Fiat 500 Hybrid im Test
Der charmante Lifestyle-Italiener mit Mildhybrid hat ein größeres Facelift hinter sich. Zieht er Ausstattung und Fahrgefühl nun mit dem vollelektrischen Schwestermodell gleich?
Beim sympathischen Lifestyle-Italiener gab es bislang eine Zweiklassen-Gesellschaft: Der vollelektrische Fiat 500 war quasi eine neuen Fahrzeuggeneration. Auch wenn das an ein Gesicht erinnernde Front-Design und die freundlichen Proportionen blieben, hatten die Außenabmessungen gegenüber dem Verbr...
Beim sympathischen Lifestyle-Italiener gab es bislang eine Zweiklassen-Gesellschaft: Der vollelektrische Fiat 500 war quasi eine neuen Fahrzeuggeneration. Auch wenn das an ein Gesicht erinnernde Front-Design und die freundlichen Proportionen blieben, hatten die Außenabmessungen gegenüber dem Verbrenner- bzw. Hybrid-Vorgänger etwas zugelegt – auf nun 3,63 Meter Länge, 1,90 Meter Breite (von Außenspiegel zu Außenspiegel) und 1,53 Meter Höhe.
Das Interieur bestimmt ein frei stehender 10,25-Zoll-Touchscreen mit 26 cm Diagonale, unter dem bei entsprechender Paketbuchung ein induktives Ladepad fürs Smartphone montiert ist. Auch in puncto Assistenz- und Komfortsysteme bot der Fiat 500 Elektro bis vor kurzem deutlich mehr als die Version mit Verbrennungsmotor.
Testfahrt im Fiat 500 Hybrid
Hybrid-Modell mit massivem Facelift
Warum wir das alles erzählen, wenn es hier doch um den neuen Fiat 500 Hybrid geht? Weil dessen Ende 2025 vorgestelltes Facelift nun genau darauf abstellt, diese Unterschiede weitestgehend abzuschmelzen. Dazu zieht die Dreizylinder-Mildhybrid-Version optisch und ausstattungstechnisch fast vollständig mit der moderneren Elektro-Variante gleich.
Preislich geht es je nach Ausstattungsvariante bei 19.900 Euro los. Die mit wirklich allen verfügbaren Optionen von Keyless Entry über Spurhalte- und Bremsassistent bis Rückfahrkamera vollgepackte Modellversion „La Prima“ schlägt sogar mit 24.900 Euro zu Buche. Einen je nach gewähltem Ausstattungsumfang mittleren oder auch größeren Lifestyle-Preisaufschlag müssen 500er-Fans also schon einkalkulieren. Schade nur, dass es den beim Elektro-Modell angebotenen, für einen Kleinwagen durchaus bemerkenswerten Abstands-Tempomaten „Adaptive Cruise Control“ bei der Verbrennerversion nicht gibt.
Dafür offeriert Fiat neben der klassischen Variante mit Heckklappe auch wieder beziehungsweise nach wie vor ein Cabrio – mit elektrischem Verdeck und dafür nochmal 3000 Euro Preisaufschlag.
Erfreulich für lebensfrohe Fiat-Fans: Bei der Farbauswahl trauen sich die Italiener wieder etwas mehr. Beschränkten sich die benzin- oder elektrogetriebenen Vorgänger auf eher massentaugliche Schwarz-, Weiß- und Grau-Lackierungen sowie die diskutable Extravaganz-Option „Rosé Gold“, finden sich jetzt auch wieder ein knalliges Gelb („Sun of Italy“), „Passione Rot“ oder das eigentlich mehr ins Blaue tendierende „Ozean Grün“ im Konfigurator.
Mildhybrid in der Praxis
Der Verbrennungsmotor mit 0,999 Liter Hubraum bietet 48 kW beziehungsweise 65 PS Leistung und wird durch den als Riemen-Starter-Generator ausgeführte Mildhybrid beim Anfahren oder Gasgeben unterstützt. Das Konzept „Mildhybrid“ bedeutet dabei auch, dass sich die unter dem Fahrersitz montierte Lithium-Ionen-Batterie während der Fahrt per Rekuperation selbst wieder auflädt.
92 Newtonmeter Drehmoment und 16,2 Sekunden von Null auf hundert stehen nicht gerade für sportliche Ambitionen. Dennoch attestierten wir auf unserer kurzen Testrunde dem kleinen, frontgetriebenen Flitzer ein durchaus knackiges Fahrgefühl. Auch das Fahrwerk passt zum Gesamtpaket und präsentiert sich in der neutralen Zone zwischen sportlich und ausgeprägt komfortabel.
Da die Motorisierung sich gegenüber dem 2024 eingestellten Vorgänger nicht grundsätzlich geändert hat, dürfen seine Fahrer weiterhin Verbrauchswerte um 4,8 bis 5,2 Liter/100 km bei entspannter Autobahnfahrt erwarten. Und selbst wenn man den Kleinen ordentlich tritt, steigt der Durchschnittsverbrauch kaum über 6,8 Liter auf 100 km – und damit einhergehend die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn, die über eine eher ausgedehnte Beschleunigungsphase irgendwann 155 km/h erreicht.
Fazit
Die beste bella figura macht der Fiat 500 Hybrid aber als Stadtauto. Gerade bei niedrigeren Drehzahlen bringt die Mildhybrid-Unterstützung einen spürbaren Vorteil. Und in puncto Charme und Sympathie macht dem hybriden Italiener ohnehin kaum jemand etwas vor.
Details: Fiat 500 Hybrid
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hersteller | Fiat |
| Modell | 500 Hybrid |
| Infos | https://www.fiat.de/modelle/fiat-500-hybrid |
| Grundpreis (Euro) | 17.990 Euro |
| Leistung kW (PS) | 48 kW (65 PS) |
| Drehmoment (Nm) | 92 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit (km/h) | 155 km/h |
| Antrieb | Mild-Hybrid, Vorderradantrieb |
| Beschleunigung 0-100 km/h (s) | 16,2 s |
| Verbrauch | 5,2 l / 100 km/h |
| Batteriekapazität (kWh) | 0,1 kWh |
| Reichweite WLTP (km) | 664 km |


