Sony VPL-XW5100ES im Test: Beamen für Erwachsene
Mehr zum Thema: SonySony Professional ist einer der ganz wenigen Hersteller, die erstklassige, native Ultra-HD-Beamer für das Heimkino anbieten. Der BRAVIA Projektor 7 gilt als Einstieg in eine ganz neue Spitzenklasse. Hier unser Test.
Das Mantra des Sony-Konzerns lautet: „From Lens to Livingroom“. Es betont, dass von professionellen Filmkameras und Filmstudios über Masteringmonitore bis hin zu Kinoprojektoren, TV-Geräten und Beamern die ganze Kette des Entertainments zum Portfolio gehört.Nicht zu vergessen die PlayStation,...
Das Mantra des Sony-Konzerns lautet: „From Lens to Livingroom“. Es betont, dass von professionellen Filmkameras und Filmstudios über Masteringmonitore bis hin zu Kinoprojektoren, TV-Geräten und Beamern die ganze Kette des Entertainments zum Portfolio gehört.
Nicht zu vergessen die PlayStation, mit der sich Sony eine neue Generation kaufkräftiger Qualitätsliebhaber heranzog. Und für die ist der neue Projektor VPL- XW5100ES ein echter Leckerbissen. Mit Verbesserungen bei der HDR-Filmwiedergabe und einer Sonderstellung als nativer UHD-Beamer mit 120 fps Bildrate empfiehlt er sich nicht nur für Kinofans, sondern auch für besonders ambitionierte Gamer.
Damit schließt Sony eine Lücke in seinem Beamerangebot. Das günstigste Modell VPL-XW 5000ES (hier unser Test) hatten wir vor drei Jahren getestet und euphorisch als Innovation bewertet. Sein Preis sank inzwischen von 6000 auf 5000 Euro, und dennoch wirkt unser VPLXW5100ES mit 7000 Euro neben seinen großen Brüdern VPL-XW6100ES (16 000 Euro) und VPL-XW8100ES (26 000 Euro) (hier von uns vorgestellt) fast preiswert.
Alle Geräte haben nämlich drei derselben 0,61-Zoll-SXRD-Panels, um ein pixelgenaues Ultra-HD-Bild auf die Leinwand zu zaubern. Die teureren Modelle bringen als Bonus ein motorisiertes, in den Ecken schärferes „ACF“-Objektiv mit größerem Zoomfaktor und etwas mehr Lichtleistung mit. Der gehörige Aufpreis wirkt wie absoluter Heimkino-Luxus.
Einzigartige Bildqualität
Dabei scheint der XW5100ES auf den ersten Blick nur ein kleines Upgrade des älteren Modells 5000 zu sein. Die Geräte sind sich zum Verwechseln ähnlich und sind nahezu identisch ausgestattet. Nur der Bildprozessor „XR for Projector“ ist neu, doch zeichnet er für die HDMI-2.1-Verarbeitung genauso verantwortlich wie für die intelligentere Anpassung von HDR-Quellen.
Laut Hersteller liefert das alte Modell mit dem blauen Laser als Lichtquelle in Kombination mit dem Z-Phosphor 2000 Lumen, der neue hellere 2200. Unser Labor bescheinigte dem „Kleinen“ aber schon damals eine höhere als die angegebene Performance, sodass die Modelle nun farbkalibriert ähnliche Brillanzen abgeben.
Tatsächlich ermittelten unsere Messungen kleine Vorteile in Sachen Kontrast (Schwarzwert) sowie HDR-Farbraum. Man kann also Sonys Weiterentwicklung von Plattform und Feintuning positiv anerkennen. Und auch die Rufnamen der Geräte hat Sony nun geändert; sie sollen an die hochwertigen Fernsehgeräte aus demselben Hause erinnern. Unser Testgerät heißt offiziell BRAVIA Projector 7, die großen Brüder haben die Nummern 8 und 9.
Korrekt abgespeckt
Anders als die vielen smarten Kleinprojektoren, die wir in letzter Zeit testen durften, fühlen sich diese Geräte im ausgewachsenen Heimkino oder im geräumigen Wohnzimmer (es gibt auch eine weiße Variante) pudelwohl. Denn ihre Optik ist auf größere Distanzen abgestimmt, mit einem Projektionsverhältnis von bis zu 2,2.
Man platziert sie am besten hinter den Zuschauern an der Decke. Dort muss man einmal auf die Leiter steigen, um Zoom, Lensshift und Fokus manuell abzustimmen, wozu man bei der enormen Pixelschärfe am besten ein Fernglas nutzt. Gerade der Fokus arbeitet dabei äußerst präzise.
Das 1,6-fach-Zoom unseres Testmusters bot wenig Widerstand, blieb dann jedoch sicher in der Zielposition. Beim weiträumigen Lensshift stellte sich ein großes Spiel der Regler ein, wir können jedoch nicht ausschließen, dass ein Vorbesitzer die Einstellungen überdreht hatte und dies somit nicht der Serienqualität entspricht. Insgesamt ist das Gerät schwer und stabil verarbeitet, die grob mattierte Kunststoffoberfläche behielt Fettfinger lange in Erinnerung.
