Mittelklasse-Smartphone

TCL Plex im Test

Auffälliger Kamerastreifen und rechteckig eingefasster Fingerabdrucksensor: Das TCL Plex hebt sich von der Masse ab. Was leistet es im Test?

© TCL

TCL Plex im Test

EUR 265,68

Pro

  • elegantes Glas-Design mit schimmernder Rückseite
  • gutes Display mit automatischer Regelung der Farbtemperatur
  • Kamera mit sehr guter Bildqualität und vielen Einstellungen
  • üppige Speicherausstattung
  • starkes SoC
  • solide Akkulaufzeit und gute Funkeigenschaften
  • Display-Schutzfolie und Schutzhülle im Lieferumfang

Contra

  • Android 9 als Systembasis
  • beim Software-Support fehlen für TCL Erfahrungswerte

Fazit

connect-Urteil: gut (393 von 500 Punkten)
78,6%

Der chinesische Elektronikkonzern TCL ist im Heimatland eine große Nummer, in Deutschland dagegen kaum bekannt. Smartphones hat man bisher nicht unter der eigenen Marke vertrieben, sondern mittels der Tochtermarken Alcatel und Blackberry. Im Jahr 2019 ist man dann umgeschwenkt und hat mit dem TCL Plex das erste Smartphone unter der TCL-Flagge vorgestellt.

Schimmerndes Gehäuse

Mit dem Gehäuse schindet der Newcomer schon mal ordentlich Eindruck. Die Rückseite besteht aus kratzfestem Glas und reflektiert das Licht dezent in Regenbogenfarben (schwarz) beziehungsweise in einem besonderen Farbverlauf (weiß). Auffällig sind auch die Anordnung der drei Optiken und die quadratische Einfassung des Fingerabdrucksensors. Schnell wird klar: Die TCL-Designer haben ihren eigenen Stil, und der macht einen souveränen Eindruck.

Der Kunststoffrahmen ist mit einer glänzenden Metallic-Beschichtung überzogen, die eine gute Anfassqualität vermittelt. Mit der gebogenen Rückseite liegt der 6,5-Zöller zudem bequem in der Hand. Dass er etwas dünner und ein paar Gramm leichter als das Honor 9X ist, macht sich im direkten Vergleich angenehm bemerkbar. 

Das Display ist kleiner als bei Honor, die Darstellungsqualität bewegt sich aber auf dem gleichen guten Niveau – das Plex hat sogar noch etwas mehr Leuchtkraft und unterstützt HDR. In den Einstellungen findet man den Eintrag  „NXTVISION“, hier hat TCL diverse Software-Optimierungen platziert, die die Darstellung verbessern sollen. Wichtig in diesem Kontext ist die Option, die Farbtemperatur des Displays an das Umgebungslicht anzupassen – das kennen wir sonst nur von teureren Phones.

Dazu passt auch die üppige Speicher- und Prozessorausstattung. TCL spendiert seinem Phone 128 GB, hinzu kommt mit sechs GB RAM ein großer Arbeitsspeicher. Qualcomms Snapdragon 675 übernimmt den Antrieb, das moderne Mittelklasse-SoC liefert eine starke Performance.

© Screenshot & Montage: connect

NXTVISION: Hier hat TCL spezielle Einstellungen platziert, die die Darstellung verbessern sollen. Ebenfalls Bestandteil der TCL UI: Der Smart Manager ist ein Tool für die Systemoptimierung.

Ein Unsicherheitsfaktor

Als Betriebssystem ist Android 9 installiert, das stark modifiziert wurde: Die sogenannte TCL UI erinnert an die Oberflächen von Huawei (EMUI) und Xiaomi (MIUI), sie ist ebenfalls mit einigen Extras angereichert und vielseitig anpassbar. Zu den Besonderheiten gehören diverse Apps aus dem TCL-Ökosystem, außerdem eine Extrataste auf der linken Seite, die sich frei mit Schnellzugriffen belegen lässt.

TCL UI hinterlässt einen guten Eindruck, aufgrund der vielen Modifikationen ist ein Update auf eine neue Android-Version aber mit Aufwand verbunden. Ist TCL dazu bereit? Das Unternehmen hat zwar ein Update in Aussicht gestellt, allerdings ohne konkret zu werden. Und da zu TCL in Sachen Updates Erfahrungswerte fehlen, blicken wir kritisch auf den Software-Support.

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Aus dem Testlab kommen dagegen gute Nachrichten. Sowohl die Akkulaufzeit, als auch die Akustik und die Funkeigenschaften bewegen sich im grünen Bereich, ohne herauszuragen. Flankiert von einem guten Lieferumfang mitsamt Schutzfolie, Schutzhülle und 18-Watt-Schnellladenetzteil, gibt das Plex eine gute Figur ab.

© Screenshot & Montage: connect

Über das Icon „Hohe Auflösung (48M/24M)“ kann man die volle Auflösung von Selfie- und Hauptkamera ansteuern.

TCL setzt auf ein ähnliches Kamera-Setup wie Honor, mit einer Ultraweitwinkel- / Weitwinkel-Kombination und einer dritten Optik. Die dient allerdings nicht für Tiefenmessungen, sondern laut Hersteller als „Restlichtkamera“, die noch mehr Licht aus Bildern und vor allem Videos herausholt.

In der Praxis haben wir aber keinen besonderen Effekt feststellen können, im Gegenteil: Videos (4K/30 fps) bei wenig Licht haben eine bestenfalls durchschnittliche Qualität. Auch der Nachtmodus mit langer Belichtungszeit enttäuscht, vor allem aufgrund überproportional auftretender Lensflares – hier erzielt ein Honor 9X viel bessere Ergebnisse. Im Automatikmodus überzeugt die Kamera dagegen mit einer sehr guten Fotoqualität.

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Auch die Ultraweitwinkeloptik liefert vergleichsweise gute Ergebnisse, hier spielt vor allem die hohe Auflösung von 16 Megapixeln ihre Vorteile aus. HDR kann man über eine Schaltfläche in der Kameravorschau deaktivieren, die beste Qualität erzielt das Plex aber ohne.

Alle Modi und Einstellungen, die man in dieser Preisklasse erwarten kann, sind an Bord. Es gibt einen Portraitmodus, der die Motive sauber trennt, und auch einen Profimodus mit vielen manuellen Einstellungen. In der Summe hinterlässt die Kamera einen guten Eindruck, die geschilderten Probleme bei Videos und Nachtaufnahmen lassen sich per Software-Update ausmerzen – hier hoffen wir auf ein baldiges Update.

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