Smartphone kaputt?

Tipps zur Smartphone-Reparatur

Allzu schnell fallen teure Smartphones auf den Boden – und schon ist das Display zersplittert oder durchzogen von feinen Rissen. Wer wieder ein funktionstüchtiges Gerät haben will, muss selbst ran oder einen Reparaturservice bemühen. Wir zeigen, welche Methode wann am besten funktioniert.

Smartphone reparieren

© Andrey_Popov - shutterstock.com

Smartphone reparieren

Groß sind der Ärger und das Entsetzen, wenn es dann doch mal passiert: Das Smartphone rutscht beim Versuch, es aus der Tasche zu holen, versehentlich aus der Hand und knallt auf den Asphalt. Unschöne Risse auf dem Display zeigen das Ausmaß des Malheurs: Der Bildschirm ist zu Bruch gegangen und muss ausgetauscht werden. Das geschieht einem frei nach Murphy natürlich gerne bei einem neuen Gerät, das besonders dünn und aus hochwertigen Materialien gefertigt ist. Display- oder Wasserschäden sind hier durchaus an der Tagesordnung. Das geht unter anderem aus der Pannenstatistik des Versicherungskonzerns Allianz hervor.

Demnach haben 72 Prozent der defekten Smartphones gesprungene Displays oder kaputte Gehäuse. Dabei wurden insgesamt 34.882 Handyschäden 2014 bei der Allianz gemeldet, was den Versicherungskonzern knapp fünf Millionen Euro kostete. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass 75 Prozent der Smartphone-Nutzer angegeben haben, dass sie ihr Mobiltelefon schon mal auf der Toilette im Einsatz hatten. Ob das eine mögliche Erklärung für die 16 Prozent Wasserschäden bei der Versicherung ist, sei dahingestellt.

Schäden beheben

Tatsache ist und bleibt aber, dass selbst bei einem Smartphone, dessen Garantiezeit noch nicht abgelaufen ist, die Gewährleistung bei selbstverschuldeten Schäden nicht gilt. Hat sich also das teuere Handy beim unfreiwilligen Bad im Hotelpool als nicht ganz dicht erwiesen, muss der Nutzer selbst für die Reparatur aufkommen. Dabei sind es nicht nur Defekte durch Unachtsamkeit, die Smartphone-Besitzern das Leben schwer und teuer machen. Gelegentlich versagt auch die Technik – und das oft ausgerechnet dann, wenn die Garantie gerade abgelaufen ist. Wenn sich der Akku nicht mehr laden lässt oder der Einschaltknopf einfach nicht mehr reagiert, muss das Smartphone zur Reparatur. Nicht viel anders läuft das bei Tablets.

Reparatur-Schablone

© ifixit.com

Damit nach der Reparatur keine Teile übrig bleiben und Sie genau wissen, wo welchesBauteil seinen Platz hat, empfiehlt sich eine Schablone (wie hier von ifixit.com), auf der jedes Bauteil eingezeichnet ist.

In Eigenregie reparieren

Und während sich ein schadhafter Akku bei einigen Geräten noch einfach wechseln lässt – zumindest, wenn der Rückdeckel des Mobilgeräts abnehmbar ist – sind Reparaturen an Geräten wie Apples iPhone, Sonys Xperia-Reihe oder bei neueren Samsung-Geräten schon eine echte Herausforderung. Wer es sich zutraut, sein Smartphone auseinander- und auch wieder zusammenzuschrauben, braucht außer handwerklichen Fähigkeiten das passende Werkzeug.

Das gibt es meist im Set im Elektronikhandel und lässt sich bequem online besorgen, etwa bei Amazon. Diese Smartphone-Reparatursets bestehen aus feinen Schraubendrehern, aus verschiedenen Plastikhebeln und einem Saugnapf. Häufig gibt es dazu noch eine Schablone für die Schrauben und andere Bauteile. Solch eine Schablone ist unverzichtbar, wenn das Smartphone wieder korrekt zusammengeschraubt werden soll, denn damit erkennen Hobbybastler auch nach dem Austausch einer Komponente, wo welches Detail hingehört.

Lesetipp: So wertvoll sind alte Handys und Smartphones

Reparatursets gibt es meist auch zusammen mit Austauschteilen wie Displays. Wer also den zersplitterten Bildschirm seines iPhones wechseln will, kann Ersatzdisplay und Reparaturset im Bundle kaufen. Doch sollte jedem, der sich selbst an die Smartphone-Reparatur wagt, klar sein, dass dieses Unterfangen nicht ganz trivial ist. Moderne Mobiltelefone sind zweifellos kleine Meisterwerke der Ingenieurskunst: Auf engstem Raum sind hochempfindliche Bauteile in höchst effizienter Weise miteinander verbunden. Drähte, Antennen und Kontakte sind sehr filigran und reißen leicht, wenn sie falsch abgezogen werden.

ifixit Anleitung

© ifixit

Zum Öffnen von modernen Smartphones werden Spezialschraubendreher ebenso gebraucht wie verschiedene Plastikhebel (es gibt sie meist in einem Reparaturset, oben). Zu einem Reparaturkit gehören neben Schraubendrehern unter anderem auch Saugnäpfe (oder Spezialgeräte wie der sogenannte iSclack von ifixit.com), mit denen man Geräte wie das iPhone öffnen kann (unten).

