Updates, Preis und Alternativen

Huawei P30 Pro: Lohnt sich der Kauf noch?

Das Huawei P30 Pro brillierte 2019 in unserem Test. Doch wie sieht es heute aus: Lohnt sich der Kauf auch noch 2021? Für unseren Kauf-Check blicken wir auf Hardware, Updates, Preis und Alternativen.

© Huawei

Wie schlägt sich das Huawei P30 Pro im Jahr 2021?

Seit seinem Markstart im April 2019 dominierte das Huawei P30 Pro lange die connect Bestenliste. Bis heute hält es einen Platz in den Top 10 und lässt so manches neuere Flaggschiff hinter sich. Eigentlich wäre also klar, dass man mit dem Huawei P30 Pro auch heute nur wenig falsch machen kann.

Doch seit Huawei von den US-Sanktionen betroffen ist, sind viele Käufer verunsichert. Wie lange bekommt das P30 Pro noch Updates und Sicherheitspatches? Funktionieren die Google-Dienste und der Play Store auch in Zukunft? Wir nehmen dies zum Anlass für unseren aktuellen Kauf-Check, der als Orientierungshilfe beim Neu- und Gebrauchtkauf dienen soll.

Hardware: Weiterhin erstklassig - vor allem die Kamera

Das Huawei P30 Pro kam 2019 als Topmodell auf den Markt und setzte vor allem bei der Kamera neue Maßstäbe. Als erstes Smartphone weltweit kam es mit einem optischen Fünfachzoom auf den Markt, der über ein Periskopsystem ins Gehäuse integriert wurde. Erst später folgten andere Hersteller wie Samsung ein Jahr später im Galaxy S20 Ultra.

Doch nicht nur das 125-mm-Tele sorgte hier für ein Alleinstellungsmerkmal. Auch die lichtstarke 40-Megapixel-Hauptkamera liefert erstklassige Ergebnisse. Dazu kommen eine gute Superweitwinkeloptik, ein Tiefensensor und ein beeindruckender Nachtmodus. Unsere Kollegen von ColorFoto nahmen das P30 Pro zum Kamera-Test ins Labor und kürten es 2019 zum besten Foto-Smartphone am Markt. Im camera quality benchmark von connect führt aktuell der Nachfolger Huawei P40 Pro die Rangliste an.

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Das Huawei P30 Pro hat insgesamt vier Kameras auf der Rückseite.

Auch abseits der Kamera ist das Huawei P30 Pro auch 2021 noch sehr gut ausgestattet, wenn auch einige neuere Features fehlen. Das 6,47 Zoll große OLED-Display mit 1.080 x 2.340 Pixeln und HDR10-Unterstützung bietet exzellente Darstellung, aber keine 90 oder 120 Hz. Der Kirin 980 SoC sorgt mit 6 bzw. 8 GB RAM weiter für ordentlich Performance. Die 128 GB bzw 256 GB Speicher sind mehr als ausreichend, laufen aber noch nicht im neuesten UFS-3.1-Standard.

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Das P30 Pro deckt einen Brennweitenbereich von 16 bis 125 Millimetern ab und eröffnet damit neue Möglichkeiten der Smartphone-Fotografie. Man kann großflächige Landschaftsaufnahmen machen und Details heranzoomen, ohne die Position zu wechseln. Die Qualität der Zoom-Optik ist richtig gut.

Kein 5G, kein Wi-Fi 6

Ähnlich sieht es bei der Konnektivität aus. Das Huawei P30 Pro beherrscht schnelles WiFi 5 (WLAN-AC), 4G-Mobilfunk und Bluetooth 5.0. Die nun neu aufkommenden Standards WiFi 6, 5G und Bluetooth 5.2 bietet das 2019er-Flaggschiff noch nicht. Aus Nutzersicht muss man hier jedoch einordnen: ein Großteil wird diese neuen Standards derzeit im täglichen Einsatz nicht vermissen.

Lesetipp: Huawei P30 (Pro) vs. P40 (Pro): Lohnt sich das Upgrade?

Zu guter Letzt muss noch die sehr gute Akkulaufzeit des Huawei P30 Pro hervorgehoben werden. Hier jedoch der obligatorische Hinweis für den Gebrauchtkauf: Das Huawei P30 Pro hat einen fest verbauten Akku. Dessen Laufzeit nimmt über die Jahre und Ladungszyklen hin ab.

