Smartphone-Testbericht

Sony Xperia XA im Test

Mit dem Xperia XA schickt Sony seinen Kandidaten für die heiß umkämpfte Mittelklasse ins Rennen. Die Japaner können technisch zwar nicht mit der Konkurrenz mithalten, setzen optisch und haptisch dafür aber einen umso größeren Glanzpunkt. Was leistet das Xperia XA im Test?

Aufmacher Sony Xperia XA

© Sony

Sony Xperia XA
EUR 259,00

Pro

  • für einen 5-Zöller außerordentlich kompakt
  • Premium-Design und -Haptik mit einem fast randlosen Display
  • leuchtstarkes und kontrastreiches Display
  • solide Kamera-Ausstattung
  • viele Musikfunktionen
  • 5-GHz-WLAN wird unterstützt
  • sehr gute Funkeigenschaften

Contra

  • Fingerabdrucksensor fehlt
  • Display nur mit HD-Auflösung
  • ab Werk nur 8 GB Speicher verfügbar

Fazit

Connect-Testurteil: gut (412 von 500 Punkten)
82,4%

Das schlichte Design stammt unverkennbar von Sony: Ein glatter Metallrahmen fasst das Gehäuse ein, das auf der Rückseite ebenfalls völlig plan und schnörkellos daherkommt. Der Rücken ist zu den Rändern hin sanft gerundet, genauso wie das Glas auf der Front, was das Gerät zu einem Handschmeichler macht. Zumal das Gewicht mit 138 Gramm für einen 5-Zöller angenehm niedrig ist. Auch die kompakten Abmessungen gefallen. Mehr noch: Mit einer Breite von nur 67 Millimetern baut Sony außerordentlich schmal. Das gelingt den Japanern nur, weil sie das Display links und rechts bis an den Rand laufen lassen - diese modern-elegante Optik sucht in dieser Preisklasse ihresgleichen.

Optisch und haptisch ganz vorne

Auch haptisch ist das Xperia XA ein Leckerbissen, denn obwohl die Rückseite aus Kunststoff besteht, fühlt sie sich an wie Metall, was für eine exzellente Materialwahl spricht. Die Verarbeitung ist ebenfalls top. Sony macht hier also alles richtig und setzt optisch ein Ausrufezeichen, das die versammelte Konkurrenz von Huawei bis ZTE alt aussehen lässt. In Deutschland ist das XA in den Farben Gold, Rosé-Gold, Schwarz und Weiß erhältlich. Egal, für welche Variante man sich entscheidet - in jeder ist das Smartphone ein Hingucker.

Sony Xperia XA

© Sony

Schlichte, schnörkellose Optik und ein fast randloses Display: Beim Design macht Sony niemand etwas vor.

Nur ein HD-Display

Doch Schönheit hat bekanntlich ihren Preis: Weil das Display bis an den Gehäuserand reicht, ist kein Platz für einen Fingerabdrucksensor, den Sony normalerweise rechtsseitig in den Rahmen integriert - die meisten Konkurrenten in dieser Preisklasse sind mit diesem praktischen Sensor ausgestattet. Schon hier wird deutlich, dass Sony mit dem XA technisch kleinere Brötchen bäckt als andere Hersteller.

Das setzt sich beim 5-Zoll-Display fort: Statt der Full-HD-Auflösung mit 1920 x 1080 Pixeln, die sich mittlerweile auch in der Mittelklasse durchgesetzt hat, müssen beim XA 1280 x 720 Pixel reichen. Die Darstellung ist daher nicht so knackscharf wie auf einem Huawei P9 lite oder Moto G4. In der Praxis fällt der Unterschied aber nicht so deutlich aus wie erwartet. Was auch daran liegt, dass Sony ein qualitativ sehr hochwertiges LCD einbaut: Dessen Leuchtkraft ist mit 512 Candela top, ein niedriger Schwarzwert sorgt für exzellente Kontraste. Auch die Blickwinkelstabilität ist sehr gut.

