Was kaufen: kompakter APS-C- oder Kleinbildsensor?

Nikon Z5 im Test: So macht sparen Spaß

2.8.2022 von Karl Stechl

ca. 4:40 Min
Vergleich
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Pro

  • sehr guter Sucher
  • eingebauter Bildstabilisator
  • sehr gute Bildqualität

Contra

  • Preis steigt

Fazit

Die Bildqua­lität der Z5 ist bis ISO 800 sehr gut bis gut, ab ISO 1600 kommt es bei den JPEGs aus der Kamera zu deutlichen Texturver­lusten aufgrund starker Rauschminderung. Der Wechsel zum RAW-Modus mit optimal dosierter Entrauschung erhält Texturen und lässt die Bilder ­natürlicher wirken.

Der Schwerpunkt im spiegellosen ­Z-System von Nikon liegt beim Kleinbildsensor: Von der Z6 und Z7 sind derzeit zwei Generationen – sprich: vier Modelle – auf dem Markt, während die Z9 das System um eine Profikamera für Sport-, Tier- und Re­por­tagefotografen erweitert. Der Z5 kommt die Rolle des Basismodells zu: Sie kostet 1200 Euro oder 1550 Euro im Kit mit dem Nikkor Z 4-6,3/24-50 mm. Ihr CMOS im Kleinbildformat (35,9 x 23,9 mm) hat eine Auflösung von 24 Megapixeln, ist aber kein BSI-Typ wie in der Z6 und der Z6 II. Einen Sensor-Shift-Bildstabilisator haben alle Z-Modelle mit CMOS im Kleinbildformat.

Nikon-Z5_Front
Alles im Griff: Das Gehäuse der Z5 ­gefällt durch seine ergonomische Formgebung; der große Handgriff bietet den Fingern sicheren Halt.
© Hersteller

Gehäuse und Ausstattung

Vorderseite und obere Deckkappe der Z5 bestehen aus Magnesium, der Rest aus Kunststoff. Das Gehäuse wiegt 675 g und ist mit diversen Dichtungen gegen Spritzwasser geschützt. Der prominente Handgriff bietet den Fingern sicheren Halt. Im Gegensatz zu Z6 und Z6 II hat die Z5 kein Schulterdisplay. Mit dem 24-50-mm-Kitzoom verschmilzt das Z5-Gehäuse zu einer kompakten Einheit, ideal für Freizeit und Reisen. Wenig Begeisterung weckt dagegen das Kunststoffbajonett des ­Objektivs.

Als Stromquelle dient der Lithium-­Ionen-Akku EN-EL15c, ein Upgrade des EN-EL15b der Z6/Z7. Seine Kapazität beträgt 1900 mAh, eine Ladeschale wird mitgeliefert. Der für die Z6/Z7 konstruierte Batteriegriff MB-N10 (zwei Akkus) ist mit der Z5 kompatibel. Die Bilddaten speichert die Z5 auf SD-Karten; zwei Steckplätze mit UHS-I/II-Kompatibilität stehen dafür bereit.

Über die USB-C-Schnittstelle lässt sich der Akku auch in der Kamera laden, die Stromversorgung mittels Powerbank bei laufendem Betrieb ist möglich. Eine HDMI-Buchse ist in Standardgröße verfügbar, ebenso Miniklinkenanschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer. Zur Drahtloskommunikation mit Smartphone und Tablet für die Bildübertragung und Fernsteuerung hat die Z5 WLAN und Bluetooth 4.2 an Bord. Um diese Funktionen zu nutzen, installiert man die Nikon-App SnapBridge auf dem Mobilgerät.

Der OLED-Sucher der Z5 bietet eine sehr gute Qualität auf dem Niveau der Schwestermodelle. Die Auflösung ist mit 1 230 000 RGB-Pixeln zwar nur Mittelklasse, Farb- und Kontrastwiedergabe aber sind so realistisch, dass man meint, durch einen optischen Sucher zu blicken. Mit einer effektiven 0,8-fachen Suchervergrößerung bietet die Z5 großes Kino bei der Motiv­suche und Bildgestaltung.

Der 3,2-Zoll-Monitor bietet eine Auflösung von 346 666 RGB-Bildpunkten und lässt sich über ein Doppelgelenk verschwenken, sodass man ihn auch von unten oder oben betrachten kann. Die Touch-Funktionalität ist konsequent ausgebaut: Sie umfasst die komplette Navigation in den Menüs, bei der Bildwiedergabe kann man blättern und zoomen. Ein AF-Feld oder eine AF-Zone lässt sich mit der Fingerspitze im Bildfeld platzieren, auch der Startpunkt für die AF-Verfolgung.

Autofokus und Aufnahme

273 Messpunkte stellt der Hybrid-AF der Z5 bereit, genauso viele wie bei der Z6; die Bildfeldabdeckung liegt bei 90 Prozent vertikal/horizontal. Einzelautofokus (AF-S), kontinuierlicher (AF-C) und permanenter Autofokus (AF-F, nur beim Filmen) stehen zur Wahl. Für die Messfeldsteuerung gibt es folgende Optionen: Automatik, Einzelfeld- und Pin-Point-Messung, dazu „Großes Messfeld“ in den zwei Vari­anten Wide-S und Wide-L. „Großes Messfeld“ entspricht einer Messfeldgruppierung, wobei innerhalb des Messrahmens nicht angezeigt wird, welche Messfelder gerade aktiv sind. Gesichter sollen Vorrang haben.