Auf jeden Fall sollten sich geschädigte Smartphone- oder Tablet-Nutzer eine passende Reparaturanleitung im Internet suchen. Die gibt es bei Youtube und vor allem bei dem Reparaturportal www.ifixit.com. Dessen wirklich brauchbare Anleitungen sind allerdings nur auf Englisch verfügbar. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass sich solch eine Reparaturaktion bei ungeübten Bastlern in die Länge ziehen kann. Ganz abgesehen davon, dass Ersatzteile (und das Reparaturset) bestellt und geliefert werden müssen. Die Alternative sind professionelle Reparaturdienste.

Lesetipp: iFixit – Handy-Reparatur selbst durchführen

Doch ungeachtet der Frage, ob das beschädigte Mobilgerät daheim oder von einem Profi instandgesetzt wird, sollte man die Daten vorher auf jeden Fall sichern. So bleibt es beim Geräteschaden, falls bei der Reparatur etwas schiefgehen sollte. Zum Reparaturdienst oder zum Hersteller eingeschickte Geräte werden ohnehin häufig auf Werkszustand zurückgesetzt, sodass persönliche Daten, Videos und Bilder verlorengehen.

Reparatur beim Hersteller

Wenn das teure Smartphone durch ein Missgeschick beschädigt worden ist oder möglicherweise wegen technischer Mängel (nach dem Ablauf der Garantie) nicht mehr funktioniert, können sich Nutzer an den Hersteller wenden. Das läuft bei den vielen Smartphone-Schmieden über die Support-Webseite. Im Idealfall können Kunden, wie beispielsweise bei Apple, unter Angabe der Seriennummer des Geräts und des bestehenden Schadens den passenden Service ordern; bei manchen Herstellern muss man auch die Service-Nummer anrufen. Dort oder online wird erklärt, wie die weitere Vorgehensweise ist.

Bei Apple zum Beispiel wird das beschädigte Gerät von einem Paketdienst abgeholt. Bei HTC hingegen muss der Nutzer das Mobilgerät selbst einschicken. Wie lange die Reparatur dauern wird, lässt sich im Vorfeld nicht in Erfahrung bringen; freilich hängt das auch davon ab, welche Schäden es zu beheben gilt. Auch bei Preisangaben für die Reparatur geben sich die Hightech-Firmen eher zurückhaltend.

Planbar für den Kunden sind Festpreise für bestimmte Instandsetzungen: Wer zum Beispiel das beschädigte Display seines iPhone 6 austauschen lassen will, zahlt bei Apple einen Festpreis von 127 Euro, inklusive Versandkosten. Wenn sich freilich herausstellt, dass noch weitere Schäden zu beheben sind, fallen die Kosten entsprechend höher aus.

Letsfix online

© Letsfix

Bei Reparaturdiensten wie Letsfix lässt sich schnell prüfen, wie teuer das Beheben des Schadens wird.

Während die meisten anderen Hersteller nicht verraten, wie teuer Reparaturen sind, zeigt sich ein junger Herausforderer auf dem Markt vorbildlich und überaus großzügig beim Displaytausch: Kazam verspricht seinen Kunden den kostenlosen Austausch eines kaputten Displays im ersten Jahr – unabhängig davon, ob ein technischer Fehler oder ein Missgeschick die Ursache des Dilemmas sind.

Reparaturdienst im Netz

Etwas mehr Transparenz bei den Reparaturpreisen gibt es bei den verschiedenen Diensten im Internet. Ein Blick und ein paar Mausklicks auf den Webseiten von Letsfix oder von Handyreparatur123 zeigt dem Kunden die Kosten an. So zahlt man für den Displaytausch eines iPhone 6 bei Letsfix stolze 200 Euro, bei Handyreparatur 140 Euro. Bei beiden Anbietern sind zwar ebenfalls die Versandkosten enthalten, doch bei Apple direkt kommt man deutlich günstiger weg.

Da die Preise aber geräteabhängig sind, kann die Rechnung bei anderen Smartphone-Modellen durchaus anders aussehen – es empfiehlt sich also, zu vergleichen. Über die Qualität der Dienstleistungen sagen die Preise allerdings nichts aus. Wie gut die einzelnen Anbieter bei speziellen Handymodellen arbeiten, lässt sich in Foren nachlesen.

Reparaturshops in der Nähe

Über sehr unterschiedliche Erfahrungen berichten auch Kunden von Reparaturshops in Shoppingcentern oder Fußgängerzonen. Deren Vorteil ist, dass beschädigte Displays meist sofort ausgetauscht werden; die Reparatur bei Hersteller oder Internetdienstleistern dauert sehr viel länger, da allein der Versand oft ein paar Werktage in Anspruch nimmt.

Smartphone Hülle

© Artwizz

Schäden am Smartphone lassen sich nicht völlig verhindern, doch einen gewissen Schutz bieten Hüllen auf jeden Fall.

Gesplitterte Smartphone-Displays verursachen also nicht nur Kosten, sondern auch Verdruss wegen Ausfallzeiten. Für die Ausgaben wollen immer mehr Handyversicherungen aufkommen – allerdings sind diese auch nicht wirklich günstig. Je nach Smartphone zahlt man meist um die 60 Euro im Jahr. Und welche Kosten im Fall der Fälle dann tatsächlich erstattet werden, sollte genau geprüft werden.

Wer sich Ärger ersparen will, packt sein Smartphone am besten vom Start weg in eine Schutzhülle – die verhindert zwar nicht jeden Schaden, bietet aber eine Grundsicherheit bei kleinen Unachtsamkeiten.

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