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Technics SL-1500C im Test

Gerade mal 1000 Euro ruft Technics für den SL-1500C auf. Dafür bekommt man einen massiven 10-kg-Plattenspieler mit Direktantrieb und eingebautem MM-Tonabnehmer. Klingt nach einem guten Deal. Lesen Sie unseren Test.

Technics SL-1500C im Test

© Technics

Der Technics SL-1500C ist DER Plattenspieler für alle, die zwar die Technik, nicht aber die Optik der DJ-Dreher mögen.

Pro

  • makellose Messwerte
  • stabiles Gehäuse
  • überzeugender Klang

Contra

Fazit

Stereoplay Gesamturteil: 72 Punkte; Klang: 47 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut
Gut

Dachte man noch vor drei Jahren, als der SL-1200GAE für erschütternde 3500 Euro auf den Markt kam, ein neuer Technics-Plattenspieler würde immer ein Traum bleiben, hatten die Japaner nun bereits zwei Mal ein Einsehen. 

Zunächst brachten sie den mit 1500 Euro bepreisten SL-1200GR, der dem GAE kaum nachstand. Nun legen die Japaner noch einmal nach und haben gleich zwei neue Plattenspieler für 1000 Euro im Angebot, den Klassiker SL-1210 in der MK7-Version und den reduzierter und eleganter aussehenden SL- 1500C, um den es hier gehen soll. 

Auch wenn der 1500C auf Pitch-Regler und Strobolicht verzichtet, schlägt in seiner Brust ein Direktantrieb-Herz. Dieser Antrieb ist zwar gegenüber den teureren Modellen abgespeckt, aber, das verraten die hervorragenden Messwerte, keineswegs schlechter. 

Technics setzt hier auf einen Single-Rotor mit eisenkernlosem Stator. Dessen Drehmoment liegt mit 2,2 kpcm im unteren Bereich (siehe zu diesem Thema den Test des Magnat MTT-990), dennoch kommt der Teller erstaunlich schnell auf Touren.

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In diesem Artikel verraten wir, worauf es beim Tonarm und Tonabnehmer ankommt, damit Sie optimalen Klang genießen.

Typische Zutaten 

Der Aluminium-Druckguss-Teller bringt es inklusive seiner unterseitigen Gummibedämpfung auf knapp 2 kg, was bei ähnlichen Plattenspielern auch nicht anders ist. Er läuft sehr sauber und hat keinerlei Höhenschlag. Der Tonarm ist S-förmig, wie sich das bei einem Direkttriebler gehört, und verfügt über eine kardanische Lagerung. 

Das Beste an diesem Arm: Die Headshell kann man dank SME- Verschluss in Sekunden ausbauen, was den Tonabnehmereinbau erleichtert. Ein solcher ist freilich zunächst nicht nötig, da ein Ortofon 2M Red bereits vormontiert ist. 

Wer aber mehr aus dem Laufwerk holen will, der kann etwa zu einem der beiden neuen Ortofon Concordes greifen, exzellente HiFi-Tonabnehmer im DJ-Look, die man hier blitzschnell perfekt montiert hat. Die Tonarmhöhe lässt sich zudem verstellen (wenn auch das Kunststoff-Rändelrad fake ist), was den Aufrüst-Spielraum erhöht. 

Allerdings ist auch ein deutliches Lagerspiel beim Arm zu kritisieren. In diesen beiden Punkten hat etwa der 800-Euro Reloop Turn 5 die Nase vorn, der Händler des Vertrauens kann aber sicher nachjustieren. 

Was der Turn 5 freilich nicht bietet: Der Technics SL-1500C bietet sowohl eine gute, umgehbare interne Phonovorstufe für MMs (inklusive eigenem Netzteil) als auch eine ebenfalls umgehbare Endabschaltung, die den Tonabnehmer nach kurzer Bedenkzeit aus der Auslauf rille fischt. 

Super praktisch, wenn man mal wieder alkoholisiert beim Plattenhören eingeschlafen ist. Für eine ziemlich amtliche Standsicherheit und eine ebensolche Vibrationsunempfindlichkeit sorgt das rigide Aluminium-Spritzguss/ABS-Chassis. 

ABS steht für Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer, ein Kunststoff, der u.a. für Lego- und Duplo-Steine und -Figuren verwendet wird, hier aber zusätzlich mit Glasfasern verstärkt ist. Die großen, höhenverstellbaren Füße tragen zur Entkopplung bei, infolgedessen tritt das Thema Stellfläche hier in den Hintergrund.

Technics SL-1500C im Test - Tonarm

© Josef Bleier

Das Rändelrad täuscht, für die Höhenverstellung des Tonarms muss man nach Lösen des Verschlusses (lock) das gesamte Gebilde in die Höhe ziehen (oder nach unten drücken). Die Armlager hatten zu viel Spiel.

Lunch With The King 

Wenn man die Messwerte nicht schon kennen würde, könnte man dem Gleichlauf mit einem Stück von Rolfe Kents genialem Soundtrack zu Alexander Paynes genialem Film „Sideways“ auf die Schliche zu kommen versuchen. Etwa mit „Miles and Maya“ oder „Abandoning the Wedding“, zwei ruhigen, klavierlastigen Stücken. 

Über den Technics SL-1500C stehen die Töne völlig zitterfrei und stabil im Raum, klingen auch ungehindert und ruhig ab, toll! Wer es perkussiver und basskräftiger mag, kann zu Thomas Newmans Soundtrack zum Film „American Beauty“ wechseln. 

Dieser wurde kürzlich zum ersten Mal auf Vinyl veröffentlicht und ist trotz Limitierung noch erhältlich. Das ist spannende Musik, der man ruhig aufmerksam folgen sollte – und die der Technics SL-1500C entsprechend lebendig wiedergibt. Druckvoll, mit weitem Raum und einem Gespür für Details. 

Dabei ist er weder zu voll noch zu schlank abgestimmt. Für den Genuss war es fast egal, ob wir die interne Phonostufe des Technics oder etwa die Duo von Cambridge Audio bemühten, auch wenn der Duo die Nase leicht vorn hatte. Noch besser klang es mit dem Ortofon Concorde 40 Anniversary (um 300 Euro): Frischer, sauberer, mit genauerer Abbildung und kontrollierterem Bass. Die Laufwerksbasis ist also top.

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Fazit

Makellose Messwerte, ein gut gemachtes, stabiles Gehäuse und ein vollauf überzeugender Klang. Der neue, „kleine“ Technics hat kaum Konkurrenten, spielt angenehm zackig und bildet sehr sauber und sehr gut sortiert ab. 

Mit einem besseren MM-Tonabnehmer gewinnt er noch mehr highendigen Charakter bei Beibehaltung seiner Profi-Stärken. Der Arm erreicht nicht die mechanische Qualität seiner teureren Brüder der SL-1200 Reihe.

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