Der mechanische Verschluss löst an­genehm leise und erschütterungsarm aus. Wählt man „Stille Auslösung“, so wird der elektronische Verschluss aktiviert. In beiden Fällen sind Verschlusszeiten von 1/8000 s bis 30 s möglich. Neben den üblichen Belichtungsprogrammen findet man am Modusrad drei Benutzer-Setups (U1-3). Die Serienbildleistung der Z5 ist mit 4,5 B/s (JPEG/RAW) eher bescheiden.

Videos nimmt die Z5 maximal in 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde auf, jedoch mit deutlichem Beschnitt (Cropfaktor 1,7). In Full-HD mit bis zu 60 B/s filmt die Z5 dagegen mit dem vollen Sensorformat.

Nikon-Z5_oben
Übersichtlich: Wenige Bedientasten gruppieren sich um den Auslöser; links vom ­Programmrad sieht man das Einstellrad für den Daumen.
© Hersteller

Bedienung und Performance

Die Kleinbildmodelle der Z-Serie sind sich im Bedienkonzept sehr ähnlich, wenn man vom fehlenden Schulter­display der Z5 absieht. Zudem ist das Programmwahlrad bei der Z5 nicht arretierbar, bei den Schwestermodellen Z6 und Z6 II dagegen schon. Keine Unterschiede gibt es beim Bedienlayout an der Rückseite: Wir zählen elf Tasten inklusive OK-Taste am Multifunktionswähler und der Druckfunk­tion des AF-Joysticks. Zum Umschalten zwischen Standbild und Video findet sich ein Drehschalter rechts vom Sucher­okular mit integrierter „Disp“-Taste zum Wechseln zwischen verschiedenen Anzeigemodi.

Zwei frei belegbare Funktionstasten hat Nikon im tiefen Graben zwischen Handgriff und Objektiv versenkt. Die Tasten bedient man, wenn der Zeigefinger der rechten Hand auf dem Auslöser liegt, mit dem Mittel- und Ringfinger – gewöhnungsbedürftig, aber durchaus machbar. Alle Kleinbildmodelle der Z-Serie haben einen Joystick, mit dem man AF-Punkte setzen kann.

Vorne am Handgriff gibt es ein Einstellrad für den Zeigefinger, ein zweites Rad sitzt rechts außen am Gehäuse oberhalb der Daumenstütze. Der Auslöser wird von drei Tasten flankiert: ­Video (Rec/Stop), ISO- und EV-Korrekturtaste (+/-). Für die EV-Korrektur drückt man die Taste, um dann mittels Einstellrad aktiv zu werden. Ist die „Ein­fache Belichtungskorrektur“ eingestellt, benötigt man nur noch das Einstellrad.

Das Schnelleinstellmenü (i-Taste) zeigt zwölf Funktionsfelder für Kameraeinstellungen innerhalb des Bildfelds. Einstellungen verändert man entweder direkt am Einstellrad oder nach Aufrufen eines Untermenüs. Auswahl und Anordnung der Funktionsfelder kann man selbst festlegen. Das Hauptmenü ist wie bei Nikon üblich durch vertikal angeordnete Karteireiter strukturiert. Allein das Aufnahmemenü beinhaltet 34 Einträge – das macht langes Scrollen erforderlich, wenn man eine bestimmte Einstellung sucht. Das Menü „Bild­be­arbeitung“ bietet überdies einige Bordmittel, um RAWs in JPEGs umzuwandeln und JPEGs zu bearbeiten.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Marktpreis: 1200 Euro
  • Bildsensor: 24 MP, 35,9 x 23,9 mm, bildstabilisiert
  • Empfindlichkeitsbereich: ISO 50–102 400
  • Verschluss: mech.: 1/8000–30 s; elektr.: 1/8000–30 s
  • Blitz: Blitzschuh, max. 1/200 s
  • Autofokus: Hybrid-AF: 273 Felder
  • Sucher: 1 230 000 RGB-Pixel, eff. 0,80-fach
  • Monitor: 3,2 Zoll, 346 666 RGB-Pixel, touchfähig, schwenkbar
  • Video: 3840 x 2160 Pixel, 30 B/s
  • Maße/Gewicht: 134 x 101 x 70 mm (B x H x T) / 675 g
CHECK_connect-Nikon-Z5
© WEKA Media Publishing

Bildqualität und Fazit

Die Z5 hat viel mit der Z6 und der Z6 II gemeinsam: 24-MP-Sensor (aber kein BSI-CMOS), integrierter Bildstabilisator, hochwertiger OLED-Sucher und vergleichbarer Funktionsumfang. Letzteres gilt vor allem für Standbilder, denn beim Filmen muss man mit mehr Einschränkungen leben. Die Bildqua­lität ist bis ISO 800 sehr gut bis gut, ab ISO 1600 kommt es bei den JPEGs aus der Kamera zu deutlichen Texturver­lusten aufgrund starker Rauschminderung. Der Wechsel zum RAW-Modus mit optimal dosierter Entrauschung erhält Texturen und lässt die Bilder ­natürlicher wirken.

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