Menü
Ratgeber: LTE

LTE im Praxistest: Feuerprobe bestanden

LTE im Praxistest: Feuerprobe bestanden
LTE im Praxistest: Feuerprobe bestanden
Wie es in der Praxis um LTE bestellt ist, hat connects bewährter Netztestpartner P3 communications stichpunktartig nachgemessen.

Die Messungen können kein Netztest sein, denn dazu ist LTE noch zu ungleichmäßig ausgebaut. Es wäre vom Zufall abhängig, wie viele gut ausgebaute Gebiete eines Betreibers sich auf einer imaginären Netztestroute befänden.

Nachgemessen: Die Spezialisten von P3 communications prüfen, wie überlegen LTE wirklich ist.
Nachgemessen: Die Spezialisten von P3 communications prüfen, wie überlegen LTE wirklich ist. ©

Stichproben an gut ausgebauten Standorten

So untersuchten die Spezialisten aus Aachen an von den Netzbetreibern als gut benannten Standorten in Deutschland und auch in Österreich. Gegenstand der Tests waren die Übertragungsgeschwindigkeiten bei drei Internetseiten, beim Streaming von Youtube-Videos in normaler und HD-Auflösung sowie beim Up- und Download über das FTP-Protokoll. Als Datenmodems kamen der LTE-USB-Stick Huawei E398, bei O2 alternativ die Fritzbox 6840 LTE und beim österreichischen Netzbetreiber Drei der Stick ZTE MF 820D zum Einsatz.

Kaufberatung: Die besten Smartphones bis 150 Euro

Bemerkenswert ist die Auswahl der von den Netzbetreibern vorgeschlagenen Messorte. Die Telekom Deutschland nannte viele Standorte in Köln und Berlin. Großstädte gelten zwar als schwer zu versorgen, doch dürfte die LTE-Nutzung in ihnen angesichts des guten DSL- und Kabelausbaus auch noch sehr gering sein. O2 und Vodafone nannten Standorte im ländlichen Raum, wo die LTE-Nutzung zurzeit mangels Alternativen mutmaßlich höher als in der Stadt ist.

Die 4G-Anteile auf den Abdeckunngskarten wachsen kontinuierlich.
Die 4G-Anteile auf den Abdeckunngskarten wachsen kontinuierlich. ©

70 MBit/s in Köln

Die ersten Erfahrungen der Netztester waren überraschend positiv: Nach Anfahren der insgesamt 55 Standorte konnten die Messungen problemlos gestartet werden, experimentieren mit Einstellungen oder Justage der Antennen waren unnötig. Zu 100 Prozent erfolgreich verliefen die Messungen der Dateidownloads bei allen Netzbetreibern in Österreich und Deutschland.

Hier zeigte die Deutsche Telekom in Köln, dass Spitzendatenraten von fast 50 Mbit/s möglich sind. Auch T-Mobile Austria lag nah daran und zeigte bei einem informellen Test in Wien, dass mit parallelen HTTP-Downloads sogar über 70 Mbit/s erreichbar sind. Eine Gegenprobe im Netz der Telekom in Köln bestätigte die Beobachtung. Mit mehreren sogenannten Sockets ließen sich auch hier 70 Mbit/s erreichen. LTE profitiert offensichtlich von solch einer simultanen Mehrfachnutzung.

Das Dashboard eines Vodafone-LTE-Sticks ist erfreulich simpel gehalten.
Das Dashboard eines Vodafone-LTE-Sticks ist erfreulich simpel gehalten. ©

Größere Zellen und mehr Nutzer auf dem Land

Vodafone überzeugte in ländlichen Gebieten durch Datenraten bis über 30 Mbit/s beim Download auch kleiner Files. Gut möglich, dass die Mobilfunkzellen noch mehr hergegeben hätten, aber im ländlichen Raum ist LTE der DSL-Ersatz und die Bandbreite muss mit Anwohnern geteilt werden. Zudem sind die Zellen hier größer, was bei höheren Abständen zu schlechteren Empfangsbedingungen führt.

Ratgeber: So verkaufen Sie Ihr Smartphone bei eBay

Auch Drei und T-Mobile Austria gelang es, die 30-Mbit/s-Marke in der Spitze zu toppen, wobei Drei selbst im Minimum noch 15 Mbit/s erzielte. O2 begrenzt sein Angebot von vornherein auf 7,2 Mbit/s im Download und erfüllt die Zusage deutlich zuverlässiger als im Festnetz üblich.

Zusammen mit überzeugenden Upload-Datenraten von 5 Mbit/s und mehr ergibt sich ein überzeugender DSL-Ersatz. Mobil vermarktet O2 das Angebot nicht. A1 Telekom Austria lag im Upload mit O2 gleichauf, Vodafone und mehr noch die Deutsche Telekom schafften gut das Doppelte, T-Mobile Austria und Drei setzten noch mal deutlich einen drauf. Von solcher Performance können Nutzer eines DSL-Anschlusses oft nur träumen.

Die sogenannten Round-Trip-Zeiten zwischen 20 und 63 Millisekunden im Mittel lagen hingegen nicht substanziell besser als die von HSPA+.

Feuerprobe bestanden

Dennoch waren die Zugriffszeiten auf Webseiten traumhaft kurz und hätten im letztjährigen Netztest allen Betreibern volle Punktzahl beschert. Bei anspruchsvollen HD-Youtoube-Videos konnten sich Deutsche Telekom, T-Mobile Austria und Drei mit vollständig unterbrechungsfreier Wiedergabe hervortun, die anderen müssen ihre Übetragungstechnik wohl noch an LTE anpassen. Die Feuerprobe hat LTE damit bestanden. Jetzt wird es spannend wie sich die weiter ausgebauten Netze bald unter der Last vieler Nutzer verhalten.

connect sprach mit den deutschen Netzbetreibern über ihre Strategie beim Ausbau von LTE, den Stand der Dinge und die Zukunft der neuen Technologie. Die Interviews finden Sie auf den folgenden Seiten.

comments powered by Disqus
x