Smartphone

Honor 20 im Test

Mit dem Honor 20 gehen die Chinesen mit ansprechendem Look, viel Leistung und guter Kameraausstattung auf Kundenfang. Beim Preis von 499 Euro muss man aber auch ein paar Abstriche hinnehmen. Lesen Sie unser Test hierzu.

Honor 20 im Test

© Honor

Das Honor 20 - Bieten die Chinesen das optimale Gesamtpaket für 499€?

EUR 389,99

Pro

  • ansprechendes Design und größtenteils sehr gute Haptik
  • Top-Chipsatz bietet viel Leistung
  • mit 9,5 Stunden gute Ausdauer
  • gute Akustik beim Telefonieren
  • üppige Kameraausstattung mit Ultra-Weitwinkel und Makrolinse
  • großflächiges Display mit integrierter Selfie-Kamera
  • Preis-Leistung überragend

Contra

  • kein zertifizierter Schutz vor Staub und Wasser
  • Display nicht blickstabil
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Kopfhörerbuchse fehlt
  • Platzierung des Kameramoduls

Fazit

connect-Testurteil: gut (411 von 500 Punkten)
82,2%

Honor hatte seine beiden Top-Geräte Honor 20 und 20 Pro bereits im Mai vorgestellt. Leider kurz nach Inkrafttreten der US-Sanktionen gegen Huawei, wodurch Honor als Tochtermarke ebenfalls die Folgen des Handelsstreites zu spüren bekam. 

Infolgedessen hatten die Chinesen den Marktstart beider Phones erst einmal verschoben. Nun scheint sich die Situation etwas zu entspannen, nachdem sich die Präsidenten beider Länder auf dem G20-Gipfel zu einem Gespräch getroffen hatten.

Ab sofort ist das Honor 20 jedenfalls für 499 Euro erhältlich. Abstriche im Vergleich zur teureren Pro-Version (600 Euro) muss man bei der etwas schwächeren Kamera- und Speicherausstattung machen. Ansonsten fallen die Unterschiede allenfalls äußerlich beim Design auf. 

Aber auch das Honor 20 kann hier punkten, wobei die Glasrückseite des Phones gerade in der Farbe Sapphire Blue sehr ansehnlich ist. Damit sich diese optimal entfalten kann, hat Honor den Fingerprintsensor in den Rahmen verfrachtet, wo er gleichzeitig auch als Powerknopf dient. 

Das Entsperren des Phones per Fingerabdruck funktioniert dabei wirklich rasant. Dennoch gibt der Sensor, oder vielmehr der Knopf, auch Anlass zur Kritik am ansonsten makellos verarbeiteten Gehäuse: Dieser ist nämlich nicht ganz bündig in den Rahmen integriert, wodurch eine feine, scharfe Kante entsteht. Das fasst sich nicht nur unschön an, dort sammelt sich auch Schmutz.

Honor 20 im Test - Screens

© Screenshot & Montage: connect

(links) Honor liefert eine Vielzahl vorinstallierter Apps mit, von denen sich einige nicht löschen lassen. (rechts) Beim Honor 20 lässt sich eine zweite Benutzeroberfläche einrichten und per Fingerprint sichern.

Vertraute Top-Hardware 

Nicht bündig abschließend ist auch das Kameramodul auf der Rückseite. Durch seine rechtsseitige Platzierung kippelt das Smartphone deshalb beim Bedienen auf dem Tisch. Wer das Gerät in der Hand nutzt, wird aber an seiner Haptik Gefallen finden. 

Gerade der weiche Übergang von der Rückseite zum Rahmen hat uns gut gefallen. Das Display, das die Finger bearbeiten, hat dabei eine Diagonale von 6,3 Zoll und löst mit 1080 x 2340 Pixeln auf.

Hier sticht besonders die fehlende Notch ins Auge. Honor platziert die Selfie-Kamera stattdessen direkt im LC-Panel. Eine Technik, die die Chinesen bereits beim View 20 angewendet hatten. Dadurch entsteht ein vollflächiges Format, da sich der Screen recht nah bis an die Ränder ausbreitet. 

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Seine Qualität ist dem Preis entsprechend, obwohl es sich bei Helligkeit und Tageslichtkontrast einem P30 Lite von Huawei geschlagen geben muss. Im Inneren gibt’s Technik vom Feinsten, denn mit dem Kirin 980 werkelt dort Huaweis aktueller High-End-Chipsatz, der von 6 GB RAM profitiert. 

So meistert das Honor 20 neben allen Alltagsaufgaben auch anspruchsvolle Spiele. Dank GPU Turbo 3.0 sollen gerade Letztere besonders flüssig laufen, denn durch das Feature werden die Reaktionszeiten des Touchscreens verbessert und der Stromverbrauch optimiert. 

Durch den modernen Chip bietet das Phone auch NFC, Bluetooth 5 und flottes ac-WLAN. Platz für Daten ist mit 115 GB reichlich vorhanden. Erweiterbar ist der Speicher aber nicht. Dafür verschwinden bei Bedarf zwei SIM-Karten im Gerät. 

