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Mildhybrides Junior-SUV mit Teilzeit-Allrad

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test

Der Junior Ibrida Q4 ist ein mildhybrides Kompakt-SUV mit elektronisch geregeltem, variablem Allradantrieb. Wir haben ihn probegefahren.

Autoren: Dirk Waasen und Hannes Rügheimer • 27.3.2026 • ca. 3:25 Min

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Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test
Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test: mildhybrides Junior-SUV mit Teilzeit-Allrad
© connect / Dirk Waasen, Hannes Rügheimer
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Die Basis teilt sich der Q4 mit dem bekannten Junior Ibrida: Ein 1,2‑Liter‑Turbobenziner leistet 100 kW/136 PS und wird von einem 48‑Volt‑E‑Motor mit 21 kW/29 PS unterstützt, der ins Sechsgang‑Doppelkupplungsgetriebe an der Vorderachse integriert ist. Für die Allradversion setzt Alfa R...

Die Basis teilt sich der Q4 mit dem bekannten Junior Ibrida: Ein 1,2‑Liter‑Turbobenziner leistet 100 kW/136 PS und wird von einem 48‑Volt‑E‑Motor mit 21 kW/29 PS unterstützt, der ins Sechsgang‑Doppelkupplungsgetriebe an der Vorderachse integriert ist. Für die Allradversion setzt Alfa Romeo einen zweiten Elektromotor an die Hinterachse, ebenfalls 21 kW/29 PS stark, der die Hinterräder bis maximal 90 km/h bei Bedarf mit antreibt.​ Eine mechanische Verbindung zwischen Vorder‑ und Hinterachse gibt es allerdings nicht, technisch handelt es sich also um einen elektronisch geregelten variablen Allradantrieb.

Testfahrt im Alfa Romeo Junior Ibrida

Quelle: connect
Wir konnten den Alfa Romeo Junior Ibrida im Rahmen einer Probefahrt kennenlernen. Das ist unser Ersteindruck.

Die elektrische Antriebsenergie liefert ein kleines 48‑Volt‑Akkupaket mit nur 0,42 kWh Kapazität, das per Rekuperation und bei Bedarf über eine „Power Looping“ genannte Funktion nachgeladen wird: Ist der Speicher leer, arbeitet der vordere E‑Motor als Generator und produziert Strom für die Hinterachse und den Stromspeicher.​

Die Systemleistung liegt bei 107 kW/145 PS, 0 auf 100 km/h erledigt der Junior Ibrida Q4 in 9,1 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h. Der Normverbrauch steigt gegenüber dem frontgetriebenen Junior Ibrida von 4,8 auf etwa 5,4 Liter je 100 Kilometer

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test: Dashboard
Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test: Dashboard
© connect / Dirk Waasen, Hannes Rügheimer

Vier unterschiedliche Charaktere per Fahrprogramm

Wie sich der Junior Ibrida Q4 im Alltag verhält, regeln vier Fahrprogramme, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen:

„Q4“ ist das Programm für maximale Traktion, etwa auf Schnee, nasser Wiese oder losem Untergrund. Bis 30 km/h werden alle vier Räder permanent angetrieben, darüber bis 90 km/h schaltet die Hinterachse nur bei Schlupf an der Vorderachse zu.​

Bei „Dynamic“ nutzt der Junior den hinteren der beiden E-Antriebe bis 40 km/h voll zum „Boosten“, also für zusätzlichen Schub beim starken Beschleunigen, etwa aus engen Serpentinen.

„Natural“ ist der Alltagsmodus: bis 90 km/h wird die Hinterachse immer dann zugeschaltet, wenn zusätzliche Traktion benötigt wird – ein Prinzip, das vielen konventionellen Allradsystemen ähnelt.​

„Advanced Efficiency“ ist wie der Name schon sagt ein Effizienzprogramm. Es setzt auf niedrige Drehzahlen und Eco‑Beschleunigung. Allrad gibt es guer wie im Natural‑Modus nur bei Bedarf.​

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test: Innenraum Fahrerseite
Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test: Innenraum Fahrerseite
© connect / Dirk Waasen, Hannes Rügheimer

