iOS vs. Android

iPhone XS Max vs. Mate 20 Pro: Kamera, Ausdauer und Fazit

Inhalt
  1. iPhone XS Max vs. Mate 20 Pro: Apple und Huawei im Vergleich
  2. iPhone XS Max vs. Mate 20 Pro: Kamera, Ausdauer und Fazit
Apple iPhone Xs Max

© Apple

AR-Spiele wie hier auf dem iPhone XS Max erhöhen die Anforderungen an System-Chips.

Gipfelstürmer in einschlägigen Benchmarks 

Über die Leistung der beiden Smartphones muss man sich indes keine Gedanken machen: Apples Systemchip A12 ist ein Sechskerner, der wie Huaweis Kirin 980 (acht Kerne) im 7-Nanometer-Verfahren produziert wird. Beide liefern eine herausragende Performance ab und überflügeln in mehreren gängigen Benchmarks auch den aktuell besten Qualcomm-Chip Snapdragon 845. Wenn man diese beiden Chips überhaupt an ihre Grenzen bringen kann, dann durch anspruchsvolle Spiele, die auf den Leistungszuwachs der Chips mit zunehmend komplexeren 3D-Grafiken reagieren. Auch bei der Qualität der Augmented-Reality-Anwendungen erhöht sich das Niveau noch ständig und damit auch die Anforderungen an die Leistung der Chips. 

Auf dem Kirin 980 setzt Huawei eine für KI-Anwendungen optimierte Neural Processing Unit (NPU) ein. Sie hebt vor allem die Bildanalyse der Smartphone-Kamera auf ein neues Niveau: Laut Huawei erkennt und analysiert sie im Mate 20 Pro 4500 Bilder pro Sekunde; dadurch halten Filter, die bislang der Fotografie vorbehalten waren, auch beim Videodreh Einzug. So ist es mit dem Mate 20 Pro möglich, in Echtzeit einen Schwarz-Weiß-Filter über den Hintergrund eines Videos zu legen, während die Person im Vordergrund in Farbe bleibt. Derartige Filter arbeiten zwar noch nicht perfekt, aber sie zeigen das enorme Potenzial des Kirin 980.

Huawei Mate 20 Pro

© Huawei

Die Kamera des Mate 20 Pro setzt sich aus drei Sensoren zusammen.

Kamera: schöne neue Welt bei Huawei, Apple schöpft die Möglichkeiten nicht aus

Die Kamera selbst umfasst auf dem Mate 20 Pro erstmals ein Objektivsystem mit drei Brennweiten, die ein Kleinbildadäquat von 16 bis 83 Millimetern abdecken - das ist in der Smartphone-Welt einmalig. Nach wie vor arbeitet Huawei mit dem Traditionsunternehmen Leica zusammen. Der Monochrom-Sensor, mit dem die beiden Unternehmen ihre Partnerschaft begannen, ist erstmals nicht mehr dabei. Die zusätzlichen Informationen, um beispielsweise die Kontrastierung der Aufnahmen zu verbessern, liefert laut Huawei der jetzt eingesetzte 40 MP RGB-Sensor. Im connect Labor zeigt das neue Kamerasystem eine tolle Bildqualität. Bei schwachem Licht fasst ein so genanntes „Quad-Binning“ je vier Pixel zu einem zusammen und kann auf der größeren Pixelfläche mehr Licht einfangen. Die Auflösung sinkt dabei von 40 auf 10 MP. 

