Preiskracher: Aktuelle Modelle, alle mit 4K UHD

Riesige Smart-TVs unter 1000 Euro: 65 bis 75 Zoll – die Kauftipps unserer Experten

Fernseher mit einer Diagonale von 165 Zentimetern aufwärts sind endlich bezahlbar. Aber welche sind auch empfehlenswert? Wir haben auf Amazon nach aktuellen Preishits gesucht.

© Vasyl Shulga / Shutterstock.com

Großes Kino: Riesen-TVs mit 65 Zoll aufwärts kosten nicht mehr die Welt.

Winterblues, Corona-Depression, immer mehr und immer bessere Serien sowie Filme – Gründe, sich einen richtig großen Fernseher ins Wohnzimmer zu stellen, gibt es einige. Zumal die Riesenkisten mit 65 oder 75 Zoll inzwischen durchaus erschwinglich sind.

Und sie bieten eine Vielzahl an Features, für die man noch vor Kurzem viel Geld hinblättern musste:

  • Alle hier vorgestellten Geräte sind Smart TVs, haben also eine Ethernet-Buchse (LAN) und/oder ein WLAN-Modul, um sich mit dem Internet zu verbinden.
  • Alle beherrschen die hohe Auflösung von 4K Ultra HD (UHD mit 3840 × 2160 Pixel), liefern also ein gestochen scharfes Bild.
  • Zudem unterstützen sie HDR (High Dynamic Range) und können so höhere Kontrastumfänge darstellen, was zu einem lebendigeren Bild führt; entsprechendes Filmmaterial vorausgesetzt.

Vor dem TV-Kauf sollten Sie generell einige Punkte bedenken:

Platzverhältnisse prüfen

Prüfen Sie Ihre Platzverhältnisse, denn der Unterschied in der Bildschirmdiagonale ist beträchtlich: 65 Zoll entsprechen rund 165 cm, 75 Zoll rund 190 cm. Eins vorweg: Wenn Platz da ist, zahlt sich Größe aus. Für 4K Ultra HD wird ein Betrachtungsabstand empfohlen, der das Eineinhalbfache der Bildhöhe beträgt, weil man dann noch alle Details im Bild wahrnehmen kann. Wer weiter weg sitzt als das Dreifache der Bildhöhe, hat von der ultrahohen 4K-Auflösung keinen Nutzen, weil man aus dieser Entfernung die feineren Bilddetails überhaupt nicht mehr erkennen kann.

In konkreten Zahlen heißt das für 65 Zoll-TVs: Bei circa 80 cm Bildhöhe ergibt sich ein empfohlener Abstand von nur 1,2 Metern (!), maximal sollte man 2,4 Meter weit weg sitzen. Da ist man sogar in einem ganz normalen Wohnzimmer schnell an der Grenze. Bei 75 Zoll hat man immerhin schon etwa 94 cm Bildhöhe, das ergibt dann einen Betrachtungsabstand von ca. 1,4 bis knapp 3 m, also gut einen halben Meter mehr Spielraum. Daher: „Je größer, desto besser“!

Ausreichend HDMI-Anschlüsse

Wichtig ist auch die Anzahl an HDMI-Anschlüssen. Drei sollten es mindestens sein, denn am Fernseher wollen heute je nach Nutzungsszenario viele Geräte andocken: Blu-ray-Player, Spielkonsole, Media-Receiver (etwa für MagentaTV oder Sky), Fire TV Stick, Google Chromecast, Apple TV und vieles mehr.

Und so überwältigend das Bild der Riesen-TVs auch ist, so enttäuschend fällt meist der Ton aus. Hier bringt Sie eine gute Soundbar deutlich weiter. Letztere macht an einem HDMI-Anschluss mit ARC-Funktion am meisten Freude. ARC steht für „Audio Return Channel“, also Audiorückkanal. Darüber empfängt die Soundbar den Ton via HDMI vom TV. Die Kür ist der erweiterte Audiorückkanal eARC (enhanced Audio Return Channel). Er überträgt zwischen kompatiblen Geräten auch die neuen 3D-Audioformate Dolby Atmos und DTS:X.

Der passende Tuner

Wichtig ist auch der Weg, über den Sie fernsehen. Wer nur Streaming-Dienste nutzt oder ein IPTV-Angebot beispielsweise bei der Telekom (MagentaTV) oder bei Vodafone (GigaTV) gebucht hat, braucht keinen Tuner (Empfänger) im TV. Diese Dienste laufen übers Internet, deshalb der Name IPTV.

