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Nubert nuBox 425 Jubilee im Test

Pastelltöne oder frisches Steingrau – Nuberts Jubilee zelebriert das Jubiläum der nuBox-Serie. Und klingt nach 25 Jahren nicht nur erwachsen, sondern echt audiophil. Lesen Sie hierzu unseren Test.

Nubert nuBox 425 Jubilee im Test

© Nubert

Nubert nuBox 425 Jubilee im Test

Pro

  • sehr ausgewogenen, transparent und zugleich entspannt aufspielende Box

Contra

Fazit

stereoplay Testurteil: 75 Punkte; Klang: Spitzenklasse (55 Punkte); Preis/Leistung: überragend
Gut

Der Name Nubert hat sich heute einen hervorragenden Klang auch unter Hifiisten der gehobenen Preis- und Erwartungsklassen erarbeitet. Dabei standen die Boxen aus Schwäbisch Gmünd, die damals untypischerweise direkt vom Hersteller versendet worden, in den Anfangsjahren und noch lange Zeit vor allem für „Value for Money“. Oder schwäbisch „viel Box fürs Geld“. 

Kaum eine Serie wurde damit so bekannt wie die nuBox, die jetzt genau 25 Jahren am Markt ist. Anstatt zur Feier ein Sondermodell mit noch mehr Volumen oder noch günstigerem Preis zu kredenzen, setzt man mit den zwei Modellen der Jubilee-NuBox auf eine andere Tugend: Mehr Qualität. 

Sowohl die kompakte NuBox 325 als auch das hier getestete Standboxenmodell 425 wurden komplett neu konzipiert und mit Chassis- wie Weichentechnologie aus der deutlich höher bepreisten nuLine-Serie ausgestattet.

Nubert nuBox 425 Jubilee im Test: Weiche

© Nubert

Die Weiche ist erstaunlich reichhaltig, aber auch hochwertig bestückt, und sorgt neben einer 2,5-Wege-Filterung auch für Pegelangleichung und Linearisierung des Frequenzganges.

Klein, aber kräftig 

Volumenstarke und kräftig bestückte Standboxen, die nicht zu sehr in die Höhe wachsen, haben im Lineup der Schwaben Tradition. Bei der Formgebung neuen orientierte man sich aber weniger an der gedrungenen historischen 2-Wege-nuBox 481/481, sondern eher an den harmonischeren Proportionen der nuLine 84. 

Das bedeutet hier: zwei Tiefmitteltöner mit verstärker Polypropylen-Membran, wulstiger Langhub-Sicke, kleinem Schwingspulendurchmesser und „Longstroke“-Schwingsystem für deutlich erweiterten Hub bis zu 20 Millimeter linear. Der untere 18er wird dabei im Mittelton abgeblendet, damit folgt die Gesamtkonstruktion dem 2,5-Wege-Prinzip. 

Was wiederum gesteigerte Anforderungen an die Frequenzweichen stellt, denn neben einem optimal linearen Frequenzverlauf ist auch die Belastung der einzelnen Töner und das Phasenverhalten vom Entwickler unter Kontrolle zu halten. Ebendeshalb ist die Weiche für eine Box der 750Euro-Klasse reichhaltig bestückt, was aber keinesfalls zu Kompromissen bei der Qualität der Bauteile geführt hat.

Im Gegenteil, denn jeder Töner hat seine eigene Filtercharakteristik und entsprechend viele Bauteile im Signalweg. Zwischen dem oberen Konus und dem Hochtöner wird bei 2000 Hz klassisch getrennt. Ebenjener Mittel+Tieftöner wird dafür zu tieferen Frequenzen hin ganz sanft ausgeblendet, der untere entsprechend etwas stärker mit Signalen beschickt, um das Energieverhältnis bei beiden statistisch auszugleichen.

Mehr Farben

Stolze 19 Kilogramm bringt eine 425er auf die Waage, was sich durch die Verwendung von bis zu 38mm starken MDF-Platten beim Gehäusebau auch leicht erklärt. Steifigkeit und Masse sind auch einem guten Bass erfahrungsgemäß zuträglich, der Hersteller verspricht zudem eine erstaunliche untere Grenzfrequenz. 

Da hilft natürlich das kräftige, ebenso großzügig verrundete Reflexrohr auf der Rückseite in der untersten halben Oktave ordentlich mit. Apropos Rückseite: Während der Korpus der Box immer in graphitgrauer Vinylfolie gehalten ist, gibt es die lackierte Front in 3 durchaus gewagten Farben - Honiggelb, Mintgrün und Coral Rot - oder in klassischem Graphitgrau.

Nubert nuBox 425 Jubilee im Test: Töner

© Josef Bleier

Upgrade inklusive: Der 18er bietet erkennbar einen geringen Schwingspulendurchmesser, dafür umso mehr Hub bei Sicke und Zentrierung. Die Membran besteht aus zwei verklebtem Konusteilen.

Mehr Klangfarben

Bei Stereoplay fand sich, zur Freude des hauseigenen Fotografen, die pastellrote Variante ein, die mit dem knallroten Sofa nun gar nicht harmonieren mochte. Mit der Akustik des Raumes umso mehr. Mit einem leichten Hang zu etwas massigeren Bassdrum-Schlägen legte die nuBox 425 bei Extremes „Peacemaker die!“ los. 

Und zwar mit einer erstaunlich audiophilen Mischung aus kerniger Dynamik, Transparenz und einem schön in die Tiefe gestellten Raum, der Sänger und den mitunter „singend“ aufgenommen E-Gitarren genau das richtige Maß an Präsenz verlieh. 

Ihrem etwas poppig-jugendlichen Aussehen zum Trotz bewegte sich die Nubert auch bei gerade intellektueller und komplexer Musik auf sichererm Parkett und in deutlich besserer Gesellschaft, als es Ihr Preisschild vermuten lässt: in Schönbergs Gurreliedern (Salonen, SACD), die zu den Gipfeln an musikalischer Komplexität zählen, ließ sie den komplexen Chöre Raum und Durchhörbarkeit und wahrte dennoch hervorragend die klangliche Gesamtbalance dieses zuweilen sperrigen Werks. 

Ihr Orchester zuweilen etwas voluminöser mit einer Prise Schönklang, doch im besten Sinne natürlich. Mit der Tugend Natürlichkeit punktete sie auch bei audiophilen Material: David Roths „Rise we will“ vermittelte heimelige Atmosphäre mit dem gewissen Hauch des Weihevollen. So günstig war der Einstieg in die audiophile Welt samt Dynamik wohl noch nie.

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Rang und Namen
Service

Die dienstälteste Testliste im HiFi-Bereich bietet Ihnen einen schnellen Überblick über fast alle Testergebnisse der letzten Jahre.

Fazit

Sehr ausgewogen, transparent und zugleich entspannt aufspielende Box, die hervorragende Transparenz mit schön tiefem Raum, zuweilen zu sattem Tiefbass und Seidigkeit verbindet. Mehr audiophiler Klang für 750 Euro geht definitiv nicht.

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