Apple-Phone mit Face ID

iPhone X: Kamera im Test

Apple iPhone X

© Apple

Die Doppeloptik des iPhone X ist nicht quer, sondern senkrecht positioniert – steht aber genauso weit heraus wie beim 8 Plus.

Das Kamerasystem übernimmt das iPhone X von den 8er-Modellen – und liefert damit eine sehr gute Bildqualität in jeder Situation.

Im Vergleich mit der 7er-Generation hat Apple das Kamerasystem vollständig überarbeitet: vom Sensor, der größer ist, über den Farbfilter bis hin zur Bildsignalverarbeitung mit dem A11-Chipsatz. Die Bildqualität ist nahezu identisch mit dem iPhone 8 Plus, das iPhone X liegt also auf Augenhöhe mit den aktuellen Top- Phones Huawei Mate 10 Pro und Samsung Galaxy S8. An die überragenden Ergebnisse der Google Pixel 2 kommt das X zwar nicht heran, aber den Google-Modellen fehlt im Gegenzug eine Doppeloptik, die dem Fotografen mehr Freiheiten bei der Bildkomposition gibt.

Apple setzt wieder auf eine Kombination aus der bei Smartphones üblichen Brennweite von 26 Millimetern und einer relativ langen von 58 Millimetern. Man hat also die Möglichkeit, von einem weitwinkeligen Bildausschnitt zu einem engeren zu wechseln und das Motiv gleichzeitig näher heranzuholen. Der Wechsel zwischen beiden Ausschnitten gelingt fließend über den „1x“-Button am rechten Rand der Kameravorschau; allerdings sollte man berücksichtigen, dass alle Zoomstufen über 2x hinaus digitale Vergrößerungen sind, die mit einem realen Qualitätsverlust verbunden sind.

An dieser Stelle möchten wir auch auf einen wichtigen Unterschied zur Kamera des iPhone 8 Plus hinweisen: Bei diesem ist „nur“ der Weitwinkelsensor optisch stabilisiert, während beim X beide Sensoren über einen OIS (Optical Image Stabilizer) verfügen. Aufnahmen auf Zoomstufe 2x verwackeln nicht so leicht, was sich vor allem bei schlechten Lichtverhältnisse bemerkbar macht.

Ein weiterer Unterschied betrifft die 7-Megapixel-Frontkamera. Die kann mit einem Google Pixel 2 qualitativ zwar nicht mithalten – dazu fehlt es an Feinzeichnung und Schärfe. Der Porträtlichtmodus ist aber ein starkes Software-Extra: Er basiert auf den Tiefeninformationen, die die für Face ID erforderliche Sensorphalanx sammelt. Dieser Modus kann unterschiedliche Lichtsituationen mit einer beeindruckenden Präzision simulieren. Beim 8 Plus klappt das nur mit der Rück-, beim X auch mit der Frontkamera. Das Spektrum reicht von einer simulierten Hintergrundunschärfe über feine Belichtungskorrekturen bis zu einem nahezu komplett freigestellten Hintergrund im Modus „Bühnenlicht“, was allerdings nicht immer optimal aussieht. Googles neue Pixel zaubern zwar ein noch weicheres Bokeh auf den Hintergrund, bieten aber keine vergleichbaren Lichteffekte. Selbst Apple-Kritiker müssen hier den Hut ziehen.

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