Was kaufen: kompakter APS-C- oder Kleinbildsensor?

Fujifilm X-S10 im Test: moderne und kompakte APS-C-Kamera

2.8.2022 von Karl Stechl

ca. 4:10 Min
Vergleich
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Pro

  • eingebauter Bildstabilisator
  • sehr attraktives Objektivprogramm
  • überzeugende Bildqualität

Contra

  • verschachteltes Hauptmenü

Fazit

Die Fujifilm X-S10 ist eine moderne Kamera mit eingebautem Bildstabilisator. Zu den positiven Eigenschaften des X-Trans CMOS 4 gehören die hohe Auflösung von deutlich über 2000 LP/BH bei ISO 100/400 und das geringe JPEG-Rauschen. Dafür gehen die Dead-Leaves-Werte bei höheren ISO-Einstellungen stärker zurück als man das zum Beispiel von Sonys APS-C-Modellen kennt.

Die X-S10 präsentiert sich als moderne Systemkamera mit kompaktem Gehäuse und integriertem ­Bildstabilisator. Zur Bildaufzeichnung verwendet sie den X-Trans-CMOS 4 mit 26 Mega­pixeln im APS-C-Format.

Gehäuse und Ausstattung

Das Magnesiumgehäuse der X-S10 ist robust und tadellos verarbeitet, aber nicht abgedichtet gegen Spritzwasser. Dafür ist ein Ausklappblitzgerät integriert. Am Handgriff finden Mittel- und Ringfinger Platz, der kleine Finger nur bedingt.

Als Stromquelle dient – wie in den meisten X-Serie-Kameras – der Lithium-Ionen-Akku NP-W126S (1260 mAh). Im Akkuschacht ist ein Steckplatz für UHS-I-kompatible SD-Karten angesiedelt. Geladen wird der Akku in der Kamera über die USB-C-Schnittstelle, ein USB-Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. Wer schneller laden will und mehrere Akkus in Gebrauch hat, muss das Lade­gerät BC-W126S für etwa 50 Euro hinzukaufen.

FUJIFILM-X-S10_front
Die X-S10 wirkt moderner. Obwohl die ­Kamera sehr kompakt ist, liegt sie gut in der Hand.
© Hersteller

Ein Micro-HDMI-­Anschluss ist an Bord, eine Mini­klinkenbuchse für ein Stereomikrofon ebenfalls. Ein Kopfhöreranschluss fehlt, doch der beigelegte Adapter (USB-C auf Klinke) schließt diese Lücke. Zur Drahtloskommunikation mit Smartphone oder Tablet stellt die Kamera WLAN und Bluetooth 4.2 bereit. Die App „Fujifilm Camera Remote“ ermöglicht das Fernsteuern der Kamera mit Live-Bild am Smartphone.

Der OLED-Sucher hat eine Auflösung von 786 666 RGB-Pixeln und eine effektive 0,62-fache Vergrößerung. Ein „Sportsucher“-Modus erleichtert das Verfolgen bewegter Objekte. Dazu wird ein Rahmen eingeblendet, der einer Sensorfläche mit 16,6 Megapixeln entspricht. Der 3-Zoll-Monitor bietet eine Auflösung von 346 666 RGB-­Pixeln und ist touchfähig. Über ein seitlich angebrachtes Scharnier lässt er sich aus dem Gehäuse klappen und drehen.

Autofokus und Aufnahme

Das AF-System stellt 425 Messfelder bereit, die alle die Phasen- und Kon­trastmessung beherrschen. Wer will, reduziert die Anzahl der Messpunkte auf 117. Neben Messfeldautomatik und Einzelpunkt-AF mit sechs Feldgrößen ist die Zonenmessung mit 9, 25 oder 49 Feldern möglich. Schaltet man auf Zonen-AF, so wird automatisch das 117-Punkte-Raster aktiviert. Im Modus „All“ hat man allein mit dem Einstellrad, ohne weiteres Umschalten, sämt­liche AF-Methoden beziehungsweise Messfeld­größen im Zugriff. Gesichts- und Augenerkennung funktionieren bei Personen, nicht aber bei Tieren.

Für den kontinuierlichen Autofokus (AF-C) stehen fünf Presets zur Wahl, ein sechstes Set kann der Anwender in drei ­Parametern selbst justieren. Der mechanische Verschluss arbeitet dezent und ermöglicht Belichtungszeiten von 1/4000 s bis 30 s mit Zeitautomatik (Blendenvorwahl). Im manuellen Modus und mit Blendenautomatik (Zeitvorwahl) sind Langzeitbelichtungen bis 900 s (15 min) machbar. Die elektronische Verschlussvariante erweitert den Kurzzeitenbereich bis 1/32 000 s. Am rastenden Modusrad lassen sich die üblichen Belichtungsprogramme (Auto, P, S, A, M) vorwählen, aber auch Motiv- und Filterprogramme sowie vier Individualspeicher (C1-4).

