Erklärung und FAQ

Corona-Warn-App: So funktioniert die deutsche Tracing-App

Die Corona-Warn-App, die offizielle COVID-19-App für Deutschland, soll in Kürze starten. Was Sie zur App für Android und iPhone wissen müssen. +++ Update: Aktueller Stand +++

© connect

Die offizielle Corona-Warn-App begrüßt neue Nutzer mit einer kurzen Erklärung der Funktionsweise.

Mit der Corona-Warn-App haben die Deutsche Telekom und SAP gemeinsam die offizielle deutsche Corona-App entwickelt. Mit ihr sollen Millionen Nutzer von Android-Smartphones und iPhones in Deutschland dabei helfen, Infektionsketten von COVID-19 frühzeitig zu erkennen, zu verfolgen und zu stoppen. Wie das in der Praxis funktioniert und was Sie sonst zur Corona-Warn-App wissen müssen, erklärt unsere FAQ.

Corona-Warn-App für Deutschland: Was ist der aktuelle Stand?

Die Corona-Warn-App für Deutschland ist nun offiziell verfügbar. Wir empfehlen für den Download die offiziellen App-Stores zu nutzen:

Umfangreiche Informationen zur App bietet die Bundesregierung auf einer aktuellen Themenseite zur Corona-Warn-Appp sowie unter coronawarn.app.

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Anleitung und Screenshots

Die offizielle Corona-Warn-App ist da. Android- und iOS-Nutzer können mit einem Download ihren Beitrag zur Eindämmung leisten. Die Download-Links für…

Hinweis: Welche Corona-App dient wofür? Mit unserer Übersicht zu Corona-Apps von Charité bis RKI vermeiden Sie Verwechslungen.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Das Ziel der Corona-Warn-App ist es, dass Smartphone-Nutzer über Kontakte mit COVID-19-infizierten App-Nutzern informiert werden. So können sie frühzeitig in Quarantäne gehen und Infektionsketten unterbrechen. Im Detail setzt die App das wie folgt um:

1. Kostenlose und freiwillige Installation der Corona-Warn-App

Sobald die Corona-Warn-App fertig ist, wird sie kostenlos im Google Play Store und Apple App Store für Android-Smartphones und iPhones angeboten. Der Download ist freiwillig. Eine Pflicht oder gar eine Zwangsinstallation ist in Deutschland nicht vorgesehen.

Der Nutzer muss anschließend den Datenschutz-Bedingungen zustimmen und der App Berechtigungen für Blutooth-Nutzung und Benachrichtigungen erteilen. Die Hauptarbeit übernimmt nun aber erst einmal das jeweilige Betriebssystem.

© Deutsche Telekom / SAP / Montage: connect

"Gemeinsam Corona bekämpfen": Mit diesem Willkommens-Bildschirm begrüßt die Corona-Warn-App alle Nutzer und klärt über die App auf.

Gut zu wissen: Die Bedienoberfläche der Corona-Warn-App ist zum Start auf Deutsch und Englisch verfügbar. Weitere Sprachen wie Türkisch sollen folgen. Auch Funktionen zur Barrierefreiheit wie Vorlese- oder Zoomfunktionen sollen integriert werden.

2. Kontaktverfolgung über neue Android- und iOS-API

Zur Kontaktverfolgung greift die Corona-Warn-App auf das Exposure Notification Framework zurück, welches Google und Apple gemeinsam als Contact-Tracing-API für Android und iOS entwickelt haben. Hierbei wird über Bluetooth Low Energy pseudonymisiert aufgezeichnet, welche anderen Smartphones sich über einen längeren Zeitraum in Nähe des Nutzer-Smartphones befunden haben.

Vereinfacht dargestellt, generiert das Smartphone hierfür alle 10-20 Minuten eine ID, um eine Wiedererkennbarkeit durch Dritte zu verhindern. Diese Minuten-IDs werden an andere Smartphones kommuniziert, die via Bluetooth Low Energy in der Nähe identifiziert werden. Jedes Smartphone speichert nun in einer Liste lokal für jeweils 14 Tage, welche anderen Smartphones auf diese Weise erkannt wurden.

© Google/Apple

Das Smartphone speichert dank Bluetooth-Tracking, welche anderen Smartphones sich in der Nähe befunden haben. Im Fall einer Covid-19-Infektion können diese dann gewarnt werden.

3. Nutzer wird über Kontakt benachrichtigt

Umgekehrt laden alle Smartphones mit aktivierter Contact-Tracing-API in regelmäßigen Abständen vom Server eine Liste aller in der Region positiv auf COVID-19 getesteten IDs herunter. Befindet sich unter diesen eine ID, die das Smartphone in seiner 14-Tage-Liste aufführt, wird der Nutzer via Benachrichtigung gewarnt und erhält Verhaltensempfehlungen.