Unter dem Display führt ein Achtkern-Chipsatz vom Qualcomm-Konkurrenten Mediatek Regie: Der Helio P10 taktet mit maximal 2 GHz und macht dem System ordentlich Dampf - das Leistungsniveau ist für ein Mittelklasse-Modell sehr hoch. Während der Arbeitsspeicher mit 2 GB klassenüblich ausfällt (einzig Huawei bietet beim P9 lite 3 GB), enttäuscht hingegen der interne Speicher: Von 16 GB steht dem Nutzer ab Werk lediglich die Hälfte zur Verfügung. Das ist zwar kein neuer Negativrekord, die Konkurrenz bietet im Schnitt aber rund 10 GB. Zum Glück kann man mit einer Micro-SD-Karte nachrüsten.

Sony Xperia XA Screenshots

© Sony

Links: Die App „What’s New“ vernetzt fast alle medialen Inhalte aus dem weitverzweigten Sony-Universum. Rechts: Hier findet man auch (kostenlose und kostenpflichtige) Design-Vorlagen zur Anpassung der Oberfläche.

Typische Anfälligkeiten

Die Kamera liefert keine Überraschungen, weder im positiven noch im negativen Sinne. Ein 13-Megapixel-Sensor macht bei guten Lichtverhältnissen detailreiche und scharfe Aufnahmen, dabei fällt die hohe Arbeitsgeschwindigkeit auf: Der Autofokus reagiert flink, die Auslöseverzögerung ist niedrig und die Kamera-App startet in Sekundenbruchteilen, wenn man auf die separate Kamerataste drückt, die mittlerweile zu einem Markenzeichen von Sony-Smartphones geworden ist.

Für eine gute Bildqualität reicht es am Ende aber trotzdem nicht, denn bei problematischen Lichtsituationen zeigt die Kamera die in dieser Preisklasse bekannten Anfälligkeiten: Wenn es dunkler wird, steigt der Rauschanteil stark an, bei einem hohen Dynamikumfang sind die Kontraste nicht mehr ausgewogen. In der Summe ist die Vorstellung, die Sony hier abliefert, aber solide, zumal mit der Frontkamera (8 Megapixel) erstaunlich gute Selfies gelingen.

Für Musikliebhaber

Die Systemoberfläche gefällt mit einer zurückhaltenden, fast unverändert von Google übernommenen Optik und einem flüssigen Arbeitstempo. Das Design kann selbstverständlich angepasst werden, eine entsprechende App legt Sony in den Speicher. Daneben findet man auch Sony-eigene Lösungen für die Musiksammlung und die Bildergalerie, zudem ist die Playstation-App installiert. Die Belastung mit ungefragt vorinstallierten Anwendungen und Diensten hält sich aber zum Glück in Grenzen. Gut gefallen haben uns auch die Musikfunktionen: Neben einem Radio und einem Equalizer findet der Nutzer spezielle Profile für die Klangverbesserung, außerdem werden für das verlustfreie Abspielen von Musik der Codec FLAC und die Bluetooth-Erweiterung aptX unterstützt.

Als Systembasis dient Android in der momentan aktuellsten Version 6 Marshmallow. Aufgrund des guten Software-Supports von Sony kann man davon ausgehen, dass auch das kommende Android 7 Nougat zügig per Update auf das XA kommt, wenn Google es im Herbst dieses Jahres endgültig freigibt.

Sony Xperia XA Screenshots

© Sony

Links: Ein kurzer Tipper auf den Startbildschirm öffnet die geräteweite Suchfunktion. Rechts: Die Speicher-App hat Sony angepasst. Hier kann man auch Apps auf die Micro-SD verschieben.

Laufzeit nur im Mittelfeld

Die handlichen Maße des 5-Zöllers fordern bei der Akkulaufzeit ihren Tribut. Denn mit einer Kapazität von 2300 mAh ist der Energiespender vergleichsweise klein ausgefallen. Es ist daher keine Überraschung, dass das Xperia XA im genormten connect-Nutzungsmix nur eine Laufzeit von 6:24 Stunden schafft und sich damit im Mittelfeld einordnen muss.

Die Funkeigenschaften sind dagegen durch die Bank sehr gut, hier gibt sich Sony keine Blöße. Die Akustik ist zwar nicht überragend, aber im positiven Sinne unauffällig. Doch das Xperia XA kauft man ohnehin nicht wegen der Sprachqualität und auch nicht wegen der Ausstattung. Dieses Smartphone definiert sich vor allem über das Design - wer darauf Wert legt, kann bedenkenlos zugreifen.

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