Technische Daten, Preis und Verfügbarkeit

Honor View 20 im Praxistest: Viel Kamera, viel Display

Das neue Honor View 20 hat ein frontfüllendes Display, eine Kamera mit 48 MP Auflösung und ein auffallendes Design. Wir konnten das Top-Smartphone bereits antesten.

Honor View 20

© connect

Honors neues Top-Smartphone View 20 kommt mit einer starken Kameraausstattung und schickem Design ab 569 Euro.

Honor befindet sich im hart umkämpften Smartphone-Markt im Aufwind und braucht sich hinter Marktgrößen wie der Mutter Huawei oder Samsung nicht mehr zu verstecken. Mit ihrem neuen Top-Smartphone View 20, das seinen Launch am Dienstag in Paris hatte, möchte das recht junge Unternehmen neue Technologien vorantreiben und zeigen, dass sie auch Premium können. 

Wir konnten das View 20 bereits antesten und geben Ihnen einen ersten Eindruck, ob sich die im Vorfeld bekannten Specs zu einem runden Gerät zusammenfügen.  

Riesen Display mit Loch

Ein Highlight des View 20 ist sein Display, das sich fast über die ganze Front ausbreitet. Honor setzt hierbei weiterhin auf LCD- und nicht auf OLED-Technologie. Als einer der ersten Hersteller beschreitet Honor neue Wege und setzt auf einen Trend, den wir 2019 noch häufiger sehen werden: Eine Selfie-Kamera im Display. Durch das Loch im Screen steht so noch mehr Fläche für Inhalte zur Verfügung. Dabei genießt man als Nutzer bereits eine Diagonale von 6,4 Zoll und sehr dünne Displayränder. Der Lichtsensor und die Hörmuschel befinden sich aus Platzgründen nun im Gehäuserand. Unter dem Gitter letzterer scheint übrigens die Android-Status-LED hindurch. 

Honor View 20 In-Display-Kamera

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Die Selfie-Kamera sitzt im LC-Display und löst mit 25 Megapixeln auf.

Dank einer Auflösung von 1080 x 2310 Pixeln und einer guten Darstellungsqualität machen Gaming und Filme schauen richtig Freude – gerade im Querformat. Hier schaut man Videos nun auf der vollen Gerätefront, ohne mit einer Notch einen schwarzen Balken im Bild zu haben. Allenfalls das Fehlen von Stereo-Lautsprechern und die etwas knalligen Farben des Screens könnten bei einigen Nutzern den Filmgenuss trüben. Den Farbmodus kann man in den Einstellungen immerhin anpassen.

Zur Position der Selfie-Kamera haben sich die Chinesen übrigens einige Gedanken gemacht. Rein vom ästhetischen Aspekt müsste die nämlich in der Mitte liegen. Umfragen ergaben allerdings, dass Nutzer das Loch in der linken Ecke mehr akzeptieren und es dort auch keine Kollision mit Inhalten der Statusleiste oder Spielen gibt. Außerdem gerät der dunkle Fleck links nach kurzer Zeit in Vergessenheit, was wir bestätigen können, oder wird beim Halten des Phones eh mit der Hand verdeckt.

Design mit Hingucker

Wer seinen Blick vom Display löst und die Rückseite betrachtet, findet hier einen zweiten Hingucker. Per Laser ist in mehreren Schichten ein Muster in V-Form eingeätzt, das je nachdem wie man das Phone hält, kaskadierend über die Rückseite läuft. Ist das Muster beim schwarzen Modell noch recht zurückhaltend, kommt es in den blauen Versionen unserer Meinung nach am besten zur Geltung.

Bei den Abmessungen ändert sich mit 157 mm x 75 mm x 9 mm nicht viel im Vergleich zum View 10, wodurch das Smartphone immer noch recht kompakt ist. Durch eine leichte Rundung zu den Kanten, liegt das View 20 außerdem sehr gut in der Hand und fühlt sich auch dank des Alu-Rahmens sehr wertig an. Verzichten müssen wir weiterhin auf einen Wasser- und Staubschutz nach IP-Norm. Der ist in der Oberklasse eigentlich Standard, jedoch auch beim OnePlus 6T gestrichen. Wohl wegen höherer Produktionskosten.