Wie bei anderen Herstellern muss man nun auch bei Honors Top-Phones auf den Klinkeneingang verzichten. Wer dennoch einen kabelgebundenen Kopfhörer anschließen möchte, findet zumindest einen entsprechenden Adapter im Lieferumfang.

Das System bedient man gewohnt flüssig. Honor setzt hier auf die eigene Benutzeroberfläche Magic UI, die auf Huaweis EMUI basiert – Unterschiede machen sich dabei nur beim Design bemerkbar.

Honor 20 im Test - Kameras

© Honor / Montage: connect

Die Frontkamera löst mit 32 Megapixeln auf und ist im Display verbaut. Auf der Rückseite findet sich eine Quad-Kamera mit zwei verschiedenen Brennweiten.

Als störend empfinden wir die reichlich vorinstallierten Apps, unter die zum Beispiel neben einem herstellereigenen Browser auch Facebook, Booking.com und ein Installer für das Spiel Fortnite fallen, mit dem Honor schon länger eine Kooperation hat.

Ein praktisches Feature ist hingegen der „Privat Space“ genannte, separate Bereich, mit dem man eine passwortgeschützte zweite Oberfläche einrichten kann. Außerdem sichert man Apps auf Wunsch mit einer PIN oder gibt die Oberfläche des Phones im Desktop-Modus kabellos auf einem Monitor wie der. 

Bei der Update-Versorgung hat Honor seinen Kunden nach den US- Sanktionen übrigens ein Zukunftsversprechen gegeben. Demnach wird das Honor 20 mit Android 10 das nächste Systemupdate erhalten und auch Sicherheitspatches werden weiterhin wie gewohnt ausgespielt. Zum Testzeitpunkt Ende Juli war noch der April-Patch installiert.

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Quad-Kamera

Das Honor 20 wartet auf der Rückseite mit vier Linsen auf. Bei der Hauptkamera kommt dabei wie schon beim View 20 ein 48-Megapixel-Sensor von Sony zum Einsatz. Des Weiteren finden wir ein Ultra-Weitwinkel mit 16 Megapixeln und ein Makroobjektiv mit 2 Megapixeln Auflösung. 

Ein Tiefensensor komplettiert das Quartett und unterstützt bei der Unschärfeberechnung im Porträtmodus. Fotos knipst man derweil im Automatikmodus standardmäßig mit 12 Megapixeln. Mittels Quad Binning werden dabei vier Pixel zu einem zusammengefasst, was neben einer höheren Schärfe auch eine bessere Performance in dunklen Umgebungen ermöglichen soll. 

Und tatsächlich: Das Honor 20 erreicht bei 12 Megapixeln die beste Fotoqualität und schießt bei schlechten Lichtbedingungen sehr gute Bilder. Die hohe Auflösung des Sensors muss man also nicht zwingend ausreizen. Anwählen kann man sie über die Einstellungen trotzdem. 

Honor 20 im Test - Makro Aufnahme

© connect

Mit dem Makroobjektiv gelingen interessante Nahaufnahmen, wenn man den Fokuspunkt erwischt.

Wer dies tut, muss sich jedoch bei einer Bildgröße von rund 13 MB auf einen schnell schwindenden Speicher einstellen. Außerdem kann man nur im 12-Megapixel-Modus einen digitalen Zoom und das Ultra-Weitwinkel über einen Shortcut anwählen – das ist etwas unpraktisch. 

Qualitativ schlägt sich das Ultra-Weitwinkel ganz gut, auch wenn Details etwas auswaschen. Gerade für Stadtpanoramen eignet es sich perfekt und kam bei uns häufig zum Einsatz. Für die Makrolinse können wir das zwar nicht sagen, aber sie ist eine nette Spielerei, wenn man den Fokuspunkt bei vier Zentimetern Abstand trifft. 

Einen größeren Mehrwert schaffen da auch die sagenhaften 32 Megapixel der Selfie-Knipse. Wir konnten ein deutliches Plus an Schärfe im Vergleich zum View 20 erkennen. Der Nachtmodus hat sich nicht groß verbessert und kann nicht mit dem eines Oneplus 7 Pro mithalten.

Testsiegel connect gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

Guter Abschluss im Labor 

Aus dem Labor gibt es derweil Positives zu berichten: Im connect- Laufzeittest versorgte der 3750-mAh-Akku das Honor 20 gute 9,5 Stunden mit Strom. Einen Tag sollte sich das Phone damit locker nutzen lassen. Mit dem 22,5-Watt-Netzteil tankt man zudem schnell wieder nach.

Die Akustik beim Telefonieren und die Funkeigenschaften bei LTE und UMTS sind ebenfalls im grünen Bereich. Leichte Schwächen zeigt das Honor 20 nur bei Gesprächen im D-Netz. 

Das Gesamtpaket ist den Chinesen wieder einmal gelungen und beinhaltet neben viel Leistung und schickem Design eine der Zeit entsprechende gute Kameraausstattung. Mit 499 Euro ist die Preis-Leistung damit überragend, auch wenn Honor bei seinen Top-Phones schon mal etwas günstiger war.​

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