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Vollverstärker

Marantz PM7000N im Test

Unter PM versteht der moderne Mensch die Abkürzung für „Private Message“. In HiFi-Zirkeln steht das Kürzel dagegen seit einer gefühlten Ewigkeit für die beliebten Vollverstärker von Marantz. Lesen Sie unseren Test zu PM7000N.

© Marantz

Marantz PM7000N im Test

Pro

  • sehr musikalische Abstimmung mit viel Schmelz

Contra

Fazit

Audio Klangurteil: 93 Punkte; Preis/Leistung: überragend; audio-Empfehlung "Klangpurist"
Hervorragend

Mit dem neuen PM7000N bringt die Schwestermarke von Denon jetzt klassische Werte in Einklang mit digitalem Fortschritt wie Smartphones, Streaming oder Steuerung per App. Der neue Netzwerk-Vollverstärker fügt sich nahtlos in die bewährte Multiroom-Technologie von Heos ein. 

Obwohl das Gerät mit der kostenlos für iOS und Android erhältlichen Heos-App bequem zu bedienen ist, setzen die Entwickler beim PM7000N zusätzlich auf konventionelle Methoden wie eine Infrarot-Fernbedienung und ein großflächiges Display auf der Gerätefront.

Mit dieser Verbindung erzielen sie höchste Alltagstauglichkeit und nehmen bei der Implementierung der neuen Technologien auch ältere HiFi-Fans mit. Dabei fällt die Liebe zum Detail auf. 

Wer mit einem der frontseitigen Drehregler die Intensität von Bässen und Höhen oder die Balance verändert, bekommt trotz der Markierungen, die auf die hochwertige Aluminiumfront gedruckt sind, die entsprechenden Werte noch einmal ganz präzise im Display angezeigt. 

Die Anzeige an sich bleibt übrigens auch bei Aktivierung der klangfördernden Source-Direct-Funktion an. Allerdings wird damit auf Knopfdruck die gesamte Klangregelung samt Balance aus dem Signalweg genommen.

© Marantz

Lautsprecherklemmen gibt es nur für ein Boxenpaar, dafür aber in besonders hochwertiger Ausführung. Immerhin sehen wir vier Digital-Eingänge.

Viele nützliche Details

Besonders nützlich ist diese Anzeige, wenn man die bemerkenswerte Konnek-tivität des Marantz PM7000N ausnutzen möchte. Er ermöglicht Streaming von DLNA-kompatiblen UPnP-Servern nicht nur via LAN-Verbindung, sondern auch über das integrierte Dualband-WLAN. 

Darüber hinaus spielt er auch Musik über Bluetooth ab und zeigt dabei sogar den Namen des Smartphones auf seinem informativen Display an. Zum Anschluss typischer HiFi-Komponenten stellt der Marantz vier Analog-Eingänge, einen Analog-Ausgang, einen koaxialen und zwei optische Digital-Eingänge sowie einen USB-A-Eingang für HiRes-Audiodateien bereit. 

Sein im Grunde überdimensionierter D/A-Wandler AKM AK4490 (32 Bit/768 kHz) akzeptiert Dateiformate wie ALAC, FLAC und WAV bis zu 24 Bit/192 kHz sowie DSD 2,8 und 5,6 MHz. Für Vinyl-Liebhaber bietet der PM7000N zudem einen Phono-MM-Eingang mit neu entwickelter FET-Eingangsstufe. 

Damit solche Analog-Freuden nicht durch Einstrahlungen aus dem Digital-Teil getrübt werden, vertraut Marantz auf vollständig abgeschirmte, zudem abschaltbare Digital und Netzwerksektionen. 

Klar, dass bei einem Marantz-Amp auch so etwas wie die HDAM-SA3-Schaltung nicht fehlen darf. Der diskrete Stromrückkopplungsverstärker – eine Marantz-Spezialität in neuester Ausführung – leistet kurzzeitig bis zu 32 Ampere.

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Abgerundet wird das Ausstattungspaket durch kostspielige mechanische Bauteile wie den doppelt abgeschirmten Ringkerntransformator oder die hochwertigen SPKT-1+-Lautsprecheranschlüsse aus massivem Messing mit dicker Vernickelung zum optimalen Kontakt mit den Lautsprecherkabeln. 

Im Hörtest zeigte sich: Der Marantz hatte nicht nur die Kabel fest im Griff, sondern auch die daran angeschlossenen Lautsprecher. Er bot eine solide Vorstellung mit sattem, aber trockenem und zugleich tiefreichendem Bassfundament und tollem Boogie-Faktor. Dabei kamen klassische HiFi-Tugenden wie die breite, zugleich hohe Bühne und präziser Fokus ebenfalls nicht zu kurz. 

Die überzeugende Raumdarstellung vermittelte zudem ein Gefühl von Tiefe und Stabilität. In dynamischer Hinsicht bot der PM7000N ein ebenso hohes Niveau wie in der Auflösung. Dabei wirkte die Stimmwiedergabe tendeziell eher hell und schlank, aber keinesfalls kühl oder flach. 

Erfreulicherweise blieb die Grundtendenz ganz im Gegensatz zum Onkyo TX-8390 und dem Quad Vena II selbst mit Bluetooth-Wiedergabe vom iPhone mit erstaunlich kleinen Abstrichen gewahrt. Unterm Strich also ein vielseitiger, sehr spritziger und präziser Vollverstärker.

Fazit

Trotz der grundsoliden Verarbeitung wirkt der Marantz nicht so teuer wie der ziemlich groß geratene Onkyo oder der durch und durch exotisch anmutende Quad, an dessen Heritage sowieso so schnell keiner herankommt. Doch die Praxistauglichkeit und der unabhängig von der Quelle äußerst überzeugende Klang werden seinem Preis voll gerecht.

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