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Kompaktlautsprecher

Triangle Borea BR03 im Test: Magisches Dreieck

Die Box Borea BR03 von Triangle bringt die bekannten Qualitäten der größeren Serien auch für Einsteiger. Wir haben den Kompaktlautsprecher im Test.

© Triangle

Eine Box, die für Einsteiger bezahlbar, für moderne Räume tauglich und noch dynamisch überragend ist – wie soll das gehen? Der französische Hersteller Triangle weiß, wie.

Pro

  • für Einsteiger bezahlbar
  • Allroundfähigkeit
  • homogen, musikalisch und erwachsen
  • Ideal für schwierige Räume
  • ermüdungsfreie Darstellung
  • Trennlinse direkt vor der Membran verhindert ein Übersprechen und damit Interferenzeffekte
  • Bühne baut sich dreidimensional und weit in die Tiefe auf
  • natürliches und im Raum gestaffeltes Orchester
  • audiophile Seidigkeit begeistert

Contra

  • könnte mehr Druck im Bass haben

Fazit

Stereoplay Gesamturteil: 67 Punkte; Klang: 47 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Während bei Highendern die Dominanz von Standboxen immer mehr zuzunehmen scheint, setzen Einsteiger und solche, die „einfach nur Musik hören wollen“, vermehrt auf Kompaktboxen. Und wer hat seine HiFi-Karriere nicht mit einer audiophilen Regalbox begonnen? 

Doch das wird heute zunehmend schwieriger. Immer mehr namhafte Hersteller haben sich aus dem preiswerten Kompaktsegment verabschiedet, macht nur noch in Smart Speakern, oder baut Regallautsprecher, die sich nur schwer akustisch in moderne Wohnräume integrieren lassen.

Bei der Entwicklung der neuen Borea-Serie von Triangle standen deshalb, neben einem wirklich für jeden bezahlbaren Preis, weitere sinnvolle Eigenschaften im Pflichtenheft: Die Kompakten sollten auch an der Wand, auf dem Regal und mit schwachen Verstärkern spielen können, sich auch bei geringen Pegeln feindynamisch durchsetzen und in heute typischerweise spärlich möblierten Räumen klingen, ohne bei geringen Hörabständen zu präsent zu sein.

© Triangle

Die Gewebekalotte wird durch eine Kombination aus steilem Waveguide und vorgelagerten Akustiklinsen in Dynamik und Abstrahlverhalten harmonisiert.

Konkurrierende Ziele

Der Boxenkonstrukteur weiß: Das ist nur schwierig unter einen Hut zu bringen. Der Wirtschaftswissenschaftler würde ganz nüchtern von konkurrierenden Zielen sprechen.

Man könnte auch sagen: Die Quadratur des Kreises ist hier gefordert. Doch heraus kam mit der BR 03 eine wirklich erstaunliche, recht groß dimensionierte Kompaktbox für sagenhafte 450 Euro das Paar.

Beim Tiefmitteltöner dieser 2-Wege-Konstruktion waren die Ziele noch am einfachsten umzusetzen, denn mit einer typischen ultraleichten, aber versteiften Pappmembran und kleiner Schwingspule, kurz einer auch als Breitbänder tauglichen Konstruktion mit hohem Wirkungsgrad, hat man im französischen Soissons Erfahrung.

Der ursprünglich für die Esprit-Serie konstruierte 16er bringt eine unbeschichtete, aber gehärtete Membran aus Zellulose zum Schwingen, die über das Innenvolumen wiederum zwei kleine Bassreflexrohre antreibt. Diese sitzen frontseitig und sollen mit Aufteilung und Positionierung das gefürchtete Dröhnen in Regalen oder direkt an der Wand vermeiden. 

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Schon ab 2200 Hz wird der große Konus langsam abgeblendet, und die Weiche gibt das Signal an den Hochtöner weiter. Dieser wurde inklusiver Schallführung komplett neu konstruiert, um die Dynamik und das definierte Abstrahlverhalten der hauseigenen Hörner auch bei geringeren Hörabständen zu realisieren, bei denen ein Horn zu präsent spielen würde.

Die 25 Millimeter Seidenkalotte spielt auf einen innen recht steilen Waveguide, eine kleine Trennlinse direkt vor der Membran verhindert ein Übersprechen zwischen linkem und rechtem Membranrand bei seitlichen Winkeln und damit Interferenzeffekte.

© Triangle

Der Konus ist mit leichter Membran und kleiner Spule, aber kräftigem Magneten und großer Zentrierung ausgestattet.

Dynamik und Homogenität

Im Test erwiesen sich Flexibilität und Homogenität dann auch als erste Kardinalstugenden der Boreo: Bon Jovis „Keep the Faith“ gab sie mit knackig groovendem Rhythmus und trotz des objektiv eher „dichten“ Mixes mit subjektiv ordentlich Dynamik wieder, sodass bei den Hörern spontan jeder Fuß mitwippte. Besonders beeindruckend: Ihre Bühne baute sich nicht ultrabreit, aber schön dreidimensional und weit in die Tiefe auf, selbst wenn die Hörer eigentlich zu nah an der Box saßen.

Das weckte Begehrlichkeiten bei Räumlichkeit: John Williams „At the Movies“ (RR) ließ ein nicht überdetailliertes, aber verblüffend natürliches und im Raum gestaffeltes Orchester erkennen, das bei Streichern und Blechbläsern auch mit einer erstaunlich audiophilen Seidigkeit begeisterte.

Welches Musikgenre auch anschließend in den Player wanderte: Wie bei Eva Cassidys „Wonderful World“ brachte die Triangle ihre Allroundfähigkeiten mit genau wie homogen gezeichneten Stimmen zum Ausdruck und begeisterte rundum. Absoluter Kauftipp fürs Geld!

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