Kompaktlautsprecher

Mission QX2 MKII im Test

16.2.2022 von Andreas Günther

Die Mission QX2 MKII ist ein kleiner Meister mit echtem Ringradiator und erstaunlichem Finish. Günstige 550 Euro werden für das Paar fällig – das ist ein echter Aufschlag im Bereich der Kompaktboxen.

ca. 2:10 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
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Die Mission QX2 MKII sollte am besten wandnah oder frei aufgestellt werden.
© Mission

Pro

  • schnell
  • hochauflösend
  • spielfreudig
  • vergleichsweise günstig

Contra

Fazit

Audio-Klangurteil: 76 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Schon wieder ein Ringraditator in der Höhe – das nimmt fast inflationäre Züge an. Da muss ein Nest sein, denn diese Bauweise ist in der Regel überaus teuer. Wer sie nutzt, will etwas ausstellen. Hier braucht es kostspielige Werkzeuge oder ebensolche Zulieferer. Aber Mission hat’s – Daumen hoch.

Die Briten legen den Hochtöner an die Unterseite ihrer Zwei-Wege-Box. Das irritiert, ist aber schon seit gefühlten Jahrzehnten die Markenbotschaft von Mission. Vor allem in kleineren Räumen soll sich so ein besseres Timing der Membranen zum Hörplatz ergeben.

Noch eine Überraschung kommt hinzu: Der edle Hochtöner und der neu geschaffene Tiefmitteltöner erzaubern einen Lautsprecher, der nur 550 Euro kostet. Jetzt kommt der Boost – für das Paar. Wir hätten uns nicht gewundert, wenn die Briten diesen Preis für das Stück aufgerufen hätten.

Für die MKII-Version wurden die Chassis komplett runderneuert. So besteht das Membranmaterial beispielsweise aus einem Mix mit Acrylfasern. Schön, dass sich Mission hier in allen Punkten eigene Fertigungswege gönnt. Hören wir hinein. Mozart, die Klavierkonzerte. Vladimir Ashkenazy dirigiert und spielt die Nummer 20.

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Mission gönnt der QX2 MKII einen echten Ringradiator – mit ambitioniertem Abstrahlverhalten.
© Mission

Der langsame Satz wurde Mozart von den Engeln in die Feder diktiert. Ein feines Beben. Hier braucht es Samt und dennoch Zugriff. So haben wir die Mission an einen kleinen Röhrenverstärker angeschlossen, mehr braucht es nicht. Dann das Solo des Klaviers. Fast ein Selbstgespräch, bis die Streicher einsetzen.

Eigentlich dürfte man solche Wunderwerke nicht als Testmusik gebrauchen, doch hier geht es um das Maximum der inneren Harmonie. Und genau diesen Wert hielt die Mission QX2 MKII hoch: Das war ein feines, elegantes Musizieren. Ohne Stress, ohne Härten.

Drei Geheimnisse

Wo liegt das Geheimnis dieser Box? Es ist ein Trio: Erstens ist das Gehäuse ist umfassend bedämpft und neutral. Zweitens versucht sich der Tiefmitteltöner nicht in falscher Basspräsenz, sondern bleibt leicht und schnell und gibt drittens genau den gleichen Drive an den Hochtöner. Das Ganze bei 2,2 Kilohertz.

Das ist klassisch und unaufgeregt. Wer die überschaubare Summe von 550 Euro angesammelt hat, wer jung ist und den Drive sucht, der bekommt hier den Lautsprecher für sein Musikhörer-Glück.

Überraschenderweise funktioniert die Botschaft auch für Jazz- und Klassik-Fans, denn die feine Auflösung und der elegante Druck hoben in unserem Hörtest auch diese beiden Geschmacksrichtungen in die Höhe. Die maximal kleinste Besetzung leben beispielsweise Till Brönner (Trompete) und Dieter Ilg (Kontrabass) aus.

Die beiden pirschen sich gleich im ersten Track an einen Song von Leonard Cohen heran: „A Thousand Kisses Deep“. Toll, wie die kleine Mission den Raum definierte. Dann die feinen Phrasen, unbewusst begannen wir mit zu atmen. Das könnte in seiner Freude an Details fast ein Studiomonitor sein. Meine Güte, und das für dieses kleine Geld!

Fazit

Nicht nur auf den Preis schielen, sagte mein Großvater. Aber hier kann ich nicht anders. Mission setzt den Konkurrenten zu – zwei perfekt tarierte, klangstarke Lautsprecher für kleines Geld. Wir sehen und wir hören nicht, wo gespart wurde: Alles gelingt der QX2 MKII stressfrei und geradezu aufreizend leicht.

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