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Das Huawei P30 Pro ist nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt.

Bevor wir zur Softwareseite und der Updatesituation wechseln, werfen wir jedoch noch einen Blick auf zwei Modellgeschwister: das normale Huawei P30 und die Huawei P30 Pro New Edition.

Huawei P30 Pro vs. Huawei P30

Was sind die Unterschiede zwischen Huawei P30 und P30 Pro? Diese Frage ist für viele Kaufinteressenten relevant, die wissen wollen, ob die Pro-Version den Preisunterschied wert ist. Hier listen wir die wichtigsten Unterschiede kurz auf:

Huawei P30 Pro vs. Huawei P30: Das sind die Unterschiede

Huawei P30 Pro Huawei P30
6,47-Zoll-Display 6,1-Zoll-Display
8 GB RAM + 128/256 GB Speicher 6 GB RAM + 128 Speicher
IP68-Zertifizierung IP53-Zertifizierung
Quad-Kamera mit 125 mm Teleoptik, 20-MP-Superweitwinkel und Tiefensensor Triple-Kamera mit 80 mm Teleoptik und 16-MP-Superweitwinkel
Kein 3,5-mm-Kopfhörerschluss 3,5-mm-Kopfhöreranschluss
4.200-mAh-Akku mit Fast-Wireless-Charging und Reverse Wireless Charging 3.650-mAh-Akku
UVP ab 999 Euro UVP ab 749 Euro

Der für die meisten Nutzer wesentliche Unterschied zwischen P30 Pro und P30 liegt also beim Kamerasystem. Hier hat das P30 Pro mit dem optischen Zoom wirklich die Nase vorne.

Doch wer in seinem Smartphone keinen Zoom benötigt und auf die IP68-Zertifizierung verzichten kann, der hat mit dem P30 eine leicht kompaktere, weitestgehend gleichwertige Alternative, die sich sehen lassen kann. Dazu gibt es sogar einen klassischen Klinkenanschluss, der im Pro-Modell fehlt.

Huawei P30 Pro New Edition: Was sind die Unterschiede?

Im Juni 2020 hat Huawei nach dem P40 noch einmal das Huawei P30 Pro als New Edition auf den Markt gebracht. Grund sind hier einmal mehr die US-Sanktionen, denn das P30 Pro ist das aktuell letzte Huawei-Flaggschiff, dass noch über die Google Play Dienste verfügt.

Lesetipp: Huawei - alle Handy-Modelle in der Test-Übersicht

Die Unterschiede zwischen dem ursprünglichen Huawei P30 Pro und der New Edition sind jedoch gering. So bietet die Neuauflage die neue Farbvariante Silver Frost an und wird nur in der Variante mit 256 GB Speicher angeboten. Die Speichereinheit der New Edition arbeitet dafür mit dem schnelleren UFS-3.0-Standard (Universal Flash Storage) im Vergleich zu UFS 2.1 beim ursprünglichen P30 Pro, die mehr als doppelt so schnell arbeiten soll, wie die Vorgängergeneration. Dazu ist bereits EMUI 10.1 basierend auf Android 10 vorinstalliert.

© Huawei

Das Huawei P30 Pro New Edition gibt es in der vom P40 Pro bekannten Farbe Silver Frost.

Android Updates und Sicherheit: Die Krux mit den US-Sanktionen

Das Huawei P30 Pro erschien im März 2019 mit Android 9 Pie. Mit EMUI 10 erhielt das Flaggschiff das Update auf Android 10. Im Februar 2021 folgte EMUI 11, das aber weiterhin auf ANdroid 10 basiert.

Was ein Update auf Android 11 angeht, wird es kompliziert. Zwar haben die Chinesen über das Android Open Source Project Zugriff auf den nötigen Code. Knackpunkt dürften hier jedoch die Google Mobile Services werden. Um diese wie gewohnt in ein P30-Pro-Update basierend auf der Android-11-Version zu integrieren, braucht Huawei für die neue Version eine Lizenzfreigabe von Google. Aufgrund der US-Sanktionen darf Google diese jedoch derzeit nicht gewähren.