Wer dagegen über Kabel oder Satellit fernsieht, benötigt einen entsprechenden Tuner: DVB-C2 steht für Kabel, DVB-T2 für terrestrischen Empfang und DVB-S2 für Satellit. In Mietwohnungen hat man oft keine Wahl und muss auf das teure Kabelfernsehen zurückgreifen. Günstiger geht es mit der Zimmerantenne über DVB-T2, das beim linearen Fernsehen dieselbe Full-HD-Auflösung plus Dolby-Digital-5.1-Ton bietet wie über Kabel oder Satellit. Allerdings muss man die Privatsender (RTL, Pro Sieben/Sat 1 etc.) über freenet TV freischalten lassen (7 Euro pro Monat) und kann sie nur sehr eingeschränkt aufnehmen. Und je nach Lage hat man durchaus mit Empfangsproblemen zu kämpfen.

Satellit (DVB-S2) ist immer noch der Königsweg, wenn man eine Sat-Anlage installieren darf: Die Programmvielfalt ist riesig, private Sender gibt es in Standardauflösung (SD) bislang noch kostenlos, HD-Qualität bekommt man über HD+ für 5,75 Euro pro Monat. Erste TV-Übertragungen in Ultra HD gibt es auch schon, z. B. bei großen Sportereignissen wie Formel-1-Rennen. Und die Aufnahmemöglichkeiten für die Privatsender werden hier nicht ganz so restriktiv gehandhabt.

Öffentlich-rechtliche Sender kommen über alle drei Wege ohne Zusatzkosten in HD und lassen sich auch ohne Einschränkungen aufzeichnen.

Aktuelle TVs haben in der Regel alle relevanten Tuner eingebaut. Wer gleichzeitig das Live-Programm schauen und eine andere Sendung aufzeichnen möchte, sollte aber unbedingt zu einem Gerät mit Doppel-Tuner (auch Twin- oder Dual-Tuner genannt) greifen. Festplatten, mit denen man das TV-Programm aufzeichnen kann, werden einfach an der USB-Buchse angeschlossen.

Lesetipp: Wer tiefer einsteigen will, findet auf unserer Partnerseite pc-magazin.de die Fachbegriffe rund um TVs ausführlich erklärt.

Die Preis-Leistungs-Tipps unserer Experten

Damit Sie in der Flut an Angeboten nicht danebengreifen, haben wir die Kollegen unserer Schwesterzeitschrift video nach aktuellen Kauftipps bis zur Preisgrenze von 1000 Euro gefragt. Die nachfolgenden Modelle, allesamt aus dem Modelljahr 2020, haben die Experten auf Amazon gefunden:

LG 75UN71006LC

Wer ein bisschen Luft im Budget hat, sollte sich dieses Gerät anschauen: Der LG 75UN71006LC kostete in der 75-Zoll-Version (189 cm) ursprünglich knapp 1600 Euro, aktuell ist er bereits für 929 Euro zu haben.

Dafür bietet der mit einem IPS-LCD-Panel ausgestattete TV eine Menge feinster Technik: Der Quad-Core-4K-Prozessor optimiert Bild und Ton automatisch. Active HDR sorgt für scharfe, lebendige Inhalte. Und wer auf das authentische Erlebnis setzt, wie es von den Filmemachern intendiert ist: Der "Filmmaker Mode" schaltet jegliche Bildverbesserung aus und zeigt quasi die reine Lehre. Zudem bietet der LG einen speziellen Modus für Gamer. Außerdem lassen sich per Bluetooth bis zu zwei Lautsprecher kabellos anbinden.

Als Betriebssystem dient webOS 5.0 (LG ThinQ) mit Google Assistant und Alexa-Vorbereitung (optionale LG Magic Remote Fernbedienung erforderlich), zusätzlich unterstützt der TV Apple Airplay 2. Die App-Auswahl ist immens, alle relevanten Services (und noch viel mehr) lassen sich installieren.

Mit 65-Zoll-Bildschirm kostet der LG statt 849 Euro derzeit 721,99 Euro.

Philips 70PUS7555

Die goldene Mitte zwischen 65 und 75 Zoll markiert der Philips 70PUS7555 mit 70 Zoll (178 cm Diagonale) für 788 Euro. Er setzt auf ein LED-Panel und beherrscht HDR10+, Dolby Vision sowie Dolby Atmos. Top für Netflix-Nutzer, die mittlerweile viele Inhalte in Dolby Vision und Atmos angeboten bekommen. Das sorgt für eine atemberaubende Bild- und eine räumlichere Klangerfahrung. Auch hier kümmert sich ein Quad-Core-Chip um die pfeilschnelle Bildverarbeitung.

