Triple Play

IPTV: Regionale Anbieter im Test

Net Cologne

Die Kölner setzen bei ihrem Triple-Play-Angebot auf die Plattform von Zattoo und erzielen mit ihr insgesamt gute Leistungen.

Rund 80 TV-Sender lassen sich über das Zusatzangebot „Net TV“ empfangen, das Net Cologne für 9,99  Euro/Monat zu seinen VDSL-basierten Anschlüssen liefert. Rund 20 davon lassen sich in HD empfangen. Gegen Aufpreis von 6,99 Euro/Monat gibt es auch die privaten und Pay-TV-Sender in HD. Wie bei den anderen Regional- beziehungsweise Sparten-Anbietern (Netzbetreibern mit einem bundesweiten Marktanteil unter zwei Prozent) basiert das Angebot auf der B2B-Plattform von  Zattoo. Zum Empfang liefert Net Cologne die Net-TV-Box, die über einen 32-GB-Speicherstick für Aufnahmen und Timeshift verfügt. Zusätzlich ist der Empfang auch über Computer, Smartphone oder Tablet möglich.

NetTV

© NetCologne

NetTV gibt es zum Preis von 9,99 Euro/Monat. Für weitere 6,99 Euro/Monat kommen auch Privat- und Pay-TV-Sender in HD.

Unterm Strich überzeugend 

Die anscheinend anspruchsvolle  Optimierung der Zattoo-Plattform fürs eigene Netz gelingt dem im Raum Köln/Bonn aktiven Anbieter Net Cologne am besten. Das zeigt sich vor allem in den kritischen Last-Szenarien, wo Net Cologne gemeinsam mit M-net die Nase vorn hat. Erfreulich ist, dass Sprachtelefonie und Datenübertragungen unter parallelem IPTV-Empfang nicht spürbar leiden. Vergleichsweise lange Start- und Zapping-Zeiten der Set-Top-Box  sowie leicht erhöhte Fehlerraten fallen aber auch hier auf. Insgesamt bietet Net Cologne bei seinem Triple-Play-Angebot gute Leistungen.

connect-Urteil: gut (378 von 500 Punkten)

M-Net

Auch die Münchener setzen für ihr IPTV-Angebot auf die Plattform von Zattoo. Die Messwerte zeigen ein durchwachsenes Bild.

Als „TV plus“ bietet M-net den Fernsehempfang per IPTV zu seinen VDSL- und Glasfaseranschlüssen. Das Basispaket mit rund 100 Sendern kostet 9,90 Euro/Monat und umfasst rund 40 HD-Sender. 18 weitere private und Pay-TV-Sender in HD beinhaltet das zusätzliche HD-Paket für 4,90 Euro/Monat. Außerdem sind verschiedene Fremdsprachen-Pakete buchbar. Wie bei der auch von M-net genutzten Zattoo-Plattform üblich, dient zum Empfang eine „TV plus-Box“. Zu ihr gehört ein 32-GB-Speicherstick für Aufnahmen und/oder Timeshift. Zusätzlich oder alternativ ist auch der Empfang per App für iOS und Android auf Tablet oder Smartphone sowie über einen Web-Service auf Computer oder Notebook möglich.

M-Net TVplus

© M-Net

Top: IPTV von M-net bietet die meisten Sender (vor allem bei Free-TV und HD) sowie günstige und gute Zusatzpakete.

Gemischtes Bild bei Messungen 

Die für M-net erfassten Messwerte zeigen ein etwas durchwachsenes Bild: Sehr gut gelingt dem Münchener Anbieter die Integration von IPTV in seine anderen Dienste – Sprachtelefonate und Highspeed-Internetverbindungen lassen sich von parallelen IPTV-Streams kaum aus dem Tritt bringen. Die Leistungen bei IPTV selbst bieten jedoch Raum für Verbesserungen. Punkte verliert M-net vor allem durch lange Startzeiten der Set-Top-Box, langsame Umschalt-Zeiten und erhöhte Fehlerraten in verschiedenen Zapping-Szenarien. Hier wird Finetuning in Zukunft hoffentlich für Verbesserungen sorgen. 

connect-Urteil: befriedigend (346 von 500 Punkten)

EWE

Wie die beiden regionalen Mitbewerber bietet auch EWE seinen IPTV-Dienst auf Zattoo-Basis an – mit durchwachsenen Ergebnissen. 