Ein Update auf Android 11 mit Google Play Store wird somit immer unwahrscheinlicher. Eine andere Möglichkeit bietet das eigene Betriebssystem HarmonyOS. Für den chinesischen Markt wurde ein Update des P30 Pro auf das neue System bereits angekündigt. Ob Huawei auch in Deutschland diesen Schritt gehen wird bleibt noch unklar. Ein Update auf HarmonyOS würde dann aber vermutlich den Umstieg auf Huawei Mobile Services und somit die Abkehr vom Google Play Store bedeuten.

Zukunftsversprechen

Unabhängig davon gibt Huawei ein "Zukunftsversprechen" für Geräte wie das P30 Pro. Demnach sichert der Hersteller zu, Software- und Sicherheitsupdates wie gewohnt zu liefern. Updates von Android-Systemversionen werden hier explizit nicht genannt ("Android nutzen wie gewohnt"). Auch wenn Android 11 also nicht mehr kommen sollte, müssen sich Nutzer eines P30 Pro keine Sorgen machen - ihr Smartphone wird vorerst weiter mit Aktualisierungen versorgt.

Preisentwicklung: Tendenz Richtung 500 Euro

Das Huawei P30 Pro ging 2019 zum UVP von 999 Euro (128 GB) bzw. 1.099 Euro (256 GB) an den Start. Die P30 Pro New Edition startete im Juni 2020 zum Preis von 749 Euro (256 GB).

Nach dem Launch sanken die Preise deutlich ab. Aktuell unterliegen sie großen Schwankungen und können zwischen deutlich unter 500 Euro bis mehr als 600 Euro für die Variante mit 128 GB liegen. Es lohnt sich, die Angebote im Blick zu behalten.

Wer das Huawei P30 Pro mit 256 GB Speicher kaufen will, greift besser zur New Edition. Während die ursprüngliche Variante offenbar nur noch als teure Restposten um 700 Euro und mehr angeboten wird, liegen die günstigsten Preise für die Neuauflage bei rund 600 Euro.

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Alternativen: Die 2021er-Generation lockt

Als 2019er Flaggschiff muss sich das Huawei P30 Pro in der Region um 500 bis 600 Euro mit vielen Konkurrenten messen, doch auch deutlich günstigere Geräte aus 2020 können mit dem ehemaligen Topmodell mithalten. Folgende Handys bieten sich für einen Vergleich an:

OnePlus 9 (ca. 600 Euro, connect Testurteil: sehr gut)

Das OnePlus 9 präsentiert sich mit aktuellem Snapdragon 888 SoC, 5G, 120-Hz-Display und Wi-Fi 6 bei der Hardware topaktuell. Auch was die Software angeht, ist OnePlus bekannt für zügige und zuverlässige Updates. Im Test liegt das im Frühjahr 2021 vorgestellte Smartphone mit dem Huawei P30 Pro gleichauf. Mehr lesen: OnePlus 9 im Test.

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OnePlus Nord (ca. 350 Euro, connect Testurteil: sehr gut)

Das OnePlus Nord ist die Budget-Alternative des Herstellers. Diese besinnt sich auf alte OnePlus-Tugenden als Flaggschiffkiller und bietet Top-Hardware zum vergleichsweise kleinen Preis. Im Vergleich zum Huawei P30 Pro kann es mit 90-Hz-Display und 5G aufwarten, muss aber bei der Kamera natürlich Abstriche hinnehmen. Mehr lesen: OnePlus Nord im Test.

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Oppo Find X2 Neo (ca. 450 Euro, connect Testurteil: sehr gut)

Oppo hat mit dem Find X2 Neo ein Premium-Smartphone am Start, dessen Preis inzwischen unter 500 Euro gefallen ist. Als Handy der 2020er-Generation kann es im Vergleich zum P30 Pro mit 90-Hz-Display und 5G punkten. Dafür gibt es etwa kein Wireless-Charging. Mehr lesen: Oppo Find X2 Neo im Test.

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Fazit

Auch 2021 ist das Huawei P30 Pro noch ein hervorragendes Smartphone. Vor allem das Kamerasystem gehört weiterhin zur Spitzenklasse. Wer hierauf seinen Fokus legt, kann bedenkenlos zugreifen - denn zumindest Sicherheitsupdates wird es noch geben.

Wer sicher weitere Android-Updates erhalten will, dem machen die US-Sanktionen allerdings nach aktuellem Stand einen Strich durch die Rechnung. Hier empfiehlt sich ein Blick auf die gelisteten Alternativen, die zum Teil auch schon neue Features wie 5G und 90- oder 120-Hz-Displays bieten.

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