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Nubert NuBox 325 Jubilee im Test

Nubert feiert! Es gibt eine Geburtstagsedition, bunt und günstig. Die Schwaben hebeln wieder alle Spielregeln aus. Lesen Sie unseren Test zur NuBox 325.

Nubert NuBox 325 Jubilee im Test

© Nubert

Wem die Farben zu bunt sind, der kann auf Grau umschwenken, einfach mit der magnetisch haltenden Frontbespannung.

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EUR 225,00

Pro

  • erstaunlich druckvoll
  • sehr gute Auflösung
  • hohe Spielfreude

Contra

Fazit

AUDIO Klangurteil: 74 Punkte; Preis/Leistung: überragend
Gut

Warum legt jemand eine „Limited Edition“ auf? Meist will ein Hersteller das Besondere kultivieren und den Preis in die Höhe treiben. Ja, das tut Nubert. Nein, das tut Nubert nicht. Ein Widerspruch mit Sinn. Die NuBox 325 Jubilee gibt es nur für kurze Zeit, aber der Preis ist erschreckend klein. 450 Euro wünscht sich Nubert für das Geburtstagspärchen.

Seit 25 Jahren gibt es die NuBox-Reihe – dieser Kompaktlautsprecher feiert also ein Vierteljahrhundert an Tradition. Aber: Die NuBox 325 Jubilee ist auch deshalb limitiert, weil sie ihren Vätern Angst bereitet. Es sollte nicht zu viel davon geben. 

Der Grund: Hier ist alles verbaut, was auch das familieninterne Model NuLine 34 adelt – das aber wiederum bei 670 Euro für das Paar liegt. Man macht sich also hausintern ordentlich Konkurrenz. Die Botschaft: Genau jetzt gibt es einen richtig guten Lautsprecher für kleines Geld. Wer schlau und schnell ist, kann satte 220 Euro sparen.

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Knallfarben mit Fun-Effekt - NuBox 325

Ein wenig hat Nubert abgespeckt. Das Gehäuse ist nicht ganz so wuchtig, das Finish reduziert. Aber die Auswahl der Chassis ist verwandt. Als Erkennungszeichen hantiert Nubert mit einem überraschend großen Angebot an Farben. 

Selbstverständlich gibt es das klassische Graphit, aber auch Knallfarben wie Koralle, Gelb und Mint. Das kann ein Wohnzimmer verändern, regelrecht mutig, die Farbauswahl. Oder man versteckt die schöne Front hinter der magnetisch haltenden, grauen Frontbespannung. 

Harte Überleitung: Als wir jung waren, da wollte jeder Teen seinen eigenen Lautsprecher basteln. Groß war das Angebot an Schaltplänen, Baukonzepten und Chassis. Heute ist dieses Hobby beinahe ausgestorben. Es ist auch nicht mehr sinnvoll, nicht zuletzt, weil es Nubert gibt. 

Wie kaum ein anderer Hersteller hat Nubert die Preis-Leistungs-Marken nach oben verschoben. Man könnte mit einem Selbstbau-Projekt gar nicht den Preis und vor allem das Klangpotenzial von Nubert erreichen. Also: Die Säge und den Schraubenzieher ruhen lassen und lieber in die Details der NuBox 325 Jubilee blicken. 

Nubert NuBox 325 Jubilee im Test - Rückansicht

© Nubert

Das Gehäuse ist foliert, im Rücken gibt es ein einfaches Terminal.

In die Tiefe haben die Ingenieure die bekannte Polypropylen-Membran mit 18 Zentimetern im Durchmesser gesetzt. Der Bass-Output ist groß, bis 49 Hertz hinunter, ebenso der Antrieb – mit großen Magneten und langem Hub. 

Als Hochtöner schwingt eine Seidenkalotte mit 25 Millimetern in der Diagonale. Obwohl sich diese Bauteile recht häufig im Nubert-Katalog finden, ist die NuBox 325 Jubilee einzigartig. Alles wirkt hier stringent, nirgendwo Weihrauch. 

Das Gehäuse ist mit Folie überzogen – sachlich, aber gut. Sagt auch unser Messlabor: Dieser Kompaktling legte einen fabelhaft linearen Frequenzgang hin. Hier wird nicht getrickst, sondern grundehrliches Handwerk betrieben. Das klingt auf dem Papier vielleicht langweilig, doch vor den Ohren entsteht die große Party. 

Wir streamten das neueste Album von Norah Jones herbei – „Begin Again“. Das sind nur sieben Tracks, die gerade einmal eine runde halbe Stunde Spielzeit ausmachen. Doch alles ist ausgesucht, edel, elegant. Der typische Stilmix der Muskerin mit der einzigartigen Gesangsstimme nimmt gefangen: Soul, dazu etwas Pop und Jazz.

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Vor allem aber klingt dieses Album. Schlechte Lautsprecher werden sich an den vielen Informationen reiben. Nicht so die NuBox 325 Jubilee. Erstaunlich, welch großes Klangbild die Kleine in unseren Hörraum flutete. Mit den ersten Takten war der Aufnahmeraum präsent. 

Dann die Singstimme, klar und weit vor der Membranebene. Hier wurde echtes High-End vorgeführt. Der Bass hatte Kraft und Zugriff – abermals erstaunlich angesichts des Gesamtgewichts von gerade einmal 9 Kilogramm. Zur Würze noch etwas mehr Bass? Vielleicht sogar von einem Meister des Instruments?

Ganz frisch ist eine CD-Sammlung mit Live-Konzerten von Jack Bruce aus dem Rockpalast erschienen – was für ein Könner. Genau wie die NuBox 325 Jubilee – sie zeichnete die komplexen Bassverläufe ohne jede Sentimentalität nach, kantig und richtig. Dazu bot sie ein wunderbares Gefühl für die Atmosphäre des Live-Events.

Fazit

Wir kramten aus unseren Bewusstsein und unserem Lager etliche Vergleichslautsprecher herbei – allesamt deutlich teurer. Uns wurde klar: Wir feiern hier einen Preis-Leistungs-Sieger. Wieder haben die Schwaben die Spielregeln durchbrochen – das wird langsam beängstigend.​

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