Das Betriebssystem hört auf den Namen Saphi Smart TV: Philips setzt die Eigenentwicklung, die auf Linux beruht, im Einsteiger-Segment ein. Das System unterstützt unter anderem Amazon Prime Video, Netflix sowie Youtube. Die App-Fülle wie bei Android TV wird aber nicht geboten.

Samsung TU7199

Ebenfalls im 70-Zoll-Format präsentiert sich der Samsung TU7199 für 920 Euro. Das LED-Panel wird von einem 4K-Chip befeuert, HDR sorgt für einen verbesserten Kontrastumfang – Ehrensache. Hält man ein geeignetes Samsung-Smartphone nah an den Fernseher, lassen sich Inhalte wie Fotos oder Videos drahtlos und schnell an diesen weiterleiten. Dank Airplay-2-Schnittstelle gelingt das auch mit Apple-Geräten.

An Sprachassistenten unterstützt der Samsung TU7199 Amazon Alexa, Google Assistant und natürlich den hauseigenen Service Bixby.

Auch Gamer hat Samsung im Visier: Der "Game Enhancer" analysiert laut Hersteller "Szene für Szene", damit die Spiele flüssig und ruckelfrei über die Mattscheibe laufen.

Als Betriebssystem dient Samsungs Eigenentwicklung Tizen, eines der besten Systeme auf dem Markt. Das OS (Operating System) sorgt dank dem zentralen Smart Hub für schnellen Zugriff auf Apps und Co. Da es sich um ein offenes System handelt, sind auch alle wichtigen Streaming-Apps verfügbar.

Sony KD-65X7055 Bravia

Im 65-Zoll-Format kommt der Sony KD-65X7055 Bravia für knapp 800 Euro daher. Das LED-Panel bietet 4K-Inhalten mit HDR-Unterstützung eine große Bühne, die Fernbedienung bringt eigene Tasten für Netflix und YouTube mit. Inhalte von Sony-Smartphones lassen sich per USB-Kabel im Handumdrehen auf den großen Screen schicken.

Zudem verspricht der Hersteller mit der Sound-Technologie "ClearAudio+" den Klang des Fernsehers zu optimieren. Ob das wirklich stimmt, müssen die video-Kollegen erst noch im Testlabor überprüfen. In der Regel kommt man um eine Soundbar nicht herum, wenn der Ton adäquat zum Bild sein soll.

Ein Nachteil gegenüber teureren Sonys: Als Betriebssystem kommt hier statt Android TV Linux zum Einsatz. Das schränkt die App Auswahl ein: Zusätzlich zu den vorinstallierten Apps kann man keine weiteren Anwendungen herunterladen. Welche Apps im Detail vorhanden sind, verrät Sony nicht. Netflix, Youtube und Prime Video laufen, Sky und Joyn nicht.

Grundig Vision 7 - Fire TV Edition

Wer auf Amazons Prime Video schwört und Alexa zur Heimvernetzung nutzt, bekommt mit dem 65-Zoll-LED-TV Grundig Vision 7 - Fire TV Edition für 559,94 Euro eine integrierte Lösung, die Live-Fernsehkanäle und Streamingangebote gemeinsam auf der Startseite anzeigt. Neben Prime Video kann man über den Amazon-App-Store weitere Dienste wie Netflix, Waipu.tv, Youtube oder die Mediatheken vieler TV-Sender laden.

Über die Fernbedienung lässt sich Alexa aktivieren, die per Spracheingabe den Fernseher steuert, Apps startet, Sendungen sucht, Eingänge wechselt oder Musik abspielt.

TCL 65C715 QLED

TCL setzt mit QLED auf dieselbe verbesserte LED-Technologie wie Samsung. Zusätzlich kommt der TCL 65C715 QLED mit Android TV als Betriebssystem. In der schon etwas älteren Version Android 9 (aktuell ist 11) bringt es Apps wie YouTube, Netflix und Prime Video in 4K-Auflösung auf den Schirm. Google Home und Chromecast stehen ebenfalls parat. Über den Google Assistant ist die freihändige Sprachsteuerung möglich, zusätzlich versteht sich der TCL-TV mit Amazons Sprachsteuerung Alexa. Der QLED-Fernseher unterstützt HDR10+ und Dolby Vision sowie Dolby Atmos.

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