Röhrenverstärker und passende Lautsprecher finden

Technische Daten 1: Leistung und Dezibel

16.3.2016 von Malte Ruhnke

ca. 2:00 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Per Hörtest zur perfekten Verstärker-Boxen-Kombination
  2. Technische Daten 1: Leistung und Dezibel
  3. Technische Daten 2: Stabilität und Impedanz
  4. Hörtest 1: Rahmenbedingungen
  5. Hörtest 2: Kombinationen hören
  6. Langzeitüberprüfung
Horns Universum
Die hORNS Universum ist halbaktiv und weist einen extrem hohen Kennschalldruck von 93 dB/2 V auf; mit 4 Volt Eingangsspannung bringt sie volle Dynamik.
© hORNS

Auch wenn viele HiFi-Händler immer wieder darauf verweisen, dass man die ideal harmonisierende Kombination aus Verstärker und Lautsprecher nur im Hörtest ermitteln könne, so gibt es doch handfeste technische Eigenschaften, die eine bestimmte Paarung elektrisch brauchbar erscheinen lassen und andere, bei denen schon aufgrund der Rahmenparameter eine stimmige Wiedergabe unwahrscheinlich ist. Die akustischen Grundlagen zu den hier besprochenen Phänomenen können Sie im zweiten Teil des Ratgebers in stereoplay 12/2015 nachlesen.

An dieser Stelle sei aber vor einer ebenso alten wie verbreiteten HiFi-Legende gewarnt: "Der Verstärker muss mehr Watt haben als die Box, und alles wird gut." Dieser Satz ist nicht nur grundfalsch, er enthält auch so viele Irrtümer auf einmal, dass sich die Zusammenhänge daran exemplarisch erklären lassen: Zum einen liefert die elektrische Belastbarkeit des Lautsprechers keine Aussage darüber, wie viel Schalldruck er bei einem bestimmten Eingangssignal liefert. Für den Leistungsbedarf sind vielmehr der (keineswegs aus dem Datenblatt des Herstellers entnommene, sondern bei stereoplay unter definierten, immer gleichen Bedingungen ermittelte) Kennschalldruck und seine Impedanz wichtig. Aus den Messungen berechnet stereoplay einen Leistungsbedarf, um pro Box 100 Dezibel in einem Meter Entfernung zu liefern, und rechnet dies in eine Betriebsspannung (die oberste Zeile des Kompatibilitätsdiagramms) und einen maximalen Betriebsstrom (die unterste Zeile des Kompatibilitätsdiagramms) um.

Der Strom wird nach der Formel I = U / R für das Impedanzminimum im Bass/Grundtonbereich berechnet. Je hochohmiger also eine Box, desto weniger Strom benötigt sie bei identischem, an 2 Volt ermitteltem Kennschalldruck. Während einige Lautsprecher wie die links abgebildete hORNS schon mit 4 Volt den HiFi-Normpegel erreichen (dies entspricht 4 Watt bei angenommenen 4 Ohm), benötigen andere bis zu 30 Volt (und somit rechnerisch 225 Watt).

Umgekehrt liefern manche Verstärker hohe Ausgangsspannungen und dafür relativ bescheidene Ausgangsströme (dies trifft für einige, aber nicht für alle Röhren zu), andere dagegen sind wahre Strommonster, aber in der Spannung limitiert (typischerweise kleine Class-A-Transistoren). stereoplay berechnet die maximale Ausgangsspannung des Amps bis zum Erreichen der Klirrgrenze von 3% an einer reellen 8-Ohm-Last, den maximalen Strom an einer 3-Ohm-Last. Es gilt also, bei der elektrischen Beurteilung von Verstärkerleistung und Leistungsbedarf der Box eine Kombination zu finden, bei der beide Werte möglichst deckungsgleich sind oder jene des Verstärkers größer als die des Lautsprechers. Überlappen sich die roten und orangefarbenen Balken der beiden Kompatibilitätsdiagramme, ist leistungstechnisch alles im grünen Bereich.

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