Wireless-System

Triangle AIO 3 im Test

9.8.2019 von Stefan Schickedanz

So viel Eroberungspotenzial hatte nicht mal Napoleon: Mit dem Triangle AIO 3 wollen die Franzosen den Anbietern aus Übersee einheizen. Las dieser Lautsprecher zu bieten hat, lesen Sie in unserem Test.

ca. 2:35 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Triangle AIO 3 im Test
Triangle bietet seinen AIO 3 mit wohn­licher Wollbespannung in vier dezenten Farben an. Hier in Arctic Blue.
© Triangle

Pro

  • breitbandiger und kräftiger Sound mit großer Klangbühne

Contra

Fazit

AUDIO Klangurteil: 96 Punkte; Preis/Leistung: überragend


Hervorragend

Den französischen Lautsprecher-Spezialisten Triangle verbindet man mit klassischem HiFi. Das Unternehmen gehört nicht unbedingt zu den Anbietern, von denen man ein One-Box-Wireless-System erwarten würde. 

Doch nach dem ersten Staunen darüber, dass sie plötzlich eines anbieten, fragt man sich, wie sie das gemacht haben. Das AIO 3 ist ebenso schick wie flexibel. Das wie ein traditioneller Lautsprecher aus Holz gefertigte Bassreflex-Gehäuse ist in Metall und flauschigen Stoff gekleidet, den es in den Farben Grau, Schwarz, Blau und Grün gibt. 

An der Front finden sich vier Tasten, mit denen sich zum Beispiel die Lautstärke direkt am Gerät regeln lässt. Auf der Rückseite dieses rechteckigen, zeitlos gestalteten Gehäuses finden sich zahlreiche Anschlüsse: ein analoger Stereo-Eingang mit 3,5-mm-Mini-Klinke, ein optischer Digital-Eingang, eine USB-A-Buchse sowie ein Ethernet-Slot zur Einbindung ins Heimnetzwerk per Kabel.

Außerdem hat der Triangle AIO 3 mit WLAN und Bluetooth mit aptX 4.2 zwei drahtlose Schnittstellen an Bord. Smart Devices spielen hier trotz beigelegter Infrarot-Fernbedienung eine zentrale Rolle. Zwar kann man die Musik auch von einem UPnP-Server abspielen, etwa von einer NAS. 


Triangle AIO 3 im Test - Tasten
Die Tasten an der Front sind neben App und Fernsteuerung nur eine von drei Möglichkeiten zur Bedienung des AIO 3.
© Triangle

iPhone und Co dienen aber zur Einrichtung und Steuerung. Während viele namhafte, dazu deutlich größere Wettbewerber wie Harman oder Klipsch auf Drittanbieter-Apps setzen, zum Beispiel von Google, liefern die Franzosen die ausgesprochen benutzerfreundliche, übersichtlich gestaltete AIO-App mit integrierten Streamingdiensten wie Spotify, Tidal oder Deezer. 

Außerdem gibt der AIO 3 beim ersten Einschalten Sprachanweisungen und führt mit nützlichen Informationen in der App durch die schnell zu absolvierende Installation. Außerdem hält Triangle auf seiner Homepage einen sehr gut gemachten Guide bereit. 

Der Multiroom- Lautsprecher lässt sich per Drag & Drop für breite Stereobasis mit einem zweiten AIO 3 paaren, die Zuweisung der Kanäle ist ebenfalls ein Kinderspiel.

Ausgewogene Abstimmung

Der Traingle AIO 3 ist für eine Auflösung von maximal 24 Bit/192 kHz konzipiert und spielt auch verlustfreie Formate wie FLAC oder Apple Lossless ab. Zur Trennung seiner beiden 2,5-cm-Hochtöner und die beiden 10-cm-Tiefmitteltöner vertraut Triangle statt der gängigen DSP- Aktivweichen auf klassische Analogfilterung mit passiver Ansteuerung. 

Entsprechend kommt eine 2-Kanal-Endstufe mit 2 x 45 Watt an 8 Ohm zum Einsatz. Die Leistung genügt wegen des offensichtlich hohen Wirkungsgrads der verwendeten Treiber, um mächtig Wind zu machen. Und das ist im Falle des AIO 3 wörtlich zu nehmen. 

Wenn man von der Möglichkeit Gebrauch macht, selbst bassreiche Hip-Hop-Tracks ohne Zeichen von Anstrengung mit zünftigem Pegel zu hören, entweicht aus der rückseitigen ovalen Bassreflexöffnung des Geräts ein kräftiger Luftstrom. 

Triangle AIO 3 im Test - Rückansicht
Die Anschlüsse des AIO 3, der in Sachen Konnektivität keine Wünsche offen lässt.
© Triangle

Auch die Klangabstimmung wirkte im Test äußerst frisch mit ihren wohldosierten, fein aufgelösten Höhen und der für Triangle typischen schlanken, differenzierten Stimmwiedergabe. Angesichts der kompakten Abmessungen verblüffte uns aber insbesondere der satte, vergleichsweise differenzierte Bass. 

Man kann mit dem AIO 3 auch in einem normal großen Wohnzimmer erstaunlich gut Pop oder Hip-Hop genießen. Mehr noch: Die ausgewogene Abstimmung ließ in Verbindung mit der Verzerrungsarmut und dem hohen Auflösungsvermögen auch Abstecher in die Welt von Jazz und Klassik ohne Reue zu. 

Selbst mit Bluetooth bot die coole Kiste noch ein gerüttelt Maß Klangqualität. Im Alltag dürfte der Unterschied zur Wiedergabe über das Netzwerk keine Rolle spielen. Einen großen Sprung bringt allenfalls Fraternité – die Verbrüderung von zwei AIO 3 zum Stereopaar.

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Fazit

Coole Kiste trifft tolle App: Beim Triangle AIO 3 überzeugen sowohl der Klang als auch das Bedien- konzept. Damit gelingt den Fran- zosen ein starker Einstieg in ein angesagtes, hart umkämpftes Marktsegment. So breitbandig, lebendig und räumlich klingt kaum ein zweiter dieser Klasse.

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