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Bluetooth-Kopfhörer

Beyerdynamic Amiron Wireless im Test

Auf den kleinen Aventho Wireless folgt der große Bruder: Der Amiron Wireless kommt als HiFi-Kopfhörer, vollintegriert mit der sensationellen Einmesstechnik von Mimi Hearing Technlogies. Wie klingt er im Test?

Beyerdynamic Amiron Wireless

© Beyerdynamic

Entscheidende Merkmale der Amiron-Reihe sind die Materialien. Als Bezug für den Kopfbügel und die Ohrpolster setzt der deutsche Hersteller auf hochwertiges Alcantara. Im Bluetooth-Betrieb hält der Amiron Wireless mindestens 30 Stunden lang durch, man kann ihn aber auch per Kabel betreiben.

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EUR 699,00

Pro

  • neutraler Klang
  • sehr gute Anpassungs ans eigene Gehör über App
  • guter Tragekomfort

Contra

Fazit

AUDIO Klangurteil: 87 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut
Hervorragend

Es war nur eine Frage der Zeit, wann Beyerdynamic das Konzept des Aventho Wireless auf andere Kopfhörermodelle übertragen würde. Nach dem mobilen On-Ear-Hörer ist mit dem Amiron Wireless nun ein ausgewachsener HiFi-Kopfhörer an der Reihe. Der Name „Amiron“ ist bei Beyerdynamic schon seit langem ein Begriff. Er stand bisher für den Amiron Home, einen offenen, verkabelten HiFi-Kopfhörer. Dieses Modell eignet sich zudem für den mobilen Einsatz, da es auch mit den leistungsärmeren Verstärkern in Smartphones oder MP3-Playern zurechtkommt.

Geschlossener Hörer

Beim Amiron Wireless verlässt Beyerdynamic den bisherigen technischen Pfad des offenen Kopfhörers und schwenkt auf ein geschlossenes Konzept um. Ist er dann überhaupt noch ein Amiron? Ja und nein. Akustisch unterscheidet sich der Amiron Wireless schon deutlich vom Amiron Home, optisch und haptisch aber kaum.

Beyerdynamic setzt überwiegend die gleichen Materialien ein. Wunderbar weich, fast flauschig fühlt sich beispielswesie der Alcantara-Stoff an, mit dem das Kopfband und die Ohrpolster bezogen sind. Die Verarbeitung ist makellos, man merkt dem Produkt an jeder Stelle an, dass es in liebevoller Handarbeit entsteht, sogar in einer deutschen Manufaktur. Mit 380 Gramm ist der Amiron Wireless nicht gerade ein Leichtgewicht, dennoch saß er im Test perfekt. Der Anpressdruck war exakt ausbalanciert, selbst bei schnellen Kopfbewegungen rutschte der Höhrer nicht herunter, dennoch drückte er gleichzeitig nicht zu stark. Das feine Alcantara sorgte zudem dafür, dass schwitzige Hautstellen um die Ohren herum gar nicht auftraten.

Beyerdynamic Amiron Wireless

© Beyerdynamic

Beim Bedienkonzept setzt der Amiron Wireless auf das bewährte Touchfeld außen an der rechten Kapsel. Steicht man leicht nach oben oder unten, ändert sich die Lautstärke, vorn/hinten wechselt den Song. Ein Doppel-Tab pausiert die Wiedergabe.

Klang-Personalisierung

Doch nun zu dem, was der Hersteller die „Klang-Personalisierung“ nennt. Nachdem man den Hörer per Bluetooth mit seinem Smartphone oder Tablet gekoppelt und die passende App installiert hat, startet man in der App die Einmessung.

Das läuft so ähnlich ab wie beim Ohrenarzt: Die App spielt Testtöne von unterschiedlicher Frequenz und Lautstärke ab. Solange man den Ton hört, drückt man eine Schaltfläche. Der Vorgang wird für jedes Ohr separat ausgeführt, und aus den Ergebnissen errechnet die App ein individuelles Hörprofil, das im Kopfhörer selbst gespeichert wird und daher dauerhaft eingesetzt wird, ganz egal, mit welcher Musik-App man hört. Das Profil passt nicht nur den Frequenzgang an, es steuert auch einen Multiband-Dynamikprozessor, der ganz sanft das individuelle Hörvermögen unterstützen soll.

Und die App kann noch mehr. Man stellt mit ihr zum Beispiel auch die Empfindlichkeit der Touch-Oberfläche ein, mit der man über Gesten die Lautstärke steuert oder zum nächsten respektive vorherigen Song springt. iPhone-Besitzer wird freuen, dass sich auch Siri, die digitale Sprachassistentin, durch einen langen Druck auf die Fläche aufrufen lässt. Telefonate lassen sich ebenfalls entgegennehmen.​

Beyerdynamic Amiron Wireless

© Beyerdynamic

In der zugehörigen App nimmt man die Einmessung für den Amiron Wireless vor und kann auch die Empfindlichkeit des Touchpads einstellen.

Das Hörprofil

Was uns schon beim Aventho Wireless​ überzeugte, tat dies auch beim Amiron Wireless. Der Kopfhörer war zunächst überwiegend neutral, tonal leicht mittig bis warm abgestimmt. Nach der Personalisierung öffnete sich das Klangbild noch, es wurde weiter mit tieferer Feinzeichnung. Dabei blieb die neutrale Abstimmung überwiegend erhalten, sodass sich der Hörer für nahezu alle Genres eignet.​

Fazit

Dank der Einmessung habe ich irgendwie das Gefühl, dass der Kopfhörer mir zuhört, meine Hörweise lernt und sich darauf einstellt. Das stimmt natürlich nur zum Teil, denn in der Realität bin ich es ja selbst, der die Einmessung bei der Profilierung steuert. Dennoch können sich die Ergebnisse hören lassen. Was mit dem Avento für unterwegs eine Offenbarung war, setzt sich mit dem Amiron nun im Wohnzimmer fort.​

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