Furioses Comeback

ZTE Axon 9 Pro im ersten Test

Totgesagte leben länger, heißt es. ZTE hatten viele abgeschrieben, doch jetzt lehren die Chinesen mit dem Axon 9 Pro die Konkurrenz das Fürchten.

ZTE Axon 9 Pro

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Das neue ZTE-Flaggschiff kommt mit einem exzellenten 6,2-Zoll-OLED samt "Notch".

Nach der Verhängung von Sanktionen durch die Trump-Administration sah man ZTE plötzlich weltweit in den Schlagzeilen, allerdings waren es keine schmeichelhaften. Das Unternehmen geriet kurzzeitig in eine ernsthafte Existenzkrise, viele Beobachter sahen schon die Pleite kommen. Die konnte erst in letzter Sekunde durch eine Einigung im Streit mit den USA abgewendet werden.

Auf der IFA zeigt der 1985 gegründete Netzwerkausrüster nun sehr eindrucksvoll, dass er sich auf Hochtechnologie versteht. Das neue Flaggschiff Axon 9 Pro kann es problemlos mit den Großen der Branche vom Huawei P20 Pro bis zum Samsung Galaxy S9 aufnehmen.

Ein 6,2 Zoll großes OLED füllt die Frontseite komplett aus, die Einkerbung des Displays für Kamera und Mikrofon (der sogenannte “Notch”) fällt breiter aus als bei anderen Herstellern. Die Leuchtkraft des Displays ist typisch für ein OLED, wir sehen sie auf einer Stufe mit dem P20 Pro. Die Auflösung liegt bei knackscharfen 2280 x 1440 Pixeln.

Aber das ist noch nicht alles. Ein dezidierter Display-Processing-Chip soll die Darstellungsqualität deutlich anheben, indem die Bildwiederholraten künstlich von 24 Bildern auf 60 Bilder pro Sekunde angehoben werden. Das technische Verfahren dahinter nennt sich "Motion-compensated frame interpolation" und ist bei hochwertigen Displays und TVs bereits im Einsatz.

Wenn sie aktiviert ist, gilt die hohe Framerate für das Display unabhängig vom den gezeigten Inhalten. Sie ist allerdings sehr energiehungrig, daher kann man sie per Android-Schnellzugriff unkompliziert ein- und ausschalten. Inwiefern sich die Darstellung tatsächlich verbessert, konnten wir unter den Bedingungen am Messestand nicht nachprüfen. Klar ist aber jetzt schon, dass man davon keine Wunder erwarten sollte. 

ZTE Axon 9 Pro

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Über einen Button in den Schnellzugriffen kann man den energiehungrigen Display-Beschleuniger abschalten.

Unter dem Display werkelt Qualcomms Top-Prozessor Snapdragon 845, flankiert von üppigen 6 GB RAM. Dem Nutzer stehen 128 GB zur Verfügung, die per micro-SD erweitert werden können. ZTE verkauft das Axon 9 Pro in Deutschland als Dual-SIM-Variante, der Nutzer hat die Wahl zwischen einer zweiten SIM oder einer micro-SD.

Die rückseitige Dual-Kamera knipst Fotos mit 12 oder 20 Megapixel, dabei kombiniert ZTE eine Weitwinkel- mit einer Normalbrennweite. Die Bildqualität machte beim ersten Ausprobieren einen sehr guten Eindruck.

Auf der Ausstattungsliste stehen auch der Drahtlos-Ladestandard Qi, Stereo-Lautsprecher, eine mit 20 Megapixel sehr hoch auflösende Frontkamera und eine IP68-Zertifizierung. Der kräftige 4000-mAh-Akku lässt zudem eine lange Akkulaufzeit erahnen.

Auch beim Design erfüllt ZTE alle Anforderungen, die der anspruchsvolle Nutzer an an ein Highend-Smartphone stellt. Wie Huawei, Samsung und OnePlus setzt der Hersteller auf zwei Glasplatten, die von einem Metallrahmen zusammengehalten werden. Haptik und Verarbeitung sind absolute Spitzenklasse – dass die glänzende blaue Rückseite Fingerabdrücke anzieht, möchten wir hier nicht kritisieren, andere machen es schließlich genauso. 

ZTE Axon 9 Pro

© Hersteller

Die Rückseite besteht aus blau eingefärbtem Glas – typisch für die aktuelle Smartphone-Oberklasse.

Am stärksten hat uns allerdings der Preis beeindruckt, denn ZTE ruft für das Axon 9 Pro, wenn es Ende September nach Deutschland kommt, nur 650 Euro auf. Wir sind uns sicher: Wenn eine andere Marke hinten draufstehen würde, würde die UVP bei 850 Euro liegen. Man kann also sagen, dass ZTE der Neustart geglückt ist. Mit dem Axon 9 Pro spielt man ganz oben mit, und das zu einem unverschämt günstigen Preis.

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