Außer den beiden HDMI-Eingängen, die jetzt die volle Bandbreite unterstützen – bei unserem Gaming-PC also 4K@120 fps RGB 12 Bit – gibt es für die Steuerung und die Einbindung in eine klassische Heimautomation noch Netzwerk und RS-232. Über eine 12-Volt-Klinkenbuchse lässt sich zum Beispiel ein Leinwandmotor bewegen. Eingebautes Smart-TV, Streaming, USB-Medienplayer oder Lautsprecher gibt es nicht. Hier bleibt Sony ganz professionell und konzentriert sich auf den Einsatz in einer reinen Heimkino-Umgebung.
Die Menüs der Bedienoberfläche sind wohlbekannt und sinnvoll sortiert. Die Fernbedienung hat eigentlich zu viele Sondertasten; damit lassen sich Details der Bildabstimmung direkt verändern. Das ist nur selten nötig, da der Benutzermodus exzellent voreingestellt ist – in HDR genauso wie in HDTV. Wir haben eigentlich fast nur Eingänge gewechselt und durch Menüs navigiert, wozu wir nie die Beleuchtung brauchten.
Dabei liefert der XW5100ES dank seiner hochwertigen Bildverarbeitung bei ordentlichen Videoquellen stets einen berauschenden Detailreichtum und spitzenmäßigen Kontrast – und kann überdies auch mäßige Signale aufhübschen. Das unterscheidet ihn von vielen anderen Geräten.
Der vermeintliche Auflösungsgewinn durch „Realismus“ ist deutlich sichtbar, Rauschen und Artefakte können gemindert werden. Was das Entfernen von Farbschlieren betrifft, war Sony ohnehin Vorreiter, und auch die Bewegungsglättung arbeitet ohne störende Risiken und Nebenwirkungen – obwohl sie nur drei Stufen hat.
Optimale Einstellungen: Sony VPL-XW5100ES
| OPTIMALE EINSTELLUNGEN | |
|---|---|
| Bildmodus | Benutzer |
| Laserlicht | 80, volle Dynamik |
| Kontrast | max |
| Helligkeit | 50 |
| Schärfe | 0 |
| Farbe | 50 |
| Gammakorrektur | aus |
| Farbtemperatur | D65 |
| Farbkorrektur | aus |
| EMPFOHLENER SEHABSTAND | Dank 1,6-fachen langen Zooms und Lensshift fürs Heimkino ideal. |
| GAMING | Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen unterstützt der XW5100 120 fps. ALLM aktiviert die schnelle Bildverarbeitung mit 25 ms Latenz. VRR oder weiterführende Gimmicks brauchen wir noch nicht zu erwarten. |
Da wir Kinofans sind, gefällt uns „True Cinema“ am besten, denn hier wird Ruckeln nur minimal überblendet. Ansonsten ist wie bei „Aus“ echtes 24p-Kino ohne Pulldown geboten. Dessen konnten wir uns bei Beamern leider schon lange nicht mehr so richtig erfreuen.
Fast schlimmer noch, dass viele DLP-Projektoren auch unser 50-Hertz-Fernsehen ins 60p-Raster der Chips zwängen und damit Stottern hervorrufen. Bei Top-Geräten wie diesem Testkandidaten ist die Welt der Framerates jedoch in bester Ordnung. Und weil drei 4K-SXRD-Chips für die Grundfarben gleichzeitig ans Werk gehen, sind Regenbogen- oder Bewegungsartefakte kein Thema.
Nur wer wirklich ganz genau hinsieht, erkennt, dass gewisse Farbanteile zeitlich hintereinander produziert werden, wahrscheinlich um die Quantisierung zu maximieren und auf 10-Bit-HDR-Look zu trimmen. Eingeweihte können in bewegten Verläufen minimale Falschkonturen ausmachen. Das ist aber Meckern auf allerhöchstem Niveau.
Was die Farben und Helligkeitsverhältnisse betrifft, gibt sich Sony schön professionell: Locker über 2000 Lumen bei einem In-Bild-Kontrast von knapp 3000:1 (0,7 lm natives Schwarz) sind auf großer Leinwand eine Offenbarung. Die Lasersteuerung lässt dabei dunkle Szenen ohne sichtbares Pumpen fünfmal satter wirken.
Studiogerecht abgebildete Art und Sättigung aller Mischfarben sind für Sony in HDTV ein Kinderspiel. Für HDR wurde das Spektrum des (gelben) Z-Phosphors so gefiltert, dass 91 % DCI-Farbvolumen bei möglichst hoher Lichtausbeute bleiben. Das sind lediglich 68 % des theoretischen HDR-Farbraums, der aber lange noch nicht so bunt gemastert wird.
