In Gebäuden, im Zug, im Auto und im Freien

Strahlung im Auto

11.5.2010 von Redaktion connect und Bernd Theiss

ca. 2:05 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Strahlenbelastung durch Mobiltelefone?
  2. Strahlung im Gebäude
  3. Strahlung im Zug
  4. Strahlung im Auto
  5. Strahlung im Freien
  6. Strahlenexperte im Interview: "Höhere SAR-Werte auf dem Land"
  7. Die Messtechnik im Detail
  8. Exkurs: CT1+ ab 2009 verboten
  9. Fazit der connect-Redaktion
  10. Strahlen-Lexikon

Da Autos durch ihre Blechkarosse zudem abgeschirmt sind, ist die Funkverbindung zum nächsten Sendemasten oft nicht die beste. Zudem werden etwa auf der Autobahn im flotten Tempo viele Zellen durchfahren, was bei GSM-Gesprächen zu entsprechend vielen Hochregelvorgängen auf Maximalleistung führt.

Ratgeber: Strahlenbelastung durch Mobiltelefone
Genündelte Energie im Auto: Der Strahlungspegel beim Fahrer liegt bei einem Bruchteil der bei den anderen drei Telefonierern auftretenden Werte.
© Archiv

Zusätzlich können sich beim Auto noch mehr Telefonierer auf engstem Raum befinden als etwa im Waggon eines Personenzuges, was der Akkumulation von Strahlung noch zuträglicher ist. Grund genug für die Beteiligten der beiden BfS-Projekte, die sich hier ergebenden Szenarien besonders sorgfältig zu untersuchen.

Hierzu wurden vier Fahrzeuge vom kleinen PKW bis zum Familien-Van gemessen und berechnet. Zusätzlich untersuchten die Forscher ein Cabrio mehrfach mit offenem und geschlossenem Metalldach und wiederholten stationäre Messungen in PKWs mit annähernd gleicher Sitzkonfiguration im Freien.

Dabei erwies sich der Einfluss metallischer Begrenzungen wie Karosserie oder Metallschiebedach als sehr klein, auf kritische Werte ansteigende Feldstärken wurden auch beim Einsatz mehrerer Handys unter Gesprächsbedingungen nicht beobachtet.

Simulation in einer Limousine

Mit einer Simulation wurden diese etwas unerwarteten messtechnischen Ergebnisse theoretisch untermauert. Eine Limousine mit drei Telefonierern wurde einmal mit Metallkarosse und einmal ohne metallische Begrenzung simuliert. Bei ansonsten gleichen Bedingungen zeigten sich Unterschiede im SAR-Wert für die drei Handynutzer jeweils erst in der dritten Nachkommastelle, also im Prozentbereich.

Der nicht telefonierende Fahrer in dieser Simulation bekam in der Variante mit Metallkarosse dreimal so viel Strahlungsleistung ab wie ohne. Doch das war nur ein Tausendstel der Belastung, der die Telefonierer ausgesetzt waren.

Das bestätigt einmal mehr, dass über die quadratische Abhängigkeit der Feldstärke von der Entfernung zur Strahlungsquelle die Höhe der spezifischen Absorptionsrate bestimmt wird. Dies zeigt auch die Simulation mit neun Strahlungsquellen oben. Im oberen Bild ohne Kopf im Strahlungsfeld addieren sich die Einzelstrahlungen zu einem hohen Wert in der Mitte auf. Doch befindet sich ein Kopf in der Mitte, trägt hauptsächlich eine ganz nahe Strahlenquelle zur Einstrahlung bei.

Häufige Zellwechsel

Daneben spielen natürlich gefahrene Strecke und Geschwindigkeit eine Rolle für die Strahlenexposition beim Telefonieren im Auto. So findet etwa bei der Fahrt über eine mit GSM versorgte Autobahn pro Kilometer ein Handover mit kurzfristig bis zum Maximalwert gesteigerter Leistung statt.

Häufige Handover sind auch im Stadtverkehr die Regel, wenngleich hier eher die Mobilfunkzelldichte als hohe Geschwindigkeit den Grund liefert. Mitunter können auch kuriose Umbuchvorgänge den Grund liefern, so wurden bei einer Messfahrt in einer Rotphase vor einer Ampel 15 Zellwechsel registriert. Das ändert nichts daran, dass der höchste im Auto gemessene mittlere SAR-Wert bei niedrigen 0,27 W/kg lag (Standardabweichung  0,28 W/kg), und das ohne Berücksichtigung des leistungsmindernden DTX-Modus.

Das rät connect:

Wer seine Strahlenbelastung beim Telefonieren im Auto besonders gering halten möchte, sollte eine Freisprecheinrichtung mit SIM-Access-Profil benutzen. Ohne Freisprecheinrichtung ist Telefonieren im Auto lebensgefährlich, deshalb vor Gesprächsbeginn einen Parkplatz ansteuern.

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