Vergleichstest Lautsprecher-Kabel Atlas Cables, Goldkabel, HMS, Siltech, Silent Wire, Sommer Cable, Straight Wire, Van den Hul, Wire World
Kabel "klingen" nicht, aber können den Klang einer Anlage ausbalancieren. Neun edle Tuning-Werkzeuge im Test.

Dass Kabel komplexe Netzwerke sind, wird von keinem Techniker bestritten. Ob sie sich aber so stark auf den Klang auswirken können, dass man dies hören kann, darüber wird unter Fans heftig diskutiert. Doch wie dem auch sei, ein Kabel wirkt sich in Kombination mit dem Lautsprecher, respektive dessen Frequenzweiche und Chassis, auch auf den Verstärker aus. Was dann wohl auch klangliche Einflüsse zur Folge haben könnte.
Für die Beiwerte, die ein Kabel besitzt, sind aber bekannte Einflüsse zuständig. So führt die Erhöhung des Querschnitts der Leiter und ihrer Qualität zu einem niedrigeren reellen Widerstand. Wobei man bei der Leiterqualität genauer hinschauen muss, als es oft die Prospektdaten zeigen. So ist etwa Sauerstoffarmut erstrebenswert, doch nicht das wichtigste Merkmal: Die gern gedruckte Unzahl von "N" besagt nur, wiewenig Sauerstoff im Kupfer enthalten und nicht, wie rein es an sich ist. Eisen und Zink stören besonders, weil sie magnetisch sind und sich auf die Induktivität auswirken.
Die wiederum hängt auch davon ab, wie weit die Hin- und Rückleiter voneinander entfernt sind. Ideal ist, wenn sie sehr nahe beieinander liegen. Deshalb verdrillen viele Hersteller die Strippen oder packen sie eng zusammen. Dafür entsteht ein anderes Problem: Sich eng aneinander schmiegende Kabel führen zu höherer Kapazität, was im Zusammenspiel mit manchen Verstärkern dazu führt, dass diese zu schwingen anfangen - eine unerwünschte und gefährliche Sache.
Immer von Vorteil ist jedoch eine gute Isolation, denn auch kleinste Kriechströme zwischen den Leitern sind schädlich.
Die Hörtests haben wir diesmal, der Preisklasse der Kandidaten angemessen, mit den zwei Referenz-Endstufen Thorens TEM 3200 (1/06) und McIntosh MC 1.2 kW AC (5/08) in wechselnder Kombination mit den Lautsprechern Sonics Allegra (9/06) und Magico V2 (10/09) durchgeführt. Diese Boxen verwendeten wir, weil sie einerseits Klanglupen, andererseits aber kritischere Lasten darstellen - die Sonics Allegra auf Grund ihrer Impedanzschwankungen und die Magico V 2 wegen Ihres mäßigen Wirkungsgrades.
In den Hörvergleichen wussten die Tester wie bei stereoplay wie üblich nicht, welcher Kandidat jeweils im Spiel war. Trotz seltener Präferenzen von Kabel-Verstärker-Kombinationen (zum Beispiel ergänzte das Siltech besonders gut die McIntosh-Magico-Kombination) schälten sich grundsätzliche Klangwirkungs-Tendenzen heraus, die in allen Kombinationen erhalten blieben.

Fazit
Auch diesmal zeigte sich wieder, dass es wichtig ist, welches Kabel man für welche Konstellation nimmt. So ist es schön, dass die drei Testsieger jeweils unterschiedliche Klangtendenzen hatten. Das Van den Hul Revelation Hybrid präsentierte sich stimmig und sehr ausgeglichen mit etwas zurückhaltenden Höhen, wodurch es in schlanken, tendenziell hellen HiFi-Ketten gut passt. Das Siltech wird durch seine feinnervige und dezent schlanke Art viel Gutes in warmen, druckvollen Anlagen bewirken. Das HMS Concertato hingegen treibt alle ausgewogenen Verstärker-Lautsprecher-Kombinationen zu Höchstleistungen an.
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