Breitbandfestnetztest 2019

Breitbandfestnetz in Österreich: So testen connect und zefaco

Zum ersten Mal führen connect und zafaco ihren anspruchsvollen Festnetztest in Österreich durch. Dazu hat zafaco Testanschlüsse in insgesamt zehn österreichischen Städten eingerichtet:

An den Standorten nahmen automatisierte Testsysteme vom 16.09. bis zum 13.10.2019 insgesamt 769.737 Messungen vor. Automatisiert wurden rund um die Uhr Messungen von Highspeed-Internetübertragungen, Webservices und Web-TV durchgeführt. 

Damit unaufschiebbare Wartungsarbeiten nicht zu Nachteilen führen, berücksichtigte zafaco ein nächtliches Wartungsfenster und erfasste von 2 bis 6 Uhr morgens keine Messwerte.

Highspeed-Internet 

Zur Bewertung der Highspeed-Internet-Verbindungsqualität wurden verschiedene Messungen durchgeführt. Die verfügbare Up- und Downstream Bandbreite wurde durch standardisierte Up- und Downloadmessungen (ETSI EG 202 057 - Part 4 und TS 103 222) bestimmt. 

Diese Messungen wurden zusätzlich auch bei zeitgleichem Up- oder Download durchgeführt, um das Verhalten der Produkte bei zeitgleicher Auslastung der Bandbreite zu ermitteln. Abhängig vom Anbieter-Produkt wurden die Messungen mittels IPv4 und IPv6 durchgeführt.

Webseiten-Messungen

Bei den anwenderorientierten QoE-Messungen erfolgte ein Webseitenabruf über einen Browser. Es wurden standardisierte Testseiten (ETSI Kepler Reference Page) von nationalen und internationalen Webhosting-Anbietern abgerufen und auf Transportlayer-Ebene gemessen. Zudem erfolgte eine Messung von unterschiedlichen, häufig genutzten Webseiten auf Applicationlayer-Ebene.​

DNS-Messungen

Im Rahmen der DNS-Messung wurden zu jeder Stunde 40 DNS-Requests versendet und die Antwortzeit zu diesen Anfragen gemessen. Die DNS-Anfragen werden rekursiv an den DNS-Service des Anschlussgeräts (IAD/CPE/Router) gestellt, das diese Anfrage an den vom Anbieter hinterlegten DNS-Server weiterleitet. 

Um DNS-Caching-Mechanismen weitestgehend auszuschließen und Messungen zu den DNS Servern im Anbieternetz zu forcieren, wurden jede Stunde wechselnd 40 DNS Requests aus einer Liste der österreichischen Alexa Top 1000 ausgewählt. Die Liste der Top 1000 URLs wurde einmal pro Woche neu bestimmt und täglich in eine zufällige Reihenfolge sortiert.​

Gaming-Server und Fotobuch-Dienste

Mit den Antwortzeiten zu Gaming-Servern wurde die Laufzeitperformance zu unterschiedlichen Gaming Servern gemessen. Weiterhin wurden Analysen von Uploadmessungen zu unterschiedlichen Fotobuch-Anbietern auf Application-Layer-Ebene durchgeführt.​

Web-TV-Tests

Unsere WebTV-Tests führten Messungen zu unterschiedlichen Video Content Providern durch. Die Messungen wurden, wenn möglich, über adaptives Streaming durchgeführt. Je nach VoD Anbieter wurden unterschiedliche Streaming Ansätze mittels HTML5 MPEG DASH oder Silverlight verwendet. 

Hierbei kommt typischerweise der MP4-Video-Container mit einer H.264-Codierung und einem MP3-, AAC- oder OGG-Audio-Codec zum Einsatz. Zur Bestimmung der Web-TV-Videoqualität wurden PEVQ-S-Werte (Perceptual Evaluation of Streaming Video Quality) ermittelt.

Keine Berücksichtigung von Sprachtelefonie

Weil Sprachtelefonie übers Festnetz in Österreich nur eine untergeordnete Rolle spielt, haben wir in unserer Methodik auf die Bewertung von Voice-Verbindungen verzichtet. Dies führt dazu, dass unserem Breitbandtest in Österreich eine andere Punkteverteilung zugrunde liegt als seinem Pendant in Deutschland. 

Dies und zum Teil abweichende Schwellenwerte haben zur Folge, dass die Punktzahlen und Noten nicht 1:1 mit den Ergebnissen unseres Breitbandtests für deutsche Anbieter vergleichbar sind.

Endgeräte und Firmware-Stände

An den getesteten Anschlüssen kamen dabei jeweils die von den Anbietern offiziell angebotenen Endgeräte mit aktueller Firmware zum Einsatz. connect und zafaco haben allerdings den Grundsatz, dass nur Konfigurationen am Test teilnehmen, die auch wirklich für die Kunden verfügbar sind.

Crowdsourcing

Zusätzlich fließen in die Bewertung die Ergebnisse von Crowdsourcing-Analysen ein, die aus den öffentlich zugänglichen Messergebnissen des RTR-Netztest (www.netztest.at/de/Opendata) erfasst wurden. Berücksichtigt wurden dabei Messungen zwischen dem 01.09.2018 und dem 31.08.2019. 

Die Auswertung je Anbieter wurde über die Statutarstädte durchgeführt. Eine Statutarstadt ist in Österreich eine Stadt mit eigenem Statut, wie sie im Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) bezeichnet wird. Eine solche Stadt unterscheidet sich von den übrigen Gemeinden durch ein eigenes, landesgesetzlich erlassenes Stadtrecht („Stadtstatut“). 

Zurzeit gibt es 15 österreichische Städte mit eigenem Statut (wobei Wien, gleichzeitig Bundesland, einen Sonderfall darstellt). Die ermittelten Messwerte des RTR-Netztests wurden in einem mehrstufigen Validierungsprozess analysiert. Dabei wurden Ausschlusskriterien wie Messungen über WLAN oder über Mobilfunk überprüft. 

Datensätze, die das jeweilige Validierungskriterium nicht erfüllen, wurden verworfen. Das weiter oben beschriebene Wartungsfenster gilt nicht für die Crowdsourcing-Auswertungen. Ein Whitepaper mit einer ausführlichen Dokumentation des Testverfahrens steht hier (www.zafaco.de/de/whitepaper) zum Download bereit.

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