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QNAP TBS-453DX im Test

Notebook, E-Book und jetzt NAS-Book. Klar, für den mobilen Betrieb ist dieses QNAP-NAS nicht geeignet. Doch fällt der Server so klein und schick aus, dass er sich in jeden Wohnraum einfügt. Und bietet für wenig Geld sogar einen Roon Core. Lesen Sie unseren Test zum TBS-453DX von QNAP.

© QNAP

QNAP TBS-453DX im Test

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EUR 606,17

Pro

  • schick und klein
  • geringer Stromverbrauch
  • ausgereifte NAS-Konzept
  • umfangreiche Ausstattung auch mit Audio-Features
  • installierbarer Roon Core

Contra

Fazit

Stereoplay Gesamturteil: 79 Punkte; Klang: (24/192 / 24/96 / 16/44,1) 55/58/56 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Wer an ein 4-Bay-NAS denkt, der hat einen schwarzen Kasten mit vier fetten Festplatten vor Augen. Die erzeugen hörbare Laufgeräusche, begleitet von ebensolchem Lüfterrauschen. Das ist der Standard für NAS-Server, wie sie ursprünglich fürs Büro entwickelt wurden. Dort spielen hörbare Geräusche keine Rolle.

Zwar könnte der Server im Abstellraum oder Keller stehen, im Wohnzimmer sind jedoch gutes Design und leiser Betrieb gefordert. Mit dem TBS-453DX geht NAS-Spezialist QNAP nun einen völlig neuen Weg und setzt erstmalig ausschließlich M2-SSDs als Massenspeicher ein. 

Solche Chip-Speicher kommen ohne bewegliche Teile aus, messen nur 22 x 80 Millimeter bei 5 Millimetern Höhe, dagegen wirken selbst 2,5-Zoll-Festplatten noch riesig. Von 3,5-Zoll-Typen ganz zu schweigen.

Vier M2-SSDs passen in den TBS-453DX, was insgesamt 8 Terabyte Speicher ermöglicht. Damit setzt sich dieses QNAP-NAS von dem ansonsten ähnlichen DS-453DX ab. Bezüglich der Kühlung hat sich QNAP beim M2-NAS zwar für eine Lüfterlösung entschieden, doch ist davon in einem Meter Abstand selbst ohne Musik fast nichts zu hören. 

NAS steht für Network Attached Storage, dabei sind Massenspeicher ans Netzwerk angebunden, die zentral gespeicherten Musikdaten stehen also jedem Netzwerkteilnehmer zur Verfügung. Infolge der jährlichen Halbierung der Speicherpreise werden SSDs, also auch M2-Chipspeicher, für die Massenspeicherung erschwinglich. 

1 Terabyte (TB) gibt es  derzeit ab etwa 150 Euro. Das reicht für 2600 Stunden FLAC-Musik in CD-Qualität und für 800 Stunden in HiRes 24/96. Der Server erlaubt problemlos die Kopplung mehrerer SSDs zu einem Verzeichnis, auch nachträglich und in beliebiger Größenkombination. 


© QNAP

Dank hoher Integration kommt der kleine QNAP mit wenig sichtbarer Elektronik aus. Zwei der vier M2-Steckplätze sind bestückt, maximal gehen derzeit 4x2 TB hinein. Der Lüfter läuft ausgesprochen leise.

Dazu müssen die Daten nochmal auf einem externen Laufwerk vorhanden sein, doch ist das wegen der unbedingt erforderlichen Sicherung der wertvollen Musiksammlung ohnehin erforderlich.​

Der Preis für den Server beträgt 630 Euro, mit 4 GB Hauptspeicher, was völlig ausreicht. Dazu kommt der Massenspeicher, also etwa 300 Euro für 2x1TB M2-SSDs. Als besonderen Clou bietet der Server den Betrieb als Roon Core, was ihn für Roon-Fans preislich extrem interessant macht.

Tatsächlich beherrscht der QNAP ein sehr umfangreiches Spektrum an Server-Protokollen bis hin zur Cloud-Anbindung.

Starten per WakeOnLAN

Für einen komfortablen Betrieb wird das Gerät per WakeOnLAN übers Smartphone ein- und Timer-gesteuert ausgeschaltet. Allerdings ist der Stromverbrauch wegen der nicht verbauten Festplatten ohnehin sehr niedrig. 

Die Administration des NAS läuft per Web-Browser am PC/Tablet. Neben seinen Server-Funktionen kann der QNAP auch als Renderer arbeiten. Als Analog-Ausgangsstufe ist allerdings nur das PC-übliche HD-Audio vorgesehen, was dann über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse ausgegeben wird.

Mit hochwertigen Streamern kann der QNAP klanglich zwar nicht mithalten, doch ist das bei den Top-NAS- Funktionen unbedeutend.

© QNAP

Die vier hinteren USB-Anschlüsse schaffen nur 2.0, USB 3.0 gibt‘s auf der Front. HDMI bietet Video 4K60 und HiRes-Ton, Netzwerkdaten laufen mit 10 oder 1 Gbit/s. Analoges Audio steht nur über 3,5-mm-Klinkenbuchsen zur Verfügung, adäquat zu den mäßigen Messwerten.

Zuverlässige Datensicherung mit Top-Komfort

Zur Musiksicherung bieten NAS-Server RAID-Verfahren mit Spiegelung auf einen zweiten internen Speicher. Für einen Gerätedefekt oder -verlust reicht das jedoch nicht aus. Daher empfiehlt stereoplay eine zweifache Sicherung auf 2,5-Zoll-USB-Festplatten, wie etwa die Seagate Backup Plus Portable mit 4 TB für 110 Euro. Mit HBS 3 Hybrid Backup Sync enthält der TBS-453DX eine automatische Sync-Funktion, die – nach Einrichtung – eine angesteckte HDD erkennt und diese per Knopfdruck mit vorbestimmten NAS-Inhalten synchronisiert. Die Disks können dann an sicheren Orten lagern.

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Datensicherung

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Fazit

Mit dem TBS-453DX hat QNAP einen weiteren wohnzimmertauglichen NAS-Server im Programm. Durch den Einsatz der inzwischen erschwinglichen M2-SSD-Speicher ist das Gerät schick und klein, auch der geringe Stromverbrauch überzeugt. 

Besonders toll sind jedoch das ausgereifte NAS-Konzept sowie die umfangreiche Ausstattung auch mit Audio-Features. Und wegen des installierbaren Roon Core wird der QNAP für Roon-Fans gar zum Schnäppchen.

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