Serienbelichtungen (Bracketing) erlaubt die Kamera mit Blick auf Belichtung, ISO, Weißabgleich, Filmsimulation, Dynamik und Fokus. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit liegt bei 8 B/s mit dem mechanischen und 20 B/s mit dem elektronischen Verschluss (30 B/s mit 1,25-fachem Crop). Bis zu 190 JPEGs in Serie sind möglich, aber nur 19 RAWs.

Als maximale Videoauflösung bietet die Fujifilm DCI-4K mit 4096 x 2160 Pixeln, 30 B/s und Datenraten bis 200 Mbps. In Full-HD sind auch 60 B/s möglich. Mit Highspeed-Aufnahme mit 240 B/s in Full-HD-Auflösung lassen sich Zeit­lupen bis achtfach realisieren.

Bedienkonzept

Bei der X-S10 haben die drei vorhandenen Einstellräder je nach Betriebsstatus unterschiedliche Aufgaben. ­Beispiel: Das hintere Einstellrad, in Reichweite des Daumens, dient in den automatischen Belichtungsprogrammen zur EV-Korrektur, im manuellen Modus zum Einstellen der Belichtungszeit. Zudem verwendet man es zum Einstellen der AF-Feld- beziehungsweise AF-Zonengröße. Im Haupt­menü dient das hintere Einstellrad zum Scrollen, mit dem vorderen Einstellrad springt man von einer Menüseite zur nächsten. Dem Einstellrad links vom Sucherhöcker lassen sich beliebige Funktionen zuordnen. Es gibt eine dedizierte Funktionstaste rechts vom Suchereinblick, andere ­Tasten wie ISO, AEL, AF-on oder die ­Videostarttaste lassen sich umfunktionieren. Außerdem kann das Angebot an Funktionstasten durch Wischbewegungen auf dem Monitor erweitert werden.

FUJIFILM-X-S10_top
Die unbeschrifteten Einstellräder an der Oberseite haben wechselnde Funktionen, je nach Betriebsstatus beziehungsweise Voreinstellung.
© Hersteller

Sehr wandlungsfähig ist das Schnell­einstellmenü (Q-Taste). Man kann nicht nur – wie üblich – die Anordnung und Auswahl der Funktionsfelder anpassen, sondern auch deren Anzahl (4, 8, 12, 16). Zum Verschieben von AF-Feldern/Zonen dient ein Joystick, der sich auch beim Navigieren in den Menüs nützlich macht. Einen zusätzlichen Vier-Wege-Schalter gibt es nicht, deshalb bleibt auf der Rückseite viel freier Raum. Der Touchscreen erlaubt das Setzen von AF-Punkten mit der Fingerspitze. Im Wiedergabemodus ist das Blättern im Bilderbestand oder das Hineinzoomen in ein Bild durch Ziehen mit zwei Fingern möglich. Im Schnellmenü profitiert man ebenfalls von der Touchbedienung, während man im Hauptmenü nur mit Richtungstasten und Rädern navigiert. Das Hauptmenü ist zum Teil ziemlich verschachtelt, was die Suche nach selten gebrauchten Einstellungen erschwert. Abgesehen davon lässt sich die Kamera nach ­kurzer Einarbeitung flüssig und ohne lästige Umwege bedienen.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Marktpreis: 950 Euro
  • Bildsensor: 26 MP, 23,5 x 15,6 mm, bildstabilisiert
  • Empfindlichkeitsbereich: ISO 80–51 200
  • Verschluss mech.: 1/4000–30 s; elektr.: 1/32 000–30 s
  • Blitz: Ausklappblitz, Blitzschuh, max. 1/180 s
  • Autofokus: Kontrast-AF: 425 Felder; Phasen-AF: 425 Felder
  • Sucher 786 666 RGB-Pixel, eff. 0,62-fach
  • Monitor: 3 Zoll, 346 666 RGB-Pixel, touchfähig, schwenk-/drehbar
  • Video: 4096 x 2160 Pixel, 30 B/s
  • Maße/Gewicht: 126 x 85 x 65 mm (B x H x T) / 465 g
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© WEKA Media Publishing

Bildqualität und Fazit

Mit der X-S10 hat Fujifilm ein neues Kapitel in der Mittelklasse der X-Serie aufgeschlagen. Die Kamera ist zwar rund 150 Euro teurer als eine X-T30 II mit identischem Bildsensor, wirkt aber moderner und bietet einen klaren Mehrwert aufgrund des eingebauten Bildstabilisators. Zu den positiven Eigenschaften des X-Trans CMOS 4 gehören die hohe Auflösung von deutlich über 2000 LP/BH bei ISO 100/400 und das geringe JPEG-Rauschen. Dafür gehen die Dead-Leaves-Werte bei höheren ISO-Einstellungen stärker zurück als man das zum Beispiel von Sonys APS-C-Modellen kennt.

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