Lesetipp: Honor View 10 im Test

Honor View 20 Rückseite

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Beim View 20 setzt Honor auf eine Glasrückseite. Eine spezielle Oberflächenbehandlung sorgt für farbige Lichtreflexe in V-Form.

Die erste 48-Megapixel-Kamera

Fotobegeisterte freuen sich sicherlich über die Hauptkamera mit einer Blende von f/1.8. Diese bietet für ein Smartphone sagenhafte 48 Megapixel Auflösung und knipst so sehr detailreiche Fotos. Nachträgliches Heranzoomen stellt gar kein Problem dar. Künstliche Intelligenz optimiert außerdem auf Wunsch die Einstellungen, angepasst auf das Motiv vor der Linse. Bilder gelingen so etwas dynamischer, da die Sättigung etwas erhöht und die dunklen Stellen aufgehellt werden. 

In der Kamera-App finden sich obendrein noch ein Nacht- und ein Porträtmodus. Das Freistellen des Motivs wird dabei von einem Tiefen- und einem 3-D-Sensor unterstützt. Beide Modi liefern gute Ergebnisse. Gerade der Nachtmodus, bei dem mehrere Aufnahmen miteinander verrechnet werden, produziert im Vergleich mit dem OnePlus 6T viel schärfere und detailreichere Fotos.

Für den 3-D-Sensor hat Honor außerdem noch einige interessante Anwendungsmöglichkeiten, wie Motion Sense Gaming, ähnlich wie bei der Microsoft Kinec. Dabei lassen sich die Bewegungen von Nutzern in die Spielewelt übertragen. 

Honor View 20 48-MP-Foto

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Die Hauptkamera des View 20 kann Fotos mit einer Auflösung von 48 Megapixeln aufnehmen.

Die Kameraauflösung lässt sich in den Einstellungen übrigens auch auf 12 Megapixel reduzieren, wodurch man dann die Möglichkeit eines Zweifachzooms erhält. Im Vergleich zum Modus mit 48 Megapixeln und gleicher Zoomstufe schießt man beim Zweifachzoom mit 12 Megapixeln sogar schärfere Fotos. 

Selfies knipst man mit 25 Megapixeln. Hier steht einem auch ein Porträtmodus zur Verfügung. Trotz der relativ hohen Auflösung sind unsere Selfies aber nicht so scharf geworden, wie mit einem iPhone Xs von Apple.

Videos nimmt man mit 4K und 30 fps oder FullHD bei 60 fps auf. Zeitlupenaufnahmen sind bei FullHD mit bis zu 120 fps möglich. Wer es noch langsamer mag, geht runter bis auf 960 fps, bekommt dann aber nur noch 720p. Eine interessante Anwendung des 3-D-Sensors bei Bewegtbild ist die live Formbearbeitung. So kann man sich auf Wunsch schnell ein paar Zentimeter größer machen, oder etwas schmaler.

Wer gerne 4K-Videos dreht oder im 48-Megapixel-Modus fotografiert, bekommt schnell einen Nachteil des Sensors zu spüren: Ein Bild erreicht schon mal eine Größe von bis zu 25 Megabyte.

Honor View 20 48-MP-Foto vergrößert

© connect

Vergrößert man die Aufnahme um 100 Prozent, bleiben Details immer noch erstaunlich gut erhalten.

Technische Daten und Benchmark

Gut, dass Honor beim Datenspeicher großzügig ist. Hier gibt‘s wahlweise 128 oder 256 GB. Der ist jedoch nicht mehr per Micro-SD-Karte erweiterbar, wohingegen Dual-SIM immer noch mit an Bord ist. Für genügend Leistungsreserven sorgt beim View 20 mit dem Kirin 980 Huaweis aktueller Top-Chipsatz, der mit bis zu 2,6 GHz taktet. Je nach Konfiguration stehen diesem dann 6 oder 8 GB RAM zur Seite, was im Alltagsgebrauch auch bei intensiver Nutzung oder Gaming zu einer flüssigen Bedienung führt. 

