab. Es sind also nur Momentaufnahmen, keine kleinen Videosequenzen abrufbar. Das mag am Speicher liegen, allerdings wäre bei dem Preis eine Videokamera mit integriertem Zwei-Wege-Audio durchaus wünschenswert. Zum einen, damit der sich im Inneren des Hauses befindliche Anwender ohne Öffnen der Tür sprechen kann, zum anderen aber auch, um aus der Ferne mit der Person vor der Tür und - gerade bei Kindern noch wichtiger- mit der Person vor dem Display zu sprechen und so zum Beispiel ein Türöffnen für eine fremde Person zu verhindern. 

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