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Canton Chrono 70 im Test

Die Canton Chrono 70 bekam im Zuge eines Updates Konus-Membranen aus Titanium. Hilft das für noch mehr Glanz? Lesen Sie hierzu unseren Test.

Canton Chrono 70 im Test

© Josef Bleier

Canton Chrono 70 im Test

Pro

  • lebendig
  • erstaunlich vollen, tiefer Bass

Contra

  • um in Wandnähe zu betreiben, braucht es Pfropfen im Bassreflexrohr

Fazit

stereoplay Testurteil: 74 Punkte; Klang: absolute Spitzenklasse (56 Punkte); Preis/Leistung: sehr gut

Canton hat im letzten Jahr die Chrono-Serie einer Modellpflege unterzogen. Dabei bedienten sich die Hessen Technologien, die bisher in den höher angesiedelten Serien zum Einsatz kamen. Die Änderungen betreffen Treiber und Gehäuse. Außerdem wurde das Finish verfeinert. 

So sieht man der Canton Chrono 70 ihren vergleichsweise günstigen Preis nicht gleich an. Die 2,5-Wege-Standbox erhielt wie alle neuen Chronos eine hochwertigere Strukturfolie, die in Verbindung mit der weiterhin hochglanzlackierten Schallwand den 95 cm hohen Lautsprecher edler wirken lässt. 

Während der 2,5-cm-Alu-Mangan-Hochtöner mit seinem Waveguide zur Optimierung der Abstrahlcharakteristik im Bereich der Übergangsfrequenz bei 3000 Hz unangetastet blieb, gab es neue Mittel- und Tieftöner aus der Vento-Serie. Deren Membranen bestehen jetzt nicht mehr aus Aluminium, sondern aus Titanium, einem Materialrespektive Wortmix aus Titan und Aluminium. 

Allerdings ging Canton bei der Chrono 70, der drittgrößten passiven Standbox der Serie, nicht ganz so weit wie bei der Chrono 80 und Chrono 90. Die bekamen nämlich im Zuge der Modellpflege sogar die neuen Double-Cone-Tieftöner mit durchgängiger Membranfläche. Die sind noch steifer und profitieren von der Verteilung der Antriebskraft über den gesamten äußeren Umfang.

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Neue Treiber

Die beiden 16 cm durchmessenden Konus-Chassis der Canton Chrono 70 besitzen die bewährte sinusförmige Wave-Sicke, die ihnen Bewegungsfreiheit für großen gleichmäßigen Hub in beide Richtungen sichert. Der unten sitzende Tieftöner wird bei 300 Hz abgekoppelt, der darüber angeordnete Tief-Mitteltöner läuft hinauf bis 3 kHz. 

Jetzt decken schwarze Lautsprecher-Ringe die Schrauben der Körbe in der Schallwand ab. Die Bassreflex-Öffnungen der neuen Chronos wanderten auf die Rückseite, wo sie noch weniger durch Strömungsgeräusche auffallen sollen. 

Ein kleiner Sockel soll der Canton Chrono 70 festen Stand und einen erwachseneren Auftritt gewähren. Er lässt sich je nach Boden mit den beigelegten Spikes oder mit den ebenfalls​ beigelegten selbstklebenden Gummifüßen bestücken. 

Die mitgelieferten Stoffabdeckungen lassen sich an den Chrono 70 durch Magneten anbringen. Das bringt den Vorteil, dass die Schallwand beim Betrieb ohne Abdeckung mit einer perfekten glatten Fläche ohne die sonst üblichen Befestigungsbohrungen aufwartet. Als Gehäusefarben stehen für die Canton Chrono 70 wie für die restlichen Lautsprecher der Serie Schwarz oder Weiß zur Auswahl.

Für den Ausbau zum Surround-System gibt es den Chrono 50 Center und den Dolby-Atmos-Lautsprecher Canon AR-400, der sich auf den 17 Kilo schweren Standlautsprecher aufpfropfen lässt. Als weitere Ausbauoption, etwa bei einem großen offenen Wohnbereich, gibt es noch den flachen On-Wall-Lautsprecher Canton Chrono 10.​

Canton Chrono 70 - Bassreflexrohr

© Josef Bleier

Eigentlich ist der große, rückseitige Port gut gegen Strömungs­geräusche. An der Wand muss er allerdings gestopft werden.

Wand-lungsfähig

Stichwort Wand: Die Canton Chrono 70 haben wir für diesen Test ausgewählt, weil das über allem stehende Thema Standboxen sind, die sich für die wandnahe Aufstellung eignen. Danach sah es nach den ersten Takten nicht aus. Die oberhalb des Sockels 19 cm schmale Standbox erzeugte einen erstaunlich vollen, tiefen Bass. 

Sie klang schon freistehend wie ein größerer Lautsprecher – und das im akustisch bedämpften stereoplay-Hörraum. Während wir die beiden Chrono 70 vor die Wand stellten, besorgte ein Kollege bereits ein paar Schaumstoffpfropfen, mit denen wir die rückseitigen Bassreflexrohre stopfen konnten. 

Denn schon wenige Takte bestätigten die Vermutung, dass ein derart starker, wie das Labor später ermittelte bis 50 Hertz/ -3 dB hinabreichender Bass mit einer Wand im Rücken zu dick auftragen würde. Mit den Schaumstoffdämpfern lieferten die beiden zierlichen Chrono 70 eine perfekte Show. 

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Der Bass wirkte immer noch satt und tiefschwarz, aber fast so konturiert wie bei freier Aufstellung. Eine knochentrockene Tieftonwiedergabe war ohnehin nicht die Sache der Canton, die eher zur Opulenz neigte. Angesichts der bescheidenen Abmessungen von Gehäuse und Treibern kann man hier aber getrost das Wort Luxussorgen gebrauchen. 

Die Chrono 70 vertrug ohne Anzeichen von Mühe erstaunliche Pegel und wirkte äußerst lebendig. Das konnte man etwa beim Applaus in Live-Aufnahmen wie „Hotel California“ von den Eagles erfahren. Dabei zeigte sich auch die hohe Auflösung. Mit Klavieraufnahmen, gelang der Canton sehr gut die Balance zwischen perliger Attacke und dem von hölzernen Noten untermalten Ausklingen der Saiten. 

Bei „No Sanctuary Here“ von Chris Jones schnalzten die Gitarrensaiten kraftvoll und präzise. Der Klang löste sich sehr gut von den beiden Boxen und die Größe der Bühne überzeugte ebenfalls. Für diese Preisklasse ging sogar die Abbildungstabilität voll in Ordnung. Leicht angewinkelt, erreichten die Chrono 70 auch einen ganz ordentlichen Fokus.

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