Im Antutu-Benchmark-Test erreicht unser Testgerät mit 6 GB RAM einen Wert von 268.910 Punkten. Damit setzt es sich knapp hinter das Huawei Mate 20 Pro mit 272.400 Punkten und wird ebenfalls vom OnePlus 6T (296.930 Punkte) geschlagen. Letzteres ist allerdings auch mit 8 GB RAM ausgestattet.

Bei den Verbindungsstandards ist mit Bluetooth 5, ac-WLAN und NFC alles auf aktuellem Niveau. Eine Kopfhörerbuchse fehlt ebenfalls nicht. Erfreulich ist auch, dass der Akku auf 4.000 mAh gewachsen ist. Wir sind mit dem View 20 ca. zwei Tage mit einer Akkuladung ausgekommen. Der connect-Laufzeittest wird hier jedoch noch genaueres zeigen. Geladen wird der Energiespeicher wieder ziemlich fix mit dem beiliegenden 22,5-Watt-Netzteil über USB-C. Drahtloses Laden per Qi-Standard ist nicht mit an Bord.

Honor View 20 Anschlüsse

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Natürlich wird das View 20 per USB-C angeschlossen und dank 22,5-Watt-Netzteil auch schnell geladen. 

Aktuelle Software mit Android 9

Naturgemäß laufen Honor-Smartphones mit der Huawei-Benutzeroberfläche EMUI. Beim neuen View 20 sehen wir allerdings statt EMUI eine herstellereigene Oberfläche namens Magic UI. Veränderungen beim Design konnten wir im Vergleich aber nicht feststellen. Den Software-Unterboden des Systems bildet das aktuelle Android 9 Pie. 

In den Einstellungen lassen sich einige hilfreiche Features wie die Gestensteuerung aktivieren. Dabei spart man sich die Navigationstasten am unteren Rand, was noch mehr Platz bringt. Praktisch ist auch, dass sich der Fingerprintsensor auf der Rückseite nicht nur zum Entsperren nutzen lässt, sondern auch dazu dienen kann, Anrufe entgegen zu nehmen oder die Kamera auszulösen. Dank Android 9 gibt es nun auch den Punkt „Digital Balance“. Hier kann man seine Bildschirmaktivitäten einsehen und erfahren, wie viel Zeit man in welcher Anwendung verbracht hat. 

Honor View 20 Farben

© Honor (Montage: WEKA Media Publishing GmbH)

Das View 20 gibt es in drei Farben: Sapphire Blue (links), Midnight Black (Mitte) und Phantom Blue (rechts).

Fazit, Preis und Verfügbarkeit

Honor bietet das View 20 mit 6 GB RAM und 128 GB Speicher in den Farben Midnight Black und Sapphire Blue für 569 Euro an. Die Version mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher wird es für 659 Euro nur in der Farbe Phantom Blue geben. Wann eine Verson in Rot nach Deutschland kommt, ist noch nicht klar. Das Smartphone wird ab dem 29. Januar verfügbar sein. 

Wer über Honors Webseite vorbestellt, bekommt zum View 20 noch die neue Honor Watch kostenlos mit dazu, die ebenfalls mit dem Smartphone vorgestellt wurde. Normalerweise würde die Smartwatch 179 Euro kosten.

Honor hat mit dem View 20 wie beim Vorgänger ein starkes Gesamtpaket geschmiedet. Der Preis ist zwar leicht gestiegen, doch für die teils innovative Ausstattung gerade im Kamerasegment noch verschmerzbar. Auch wenn wir uns hier und da noch ein Feature mehr gewünscht hätten. 

Wir sind sehr gespannt, wie sich das Smartphone im connect-Labor schlägt. Der Volltest wird in der connect-Ausgabe 4/19 zu finden sein.

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