Beim Anbieter „Energieversorgung Weser-EMS“ heißt das zusätzliche IPTV-Angebot für VDSL- und Glasfaser-Leitungen „TV Home“. Es umfasst rund 100 Fernsehsender, von denen rund 20 in HD übertragen werden, und kostet 9,99 Euro/Monat. Mit der zusätzlichen Option „HD plus“ für 5,99 Euro/Monat wächst das HD-Angebot um Privat- und Pay-TV-Sender auf 68. EWE-Energiekunden, die sich auf den Empfang per App im Heimnetz beschränken, erhalten das Basisangebot „TV App start“ sogar gratis. Wie bei der auch von EWE genutzten Zattoo-Plattform üblich, ist der Empfang aber auch per Set-Top-Box, per Web-Service am Computer sowie per Android- oder iOS-App auf Tablet oder Smartphone möglich.

EWE TV-Home

© EWE

Das Basisangebot von rund 100 Sendern (davon rund 20 in HD) kann sich sehen lassen – ebenso wie die optionalen Pakete.

Licht und Schatten 

Ähnlich wie bereits bei M-net zeigen auch die Messwerte bei EWE ein gemischtes Bild. Sehr guten Ergebnissen bei den Datentests mit gleichzeitigem IPTV-Empfang stehen  weniger überzeugende Leistungen in der Telefonie-Disziplin gegenüber. Und auch in der IPTV-Kategorie verliert EWE wertvolle Punkte durch lange Startzeiten der Set-Top-Box, langsame Umschaltzeiten beim  Zapping sowie erhöhte Fehlerraten – jeweils vor allem in Lastsituationen. Auch für EWE bleibt somit zu hoffen, dass Finetuning und Optimierungen diese Einschränkungen in Zukunft reduzieren können. 

connect-Urteil: befriedigend (342 von 500 Punkten)

Illu Zattoo

© Zattoo

Die Ausspiel-Architektur seines Angebots hat Zattoo zu einer eigenständigen IPTV-Lösung für Netzbetreiber ausgebaut.

Zattoo als IPTV-Plattform

Vier der sechs getesteten Kandidaten setzen auf die B2B-Plattform des Schweizer Anbieters.

Anwender kennen den in Zürich ansässigen Anbieter Zattoo vor allem für seinen Streaming-Dienst, der vom werbefinanzierten Gratis-Service bis zu Abos mit über 100 Sendern und vielen Komfortfunktionen reicht (www.zattoo.de). Hinter diesen Offerten für Endverbraucher steht eine leistungsfähige IPTV-Plattform, die Zattoo auch als B2B-Dienstleistung für Netzbetreiber vermarktet. Im vorliegenden Testfeld haben sich 1&1, EWE, M-net und Net Cologne für dieses System entschieden.

Modern und praxisgerecht sind vor allem die unterstützten Endgeräte: Neben einer eigenen Set-Top-Box, die als White-Label-Lösung von den genannten Anbietern mit jeweils eigenem Logo vertrieben wird, lässt sich der Dienst auch über Apps empfangen. Dies erlaubt die Nutzung der Angebote auf Smart-TVs, über Geräte wie Apple TV oder Amazon Fire TV, über einen Web-Dienst (der sich dann auch wiederum per Google Chromecast oder per Apple Airplay auf TV-Geräte übertragen lässt) sowie auf Tablets und Smartphones unter Android oder iOS.

Auf Wunsch und je nach Provider ist auch der Betrieb mehrerer Set-Top-Boxen im selben Haushalt möglich. Insgesamt kann das Angebot gleichzeitig auf drei Empfangsgeräten genutzt werden. Wer auch unterwegs auf seinem Mobilgerät fernsehen möchte, muss dafür zwar auf das eingangs erwähnte Endkunden-Angebot ausweichen. Doch wer zu Hause eine Set-Top-Box einsetzt, kann für diese auch per App Aufnahmen fernprogrammieren.

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