Wichtig: Die gewarnten Nutzer erfahren hierbei nicht, wann, wo und mit wem dieser Kontakt stattfand. Auch hier wird die Identität aller Beteiligten also soweit möglich geschützt.

© Deutsche Telekom / SAP / Montage: connect

Der Homescreen der Corona-Warn-App (Android links, iOS rechts): Hier wird der aktuelle Risiko-Status angezeigt und die Möglichkeit zur Eingabe von Corona-Testergebnissen geboten.

4. Corona-Test und verifizierte Meldung

Lässt sich der gewarnte Nutzer anschließend auf COVID-19 testen, so kann die Corona-Warn-App auch das Testergebnis vom Labor anzeigen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Labor den elektrischen Übermittlungsprozess über einen gescannten QR-Code unterstützt.

Fällt der COVID-19-Test positiv aus, wird der Nutzer gebeten, dies dem Server über die Corona-Warn-App zu melden und die Liste mit den gesammelten Kontakt-IDs der vergangenen Tage hochzuladen. Dabei muss der Nutzer eine vom berechtigten Mitarbeitern des Gesundheitswesens generierte TAN eingeben, die das positive Testergebnis verifiziert. Auf diese Weise soll Missbrauch durch Falschmeldungen verhindert werden.

Ist die Meldung erfolgreich, wird die ID des Smartphones zur Serverliste der positiv getesteten IDs hinzugefügt. Diese wird wir in Schritt 3 beschrieben von allen anderen Smartphones mit der jeweiligen 14-Tage-Liste abgeglichen und so ermittelte Kontaktpersonen gegebenenfalls gewarnt.

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Galerie
Screenshots

Die offizielle Corona-App für Deutschland steht in den Startlöchern. Diese Screenshots zeigen bereits die neue Corona-Warn-App für Android und iOS.

Wann kommt die Corona-App für Deutschland?

Die Corona-Warn-App für Deutschland wurde am 16. Juni 2020 offiziell veröffentlicht und kann aus dem Google Play Store und Apple App Store heruntergeladen werden (siehe unten). Durch Updates soll die App in Zukunft weiter verbessert werden.

Wo finde ich die Corona-Warn-App als Download?

Für Endnutzer wird die Corona-Warn-App seit dem offiziellen Release über die gängigen App-Marktplätze angeboten. Im Fall von Android-Smartphones ist das der Google Play Store, für iPhones der Apple App Store:

Technisch versierte Nutzer finden zudem den Programmcode zur Corona-Warn-App auf der Projektplattform Github.

Corona Warn App - Update-Podcast

Quelle: Deutsche Telekom
17:52 min

Ist die Corona-Warn-App Pflicht?

Die Behörden in Deutschland heben immer wieder hervor, dass sowohl die Installation und Nutzung der Corona-App freiwillig sind, wie auch die Meldung eines positiven Tests auf Covid-19 in der App. Ebenso liegt es anschließend bei allen Nutzern selbst, wie sie auf eine Warnung über einen Kontakt zu einer positiv getesteten Person reagieren.

Lesetipp: Falsche Corona-Apps - Vorsicht vor Malware

Die App kann jedoch nur einen positiven Effekt auf die Entwicklung der COVID-19-Pandemie in Deutschland haben, solange ausreichend Nutzer die Corona-Warn-App installieren und den Empfehlungen folgen.

Regierungssprecher Seibert zur Nutzung der Corona-Warn-App

Quelle: Bundesregierung
1:31 min

Welche Kritik gibt es an der Corona-Warn-App?

Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung gab es bereits Kritik von verschiedenen Seiten. Datenschützer warnten zu Beginn vor allem vor dem zentralistischen Ansatz und nicht vollständig anonymisierten Nutzerdaten. Der Chaos Computer Club hatte dazu in einem Artikel "10 Prüfsteine für die Beurteilung von Contact-Tracing-Apps" formuliert und später in einem offenen Brief mit anderen netzpolitischen Organisationen die Forderung nach einer dezentralen Lösung bekräftigt.

Hier lenkte die Regierung ein und schwenkte auf den aktuellen dezentralen Open-Source-Ansatz um​. Die Transparenz beim Datenschutz und die Offenlegung des Programmcodes soll eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gewährleisten.

Kritik gab es auch von anderen Seiten. Bei Netzpolitik wies etwa Dr. Stefan Brink, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg, auf die Schwierigkeiten der Bluetooth-Technologie hin und stellte die ausreichende gesellschaftliche Unterstützung dieser auf Freiwilligkeit basierenden Lösung in Frage.

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