Drohen Netzausfälle und Probleme?

Das deutsche Festnetz in der Corona-Krise - eine Analyse

2.4.2020 von Bernd Theiss

Dampf-Plaudern, Video-Konferenzen, Binge-Watching und heiß laufende VPN-Connections zu den Firmenservern fordern Deutschlands Festnetze in der Corona-Krise aufs äußerste. Sind da Störungen oder Zusammenbrüche vorprogrammiert? Die Analyse birgt manche Überraschung.

ca. 1:20 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Das deutsche Festnetz in der Corona-Krise - eine Analyse
  2. Krisenanalyse: Telefonie
  3. Krisenanalyse: Daten
  4. Krisenanalyse: Videostreaming und Internet-TV
  5. Fazit der Corona-Situation
Deutschland Internet Smartphone
In Deutschland gibt es durch die Corona-Krise eine erhöhte Netzauslastung bei Internet und Telefonie. Drohen Probleme?
© vegefox.com - stock.adobe.com

Wenn Deutschland von der Netzqualität redet, werden die Anbieter oft gescholten und der Blick schweift neidvoll in die nahe Schweiz oder ins ferne Südkorea. Im Fokus steht dabei allerdings meist das Mobilfunknetz, dessen Ausbau seit Jahrzehnten von immer neuen Innovationen getrieben wird.

Doch mit der durch das grassierende Coronavirus verhängten Kontaktsperre rückt das Festnetz ins Zentrum des Interesses. Denn statt sich in Restaurants oder Kneipen zu treffen, ist auf einmal das Telefon das Mittel der Kommunikation mit Freunden und Verwandten. Statt in Fitness-Clubs, auf Spiel- und Sportplätzen oder bei Konzerten verbringt man die Freizeit in den eigenen vier Wänden, was Binge-Watching quasi von selbst zur Freizeitbeschäftigung Nummer 1 erhebt.

Statt Kollegen und Kunden in Meetingräumen oder auf Dienstreisen zu begegnen, stehen Video-Calls und Chats über Skype, Zoom und Microsoft Teams auf dem Dienstplan. Und statt Daten im eigenen Intranet von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz zu übertragen, werden sie jetzt über bandbreitenintensive VPN-Tunnel von einem Home-Offce über die Firmenzentrale ins nächste gesendet. Der so entstehende Traffic-Anstieg ist ein Worst-case-Szenario, auf das die Netze nicht vorbereitet sein konnten.

Messungen aus 52 Städten in Deutschland

Inwieweit sie dieser Herausforderung trotzdem gewachsen sind, hat connect durch seinen lange bewährten Festnetztestpartner zafaco GmbH prüfen lassen. Dabei wurden 110 für die Netzqualität entscheidende Netzparameter vom 1. bis zum 30. März untersucht, um zu sehen, wie sich die seit 13. März verhängten Kontaktbeschränkungen auf die genutzten Dienste auswirken.

Coronavirus Zafaco
Messstellen zur Erfassung der Highspeed-Festnetz-Qualität der verschiedenen Anbieter hat die Firma zafaco über ganz Deutschland verteilt.
© zafaco / connect

Zur Analyse setzt zafaco über 52 Städte verteilte Messstellen ein, die die unterschiedlichen Leistungsklassen der Anschlüsse aller führenden Festnetz- und Breitbandanbieter berücksichtigen. Mit einer Stunde Wartungsfenster pro Tag werden 23 Stunden an 7 Tagen pro Woche und 365 Tage im Jahr die Qualitätskennwerte erfasst, aus denen sich ein extrem detailliertes Bild der Leistungsfähigkeit der Netzanbieter ergibt.

Weiterlesen: Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Telefonie in Deutschland? Das betrachten wir auf der nächsten Seite.

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