Filter und ähnliche Spielereien sieht die native Kamera-App des iPhone nicht vor. Die Qualität der Aufnahmen ist dagegen auch bei Apple erstklassig. Eine gegenüber dem iPhone X neue Bildsignalverarbeitung holt in Verbindung mit dem A12-SoC deutlich mehr aus den Pixeln heraus als noch der Vorgänger. Die Aufnahmen weisen auch bei wenig Licht nur eine geringe Körnung auf und zeichnen selbst in kontrastarmen Bildbereichen noch feine Strukturen. Die Messungen im connect Labor bescheinigen dem iPhone Xs Max eine herausragende Bildqualität. Dennoch empfiehlt sich das iPhone aufgrund seiner rudimentären Einstellungen nicht, wenn man aus einer Smartphone-Kamera mehr herausholen möchte. Es sollte dann zumindest nach eine funktionale Kamera-App nachinstalliert werden.

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Speicher: bei Apple nach dem Kauf fix, Huawei experimentiert mit neuem Format

Beim Speicher fahren die beiden Hersteller ganz unterschiedliche Strategien: Apple sieht traditionell keine Erweiterung des internen Speichers vor. Schon beim Kauf muss man in etwa wissen, ob man viel fotografieren oder viele Videos und Spiele nachladen wird – besonders Spiele sind ordentliche Ressourcenfresser. Erschwert wird die Überlegung durch den Preisanstieg: Bereits in der Minimalkonfiguration mit 64 GB kostet das iPhone Xs Max stolze 1249 Euro. Mit 256 GB klettert der Preis auf 1419 Euro. Das Maximum ist bei 512 GB zu 1649 Euro erreicht. Selbst gegen das kleinste iPhone Xs Max erscheint der High-End-Androide Mate 20 Pro zu 999 Euro bei 128 GB regelrecht günstig. Tatsächlich ist aber auch das schon eine Stange Geld. Eine Alternative zu den 128 GB gibt es bei Huawei nicht. Dafür lässt sich der Speicher erweitern –  nur leider nicht mit den Micro-SD-Karten, die man eventuell schon besitzt: Das Mate 20 Pro unterstützt mit der sogenannte Nano Memory Card (NM Card) ein bislang noch nicht verbreitetes Format.  

Verzichtet man darauf, kann das Mate 20 Pro stattdessen mit einer zweiten SIM-Karte bestückt werden. Auch das iPhone bietet erstmalig seit seinem Debüt 2007 den Betrieb mit zwei SIM-Karten an. Bei der zweiten SIM handelt es sich allerdings um eine eSIM.

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Quelle: connect
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Zwei Dauerläufer mit unterschiedlicher Regenerationszeit 

Mit 10:31 (iPhone Xs Max) und 10:58 Stunden (Mate 20 Pro) gehören beide Phones zu den Ausdauerprofis, die länger durchhalten als 90 Prozent aller Smartphones. Ist der Akku nach einem langen Arbeitseinsatz dann doch mal vor Tagesende leer, reicht beim Mate 20 Pro etwa eine halbe Stunde, um den 4200-mAh-Akku dank beiliegendem Schnellladenetzteil noch einmal auf etwa 70 Prozent zu bringen – das sollte für den Rest des Abends reichen. Im Apple-Karton liegt dagegen immer noch das bekannte mickrige 5-Watt-Netzteil. Eine volle Ladung dauert damit mehr als drei Stunden.  

Fazit

An Material, Verarbeitung und Haptik der beiden Top-Smartphones gibt es hier wie da nichts zu beanstanden. Auch für die Hardware gilt: Die Kapazität des Akkus sowie Bauteile wie Kamera, Display und die kraftvollen Prozessoren genügen beidseits höchsten Ansprüchen. Den Unterschied macht in vielen Belangen die Software. Während sie beim Mate 20 Pro die Kamera stärkt und zusätzliche Funktionen wie den Datei-Safe offeriert, arbeitet bei Apple die plattformübergreifende Synchronisation beispiellos und macht die Verwendung mehrerer Apple-Geräte zu einem regelrechten Vergnügen. So wird die Entscheidung zwischen dem iPhone Xs Max und dem Huawei Mate 20 Pro am Ende vor allem auch eine Entscheidung zwischen dem Apple-Ökosystem und einem funktional sehr stark angereicherten Androiden.

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