Testbericht

Fazit

Bedienung: Das iPhone grüßt

Wie es sich für einen waschechten 5-Zöller gehört, ist eine bequeme Einhandbedienung mit dem Huawei Ascend P7 unmöglich, weil der Daumen nicht jede Ecke des Displays erreicht. Aber trotzdem macht der Umgang mehr Spaß als mit anderen Smartphones dieser Größenordnung, was vor allem an Huaweis Android-Oberfläche Emotion UI (Version 2.3) liegt, die in Aufbau und Design an Apples iOS erinnert. Das Android-typische Hauptmenü ("App Drawer") fällt weg, stattdessen liegen alle Apps direkt auf dem Startbildschirm, wo sie sich beliebig verschieben und in Ordnern organisieren lassen.

Für Android-Nutzer ist die Bedienung des Huawei Ascend P7 anfangs fremd, aber man gewöhnt sich schnell daran. Es gibt zahlreiche Personalisierungs-Optionen, die sehr einfach über die App "Designs" zugänglich sind. Hier kann man wie in einem Kleiderschrank zwischen unterschiedlichen Stilvorlagen für Icons, Schriftarten, Hintergrundbilder und Farben wählen. Neun dieser Vorlagen sind vorinstalliert, weitere 20 lassen sich online herunterladen - da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Huawei gibt dem Nutzer auch viele Möglichkeiten an die Hand, das Android-System zu kontrollieren und zu verwalten: Im "Telefonmanager" kann er zum Beispiel genau festlegen, welche Apps im Hintergrund laufen oder Verbindung mit dem Internet aufnehmen dürfen. Obendrauf packt der Hersteller noch ein großes Paket Zusatzsoftware, ab Werk sind ein Dateimanager, Backup- und Videoschnitt-Tools und eine Office-Vollversion installiert.

© Huawei

P7: Schick verpackt, aber noch nicht richtig eigenständig.

Labormessungen: Solide Testergebnisse

Im Labor liefert das Huawei Ascend P7 eine solide Leistung ab, ohne zu glänzen. Die gemessenen Funk- und Akustikwerte bewegen sich in der Regel im gehobenen Mittelfeld, nur der Ausdauertest offenbart eine Schwäche.

Während die Gesprächszeit in allen Netzen überragend ist, hält das Huawei Ascend P7 im für den connect-Test typischen Norm-Arbeitszyklus nur 6:54 Stunden durch - das ist immer noch ein guter Wert, aber das Xperia Z2 kommt auf 9:55 Stunden, auch ein Galaxy S5 und ein HTC One M8 bewegen sich um die 9-Stunden-Marke. Der genaue Blick in die Messwerte zeigt, dass der Akku weniger von der Mobilfunkantenne beansprucht wird, sondern primär vom System, wenn es unter Last arbeitet.

Fazit: Der Charakter fehlt noch

Mit dem Ascend P6 hat Huawei bereits vor einem Jahr ein Ausrufezeichen gesetzt: Dessen millimetergenau gefertigtes Metallgehäuse demonstrierte eindrucksvoll, dass der chinesische Megakonzern mehr kann als nur Dual-SIM- und Einsteiger-Smartphones.

Mit dem Ascend P7 beweist Huawei dem allerletzten Kritiker, dass sie Oberklasse-Phones bauen und mit der passenden Software ausstatten können. Auch wenn der Prozessor nicht zur Topliga gehört, schiebt sich das Smartphone mit wertigem Design, intuitiver Benutzeroberfläche und solidem Auftritt im Labor noch knapp vor das HTC One M8 in unserer Bestenliste. Und das zu einer Preisempfehlung von 419 Euro, die HTC, Samsung oder Sony deutlich unterbietet.

Was den Chinesen jetzt noch fehlt, ist mehr Mut zur Eigenständigkeit. Nur wenn sich Huawei von seinem Design-Vorbild Apple löst, wird es gelingen, eine Marke aufzubauen, die die starken technischen Fähigkeiten des Unternehmens adäquat widerspiegelt.

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