Misst Aktivität und Schlafqualität

Fitbit Charge 4: Der neue Fitnesstracker überzeugt im Test

Fitbit hat seinen neuen Fitnesstracker Charge 4 mit GPS, Spotify und erweiterten Aktivitäts- sowie Schlaffunktionen deutlich aufgewertet. Statt Schritten zählen jetzt andere Parameter. Wir haben den Charge 4 getestet.

© Fitbit

Smarter Trainingspartner: Fitbits neuer Tracker Charge 4.

Fitbit hat seine Charge-Reihe erweitert: Der Charge 4 ist bis 50 Meter wasserfest und hat als erster Fitbit-Tracker einen GPS-Sensor eingebaut, der Wegstrecken unabhängig vom Smart­phone aufzeichnet. Die Lauf- oder Radrunde wird nach der Synchronisation in der Fitbit-App als Karte dargestellt. Der Clou: Die Karte zeigt nicht nur den Streckenverlauf, sondern auch, auf welchem Abschnitt man in welchem Tempo und in welcher Herzfrequenzzone unterwegs war. Damit sieht man auf einen Blick, wo man mehr Gas geben sollte.

Das GPS-Tracking startet aber nur manuell, nicht automatisch. Dazu wählt man am Tracker unter „Training“ eine Aktivität wie Laufen, Gehen, Radfahren oder Schwimmen, und muss sie hier auch wieder beenden. Apropos Wasser: Der Charge 4 trackt nun sogar Kajak- sowie Kanufahrten, ebenso Skilaufen und Snowboarden.

Neu: Aktivzonenminuten

Den Herzzonen kommt in der neuen Fitbit-Welt ohnehin eine große Bedeutung zu: Der Hersteller geht weg vom reinen Schrittezählen als Tagesziel hin zu sogenannten Aktivzonenminuten. Dabei gilt es, die Herzfrequenz anzukurbeln und damit die Gesundheit und Fitness zu steigern. Als Orientierung dient die WHO-Empfehlung von wöchentlich 150 Minuten mit mäßiger bis starker ­Aktivität – das macht 22 Minuten am Tag. Dieses Ziel ist in der App voreingestellt, lässt sich aber auch manuell anpassen – am besten natürlich nach oben.

Der Tracker erfasst den ganzen Tag über die Herzfrequenz und belohnt, wenn man seine Komfortzone verlässt: Durch schnelles Gehen oder anstrengende Workouts sammelt man „Zonenminuten“. Die Bewertung erfolgt abgestuft nach Anstrengung: Bewegung in der Fettverbrennungszone zählt als einfache Aktivzonenminute, während Trainings in der Kardio- und Höchstleistungszone doppelt gerechnet werden. Die Herzfrequenzzonen bestimmt Fitbit individuell anhand der kardiovaskulären Daten und dem Alter des Trägers.

© Screen WMP

Die Fitbit-App wertet umfangreiche Daten aus und bereitet diese übersichtlich auf: links eine Wegstrecke mit Herzfrequenzzonen, in der Mitte die Tagesbilanz an Aktivzonenminuten, rechts die Sauerstoffsättigung während des Schlafs.

Hinweise auf Schlafapnoe

Auch den Schlaf hat der Charge 4 im Blick: Der Fitbit-Schlafindex bestimmt anhand der Pulsfrequenz die Schlafphasen und erlaubt eine genaue Analyse. Darüber hinaus erfasst der SpO2-Sensor über die Nachtstunden die Sauerstoffabweichung im Blut. Große Schwankungen können ein Indiz für Atemaussetzer sein. Die Schlafapnoe sollte man unbedingt ernst nehmen – sie kann schwerwiegende gesundheit­liche Probleme nach sich ziehen.

Zudem stattet Fitbit seinen Tracker mit einem cleveren Feature aus: Ein smarter Wecker rüttelt nicht stur zur eingestellten Zeit am Handgelenk, sondern erfasst anhand der Schlafphasen in einem Zeitfenster von 30 Minuten den idealen Zeitpunkt zum Aufwachen – spätestens zur angegebenen Zeit.

Weiterer Pluspunkt: Mit dem ­Charge 4 kann man den Streamingdienst Spotify direkt über den Tracker steuern. Auch können Besitzer geeigneter Kreditkarten mit Fitbit Pay weltweit via NFC mobil bezahlen. Allerdings ist der Support deutscher Banken noch überschaubar: An großen Namen sind die BW/­LBBW und die Commerzbank an Bord, ebenso die Mercedes Bank und einige Fintechs wie Boon. Fitbit bietet inzwischen auch eine eigene Visa Card für zwei Euro Monatsgebühr an.

© WMP

Fazit: Mehr Features, gleicher Preis

Der Newcomer, der in den Farben Black, Rosewood und Storm Blue/Black erhältlich ist, bleibt trotz neuer Funktionen beim Preis des Vorgängers. Für 150 Euro bietet der Charge 4 eine gute Hardware gepaart mit einer tollen App, die neben Fitness- auch Gesundheitsdaten in verständlicher Form auswertet. ­Daumen hoch!

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