Gerade in HDR begeistern der satte Schwarzwert bei bester Durchzeichnung dunkler Inhalte sowie die saubere Abbildung von Spitzlichtern, die selbst bei Sonys Top-Geräten aus vergangener Zeit noch beschnitten wurden.
Fazit
Leider werden native UHD-Beamer eher teurer als günstiger. Sony hat hier kaum Konkurrenz und setzt sich nun noch mit echten 120 Hz ab. Wer sein Heimkino ernstnimmt, erhält mit dem VPL-XW5100ES ein Top-Gerät, dessen Qualität in dieser Preisklasse ungeschlagen ist.
Aus dem Messlabor
Bildmessung HDTV Full-HD, BT.709, 8 Bit
Bei über 2000 Lumen und einem erstklassigen Kontrast liefert der Sony eine bilderbuchmäßige Farbmessung ab. Die Gammaerhöhung nahe Weiß verbessert dort sogar die Durchzeichnung ein wenig.
Bildmessung Ultra-HD, HDR BT.2100, 12 Bit
Im Spektrum erkennt man die Bandsperre von Gelb, durch die der DCI-Farbraum akzeptable 91 % bei höchster Brillanz erreicht. Die „EOTF“-Gammakurve ist perfekt abgerundet.
* Wir nutzen im Labor die Farbmesssoftware Calman Ultimate von Portrait Displays, siehe www.portrait.com
Testergebnisse: Sony VPL-XW5100ES
| Kategorie | Punkte/Note |
|---|---|
| BILDQUALITÄT max. 435 | 392 |
| SD / HDTV 75 | 71 |
| UHD (HDR) 100 | 93 |
| Kontrast 65 | 54 |
| Schärfe 45 | 43 |
| Geometrie / 3D 60 | 46 |
| Farbdarstellung 45 | 42 |
| Bildruhe 45 | 43 |
| AUSSTATTUNG max. 100 | 71 |
| Anschlüsse / HDMI 50 | 43 |
| Projektionsoptik 20 | 13 |
| sonstige Extras 30 | 15 |
| BEDIENUNG max. 55 | 45 |
| Einstellmöglichkeiten 27 | 23 |
| Ergonomie 8 | 6 |
| Bildsteuerung 6 | 6 |
| Fernbedienung 14 | 10 |
| VERARBEITUNG max. 60 | 46 |
| Anmutung 20 | 16 |
| Material 40 | 30 |
| URTEIL max. 650 | 554 sehr gut |
Technische Details: Sony VPL-XW5100ES
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Daten und Messwerte | |
| Hersteller | Sony |
| Modell | VPL-XW5100ES |
| Preis | 7000 Euro |
| MESSWERTE | |
| Abmessungen in cm (B × H × T) | 46 × 20 × 48 cm |
| Gewicht | 13 kg |
| Auflösung / Seitenverhältnis | 3840 × 2160 / 16:9 |
| Farbraumabdeckung HD / DCI / HDR | 100 % / 91 % / 68 % |
| Kontrast ISO / in-Bild / dynamisch | 358 / 2930 / 19.504 |
| Schwarzwert / Weiß / Weiß-Eco | 0,1 / 2125 / 1423 lm |
| Gamma / Abweichung zur Idealkurve | 2,25 / 5 % |
| Farbtemp. kalibriert / Abweichung | 6210 K / 1 % |
| Latenz Film-/Gamemodus | 136/25 ms |
| Abstand pro Meter Bildbreite / Zoom | 1,35–2,17 m / 1,6 |
| Verbrauch Film / Eco / Standby | 258 / 191 / 0,21 W |
| ANSCHLÜSSE | |
| HDMI / Komponente / VGA | 2 / 0 / 0 |
| USB / Netzwerk | für Updates / 1 |
| Besonderheiten | Trigger, RS232, IR-in |
| AUSSTATTUNG | |
| Bildtechnik | 3-SXRD, 1-Laser |
| Smart-TV | - |
| HDR | PQ, HLG |
| 3D / Brillen dabei / 2D → 3D | - / - / - |
| Bewegungsglättung / 24 p / 50 Hz | + / + / + |
| Framerate FHD / WQHD / UHD | 120 / - / 120 |
| HDMI max.Gb/s / VRR / CEC | 48 / - / + |
| Einstellung Farbsättigung / Tint | + / + |
| Einstellung Schärfe / Gamma | + / + |
| Farbtemperaturvorwahl | + |
| RGB-Offset / -Gain / Mehrpunkt | + / + / - |
| Farbraumkorrektur | + |
| Kontrast-/Schärfeautomatik | +/+ |
| Lampe regelbar / Irisblende | + / - |
| Lensshift h. / v. / motorisiert | ±25 % / ±71 % /- |
| Motorzoom / Motorfokus | - / - |
| Fernbedienung | beleuchtet |
| Zubehör | Objektivkappe |
| Besonderheiten | ALLM, Konvergenzabgleich, Home-Automation-Client, IMAX Enhanced, Steuerung via IP |