Smartphone

Oneplus 3 im Test

Der selbsternannte Flagship-Killer Oneplus bläst zum dritten Sturm auf die Großen der Smartphone-Branche. Kann das Oneplus 3 im Test überzeugen?

Inhalt
  1. Oneplus 3 im Test
  2. Oneplus 3: Oxygen OS und Kamera
Oneplus 3

© Oneplus

Oneplus 3

EUR 483,78

Pro

  • topaktuelle Hardware
  • Metallgehäuse
  • Finger-Scanner
  • OS mit hoher Anpassungsfähigkeit
  • 16-MP-Kamera mit cleveren Extras
  • 6 GB Arbeitsspeicher
  • Taste zur Deaktivierung von Benachrichtigungen
  • sehr gute Ausdauer
  • Schnelllade-Technologie
  • günstiger Preis

Contra

  • Speicher nicht erweiterbar
  • nur USB 2.0 trotz Typ-C-Anschlussart

Fazit

connect Testurteil: gut (421 von 500 Punkten)
84,2%

Der Erstling von Oneplus eroberte die Herzen einer anspruchsvollen Fangemeinde im Sturm: Das LTE-Phone Oneplus One (Test) besaß mit dem Snapdragon 801 den gleichen leistungsstarken Qualcomm-Chip wie das im selben Frühjahr vorgestellte Galaxy S5 (Test) - und dazu 3 Gigabyte RAM. 13 Megapixel, Dual-LED und 4K-Videos waren 2014 noch teuren Top-Smartphones vorbehalten; im Oneplus One zahlte man dafür gerademal 269 oder 299 Euro je nach Speicher - gut muss eben nicht immer auch teuer sein, so die Erkenntnis.

Auch die ungewöhnlich angeraute Rückseite gefiel, das technisch schwächere Oneplus X glänzte später mit Glas und Keramik. Obwohl das Oneplus 2 anno 2015 die Erwartungen an den nächsten "Flagship-Killer" nicht erfüllte, scheint der Beiname - auch durch die Selbstdarstellung - mittlerweise fest mit der Marke verbunden zu sein. Wie schlägt sich nun also das Oneplus 3 gegen die Hochkaräter von Samsung, Apple, Sony, HTC und Huawei?

Leistung, Material und Gewicht

Beim Design geht Oneplus auf Nummer sicher: Anstelle der außergewöhnlichen Materialien seiner alles in allem noch jungen Vergangenheit besteht das Gehäuse des Oneplus 3 aus einem Stück eloxierten Aluminiums - so wie nahezu alle aktuellen Topmodelle der führenden Hersteller. Damit geht natürlich etwas von der bisherigen Individualität verloren: Das Oneplus 3 hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem HTC 10 - sieht aber dafür auch genauso gut aus.

Im Gewichts- und Größenvergleich zu Smartphones mit 5,5-Zoll-Diagonale landet das Oneplus 3 mit 161 Gramm zwischen dem 31 Gramm schwereren iPhone 6s Plus und Samsungs fünf Gramm leichteren Galaxy S7 Edge, und bleibt mit 152 x 74 x 8 Millimetern auch äußerlich näher beim zierlicheren Samsung (151 x 73 x 8, iPhone: 158 x 78 x 7).

Oneplus 3 Screenshots

© Screenshot WEKA / Connect

Links: „Shelf“ heißt ein optionaler zusätzlicher Homescreen mit Schnellzugriff auf die letzten Apps und Kontakte. Rechts: Gerade Nicht-Profis erlangen mit Hilfe der manuellen Einstellungen ein Gefühl für Blende und Verschlusszeit.

Bei der Leistung lässt Oneplus nichts anbrennen und vertraut mit einem Snapdragon 820 erneut auf den aktuell besten Chip von Qualcomm - wie auch das HTC 10 und LGs G5. Keiner der beiden Kontrahenten und auch sonst kein aktuelles Top-Smartphone kann in der Standardversion allerdings gleichzeitig 6 Gigabyte RAM für parallele Apps und große Spiele vorweisen.

Sehr guter Empfang im LTE-Netz

Im connect-Labor bewegt sich die Sende- und Empfangsqualität des Oneplus 3 im LTE-Netz auf dem sehr guten Niveau der anderen Topmodelle. Spitzenreiter ist hier übrigens das G5. Im UMTS-Netz zieht Oneplus lediglich am HTC 10 vorbei und fällt hinter Apple, LG, Samsung und das Huawei P9 zurück.

Zwei SIM-Karten sind eigentlich eher ein Thema der Mittelklasse, wo LTE dann mitunter aber nur in einem der beiden Schächte unterstützt wird. Das Oneplus 3 macht diesen Unterschied nicht, verlangt aber eine feste Datenzuweisung im Einstellungsmenü. Gespräche und Kurznachrichten können flexibel gehandhabt werden; was fehlt, ist die Möglichkeit, einzelne Kontakte fest zuzuordnen, um private und berufliche Nachrichten und Gespräche gezielt zu trennen.

Von Vorteil wäre außerdem, wenn einer der beiden Schächte - vielleicht sogar optional - eine Micro-SD aufnehmen könnte, was aber nicht der Fall ist. So ist der freie Datenspeicher limitiert, beim Testgerät immerhin auf 52 Gigabyte. Den Vorteil des schnellen UFS-Speichers kann man über den augenscheinlich fortschrittlichen USB-Typ-C Anschluss aber nicht auskosten: Anschlussart und Übertragungsstandard sind bei USB bekanntlich zweierlei, und Letzterer basiert beim Oneplus 3 auf USB 2.0 mit maximal 480 Mbit/s und nicht auf USB 3.1 mit etwa dem 20-Fachen.

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