Aktivlautsprecher

Triangle Sensa SN03A im Test

24.1.2019 von Klaus Laumann

HiFi für Jedermann: Die Triangle Sensa SN03A ist dank Bluetooth und Phono-Eingang die Kompaktanlage fürs Hier und Jetzt. Liefert die 450-Euro-Aktivbox im Test auch guten Klang?

ca. 3:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Triangle Sensa SN03A
Triangle Sensa SN03A
© Triangle

Pro

  • Kompaktanlage mit Phono-Eingang und Bluetooth-Empfänger
  • klingt größer als sie aussieht

Contra

Fazit

stereoplay Testurteil: 69 Punkte; Klang: Spitzenklasse (48 Punkte); Preis/Leistung: überragend


Gut

Eine gute Stereoanlage muss weder aufwendig noch teuer sein. Seit sich die Aktivtechnik im HiFi-Bereich etabliert hat, ist der Einstieg sogar denkbar einfach geworden. Da in die Lautsprecher bereits passende Verstärkermodule eingebaut sind, muss man sich keine großen Gedanken darüber machen, wie sich Boxen und Verstärker am besten kombinieren lassen. Begriffe wie Betriebsart, Dämpfungsfaktor oder Nennimpedanz, die bei klassischen Anlagen mit passiven Lautsprechern essenziell sind, kann man deshalb getrost außen vor lassen.

Anders als aktive Studiomonitore aus dem Profibereich, die oft nur einen Eingang besitzen, sind die meisten Modelle im HiFi-Bereich außerdem schon mit mehreren Anschlüssen und einer Lautstärkeregelung ausgestattet: also Funktionen, die sonst eine Vorstufe übernehmen​​ müsste. So spart die Aktivtechnik jede Menge Platz, weil die Anlage komplett in die Lautsprecher integriert ist. Separate Verstärker-Elektronik ist nicht mehr notwendig, es fehlen nur noch passende Zuspieler.​

Vinyl oder Digital?

An diesem Punkt wird es allerdings noch einmal interessant. Aktivsysteme, die tatsächlich mit sämtlichen Spielarten im HiFi zurechtkommen, sind nicht so leicht zu finden. Viele bieten zwar neben den analogen Eingängen auch optische oder koaxiale Digital-Schnittstellen, weil die Signalverarbeitung in den Boxen selbst sowieso oft digital erfolgt. Wer jedoch einen Plattenspieler anschließen will, hat meistens schlechte Karten. Eine gut klingende Phonovorstufe in ein Aktivsystem zu integrieren ist eine Kunst, die sich lange nicht jeder Hersteller zutraut.

Zu den wenigen Ausnahmen gehört Triangle. Die Franzosen haben bereits mit den aktiven Elara-Versionen bewiesen, dass sie vom Thema Phono etwas verstehen. Andererseits scheuen sie sich auch nicht vor moderner Technik. Ein Bluetooth-Empfänger gehört daher ebenso zur Standardausstattung wie der Phono-Eingang. Mit den neuen Sensa-Modellen legt der Hersteller nun nach und bietet seine vielseitige Technik zu noch erschwinglicheren Preisen an. Nur 450 Euro sind für ein Pärchen Sensa SN03A fällig, das aus einem aktiven Master und einem passiven Slave besteht. Koppelt man zwei Smart-Speaker von Herstellern wie Bose oder Sonos zu einem Stereosystem, kommt man nicht viel günstiger weg. Dafür bietet Triangle echte HiFi-Qualität.

Triangle Sensa SN03A
Die Triangle Sensa SN03A bietet sowohl einen Analogeingang mit zuschaltbarer Phonovorstufe als auch einen Digitaleingang und einen Bluetooth-Empfänger.
© Triangle

Ganz klassisch

Die Sensa SN03A ist eine schlichte, aktive Kompaktbox mit einem wohldimensionierten und sauber verarbeiteten Gehäuse. Es gibt sie wahlweise mit schwarzer oder weißer Verkleidung, wobei die Schallwand und die Rückwand in beiden Fällen schwarz sind. Wie üblich in dieser Größenordnung, ist die Box als Zwei-Wege-System ausgelegt. Ein hubfreudiger 13-cm-Tiefmitteltöner übernimmt die unteren Lagen und sorgt dank der Unterstützung durch einen rückseitig austretenden Bassreflexschlitz für einen respektablen Tiefgang. In den oberen Lagen vertrauen die Franzosen auf eine 2,5-cm-Seidenkalotte, die sich bereits in anderen Lautsprechern vielfach bewährt hat.

Angetrieben werden die Chassis von zwei Class-D-Verstärkermodulen, die jeweils 50 Watt Leistung liefern. Sie sind beide in der Masterbox untergebracht, der Slave wird über ein Lautsprecherkabel versorgt und benötigt keine eigene Stromversorgung. Das Aktivsystem ist dadurch sehr flexibel in der Aufstellung, da nur der Master an eine Steckdose angeschlossen werden muss. Der Slave kann hingegen relativ frei platziert werden.

Hörtest

Trotz der schnörkellosen Ausstattung und der geringen Größe erreicht die Sensa ein beachtliches Klangniveau. Für alle, die bislang nach einer gut klingenden Kompaktanlage Ausschau gehalten haben, könnte sie deshalb ein echter Geheimtipp sein. Denn was sie aus Klassikern wie „Sultans of Swing“ von den Dire Straits herausholte, war erstaunlich. Völlig mühelos spannte sich ein ebenmäßiges Stereopanorama zwischen den beiden Kompaktboxen auf, in dem jeder Musiker der britischen Rockband seinen angestammten Platz fand. Mark Knopflers Stimme hatte den entscheidenden Hauch an Rauheit, die Gitarren den richtigen Biss und der Bass einen überzeugenden Drive. So machen die alten Hits wieder Spaß!

Über den Phono-Eingang verbreitete die Sensa noch etwas mehr Charme. Von der eingebauten Phono-MM-Vorstufe darf man sich zwar keine Wunderdinge erwarten, aber das von Platte zugespielte Album „Glass Houses“ von Billy Joel klang sogar noch ein wenig peppiger als zuvor die Dire Straits von CD. Das ließ sich am Ende zwar zum größten Teil dem Plattenspieler zuschreiben, dennoch muss man der Phonovorstufe Respekt zollen. Sie lieferte eine äußerst achtbare Leistung ab.

Nur mit energiegeladenen Titeln wie „Kanskje“ von Kari Bremnes hatte die Sensa bei höheren Pegeln Mühe. Sie zeigte zwar viel Ehrgeiz und fabrizierte bei kürzerem Hörabstand viel Druck, musste aber irgendwann ihrer zierlichen Form Tribut zollen. Für Normalhörer jedoch ein uneingeschränkter Kauftipp!

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