Auf unserer Testrunde zeigte sich: Bei niedrigen Geschwindigkeiten muss sich der Q4 hinter klassischen Allradlern nicht verstecken. Akustisch gibt sich der Junior Ibrida Q4 zurückhaltend: Bei Autobahntempo dominieren Abroll- und Windgeräusche, der 1,2‑Liter‑Turbo klingt bei Leistungsabruf eher sportlich‑sonor als angestrengt und erspart dem Fahrer die etwas dröhnige Dreizylinder‑Tonkulisse mancher Wettbewerber. Im Normalbetrieb wirkt das kleine SUV angenehm leise und entspannt, womit sich der Allrad‑Junior trotz seiner technischen Besonderheiten klar als alltagstauglicher Begleiter positioniert.​

Ordentliche Serienausstattung

Serienmäßig bringt der Q4 bereits eine ordentliche Ausstattung mit: 18‑Zoll‑Räder, Matrix‑LED‑Scheinwerfer, ein 10,25‑Zoll‑Infotainmentsystem mit Navigation, ein Sechs‑Lautsprecher‑Soundsystem sowie eine elektrisch betätigte Heckklappe gehören zum Grundpaket. Damit ist der Einstiegspreis von 37.000 Euro zwar kein Schnäppchen, aber angesichts Antriebskonzept und Ausstattung für einen kompakten SUV‑Umfelds schon noch okay.​

Die Eckdaten unterstreichen das „Junior“-Thema: 4,17 Meter Länge, 1,78 Meter Breite (1,98 Meter mit Außenspiegeln), 1,54 Meter Höhe und 2,56 Meter Radstand. Das Kofferraumvolumen liegt beim Q4 bei 340 bis 1.205 Litern – und damit spürbar unter dem frontgetriebenen Junior, der 75 Liter mehr Stauraum bietet.​

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test: Kofferraum
Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test: Kofferraum
© connect / Dirk Waasen, Hannes Rügheimer

Der zweite E‑Motor und seine Peripherie sorgen allerdings auch für einen Aufschlag beim Verbrauch: Das Leergewicht steigt im Vergleich zum Fronttriebler um 195 Kilogramm auf rund 1,5 Tonnen, was einer Zunahme von etwa 15 Prozent entspricht. Parallel schrumpft der Kofferraum wie erwähnt von 415 auf 340 Liter.​ Und statt 4,8 Litern im Normzyklus benötigt der Junior Ibrida Q4 5,4 Liter Super auf 100 Kilometer, also rund 12,5 Prozent mehr. Wer den Allradvorteil selten wirklich nutzt, fährt mit der reinen Frontantriebs‑Variante daher objektiv sparsamer und mit mehr Laderaum durch den Alltag.​

Mit dem Junior Ibrida Q4 zeigt Alfa Romeo recht eindrucksvoll, wie viel man aus einem 48‑Volt‑System herausholen kann: elektrischer Allradantrieb, spürbar mehr Traktion und ein dynamischerer Charakter, ohne die technische Komplexität eines „echten“ Plug‑in‑Hybriden. Im Gegenzug fordert das Konzept seinen Tribut in Form von deutlich mehr Gewicht, reduziertem Kofferraum und einem klar messbaren Mehrverbrauch.

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Fazit

Wer öfter auf rutschigen Straßen, Feldwegen oder im Mittelgebirge unterwegs ist oder Allrad als Sicherheits‑ und Traktionsplus schätzt, bekommt mit dem Junior Ibrida Q4 ein gut ausgestattetes kleines SUV. Wer dagegen vor allem in der Stadt, auf der Landstraße und auf der Autobahn fährt, sollte nüchtern abwägen, ob der Mehrpreis und die Allrad‑Nachteile gegenüber dem frontgetriebenen Junior Ibrida zum eigenen Fahrprofil passen.​

Details: Alfa Romeo Junior Ibrida Q4

Merkmal Wert
HerstellerAlfa Romeo
ModellJunior Ibrida Q4
Infoshttps://www.alfaromeo.de/modelle/junior-ibrida
Grundpreis (Euro)37.000 Euro
Leistung kW (PS)107 kW (145 PS)
Drehmoment (Nm)230 Nm
Höchstgeschwindigkeit (km/h)200 km/h
AntriebMild-Hybrid, Allrad elektronisch
Beschleunigung 0-100 km/h (s)9,1 s
Verbrauch5,4 l / 100 km/h
Batteriekapazität (kWh)0,42 kWh
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