Die HiFi-Welt von AUDIO und stereoplay
Standlautsprecher

Bowers & Wilkins 703 S2 im Test

Mit der 700er-Serie beweist Bowers & Wilkins, dass herausragende Chassis-Technologie kein Vermögen kosten muss. Wird die 703 S2 aber auch ohne den abgesetzten Hochtöner im Test überzeugen?

B & W Standlautsprecher

© B & W

Bowers & Wilkins 703 S2

Pro

  • spielt homogen und wohlklingend
  • weiträumige und punktgenaue Abbildung
  • mehr als genug Substanz für höhere Lautstärken

Contra

Fazit

stereoplay-Testurteil: 77 Punkte; Klang: absolute Spitzenklasse (59 Punkte); Preis/Leistung: sehr gut
Hervorragend

Kann man ein Lautsprecherkonzept beliebig skalieren? Offensichtlich ja, und Bowers & Wilkins zeigt, wie es geht: Mit der 700er-Serie hat der englische Traditionshersteller einen ganzen Lautsprecherverband geschaffen, der alle Größenordnungen abdeckt, von der kleinen Kompaktbox bis zur großen Standbox. Mit zwei dazu passenden Centern und einem Subwoofer lassen sich mit der 700er-Serie auch Surround-Setups in verschiedenen Größen realisieren.

Da in der gesamten Serie durchgehend dieselbe, aus den Spitzenmodellen der 800er- Reihe entlehnte Chassis-Technologie zum Zug kommt, erhält man dabei ein besonders homogenes Klangbild. Die 703 S2, um die es hier geht, reiht sich mit einer reinen Gehäusegröße von 20 × 99 × 30 cm (B×H×T) zwischen der etwas kleineren 704 S2​ und dem Flaggschiff 702 S2​ ein, dessen Gehäusedimensionen kaum größer sind. Von der Treiberbestückung her ähnelt sie ebenfalls der Großen und spielt mit den größeren Versionen der Konustreiber, einem sickenlosen 15-cm-Continuum-Mitteltöner und 16,5-cm-Aerofoil-Bässen. Davon besitzt sie allerdings nur zwei, anstatt drei wie das Topmodell 702 S2.

B & W Standlautsprecher - Tieftöner

© B & W

Mit seinem kräftigen Magnetsystem kann der Tieftöner einiges an Bassgewalt mobilisieren. Die mehrschichtige Membran aus Pappe und Polysterol weist eine variable Dicke auf, was als Aerofoil-Profil bezeichnet wird und für höchste Stabilität sorgt.

Von der Bauart her lehnt sich die 703 S2 jedoch eher an die kleinere 704 S2 an. Bowers & Wilkins hat das Markenzeichen der 800er-Serie, den mit einem tropfenförmigen Gehäuse abgesetzten Hochtöner, nur für zwei Modelle der 700er-Serie übernommen. So müssen sich die beiden kleineren Standboxen aus der 700er-Serie mit einer schlichteren äußeren Form begnügen, die 1-Zoll-Karbonkalotte für den Hochton ist bei ihnen direkt in die Schallwand eingelassen. Allen Hochtönern liegt aber dieselbe Technologie zugrunde, die extra für die neue 700er-Serie entwickelt wurde.

Bowers & Wilkins überzieht dazu eine doppellagige Trägerkalotte aus Aluminium mit einer dünnen Kohlenstoffschicht, was die Aufbruchfrequenz der Membran auf 47 kHz anhebt und den hochgelobten Diamantkalotten der 800er-Serie aus reinem Kohlenstoff klanglich sehr nahekommen soll, speziell in Bezug auf das Auflösungsvermögen.

B & W Standlautsprecher - Mitteltöner

© B & W

Die Mitteltönermembran besteht aus Continuum, einem beschichteten Aramidfasergewebe. Sie ist sickenlos aufgehängt und wird stattdessen von einem Dämpfungsring aus Schaumstoff gehalten. Angetrieben wird sie von einem kompakten Magnetsystem mit kleiner Schwingspule.

Hörtest: Temperamentvoll gelassen 

Vor allem bei den Schallwandlern weist die 703 S2 also zahlreiche Gemeinsamkeiten mit den Modellen aus B&Ws Topserie auf. Da überraschte es auch nicht, dass sie im Hörtest von Beginn an einen äußerst guten Eindruck hinterließ. Bei Paul O’Brians Version von „Big Yellow Taxi“ arbeitete die Box die Feinheiten der Stockfisch-Aufnahme so perfekt heraus, als hätte sie nie etwas anderes gespielt. Auch wenn sie immer wieder durch den energisch einsetzenden Bass gefordert wurde, ließ sie sich niemals aus dem Konzept bringen und legte genau die richtige Mischung aus Temperament und Gelassenheit an den Tag, die mitreißendes und trotzdem entspanntes Musikhören verspricht. 

Noch deutlicher als bei „Big Yellow Taxi“ offenbarte die 703 S2 dann beim vierten Satz der Fantastischen Symphonie von Hector Berlioz, wie plastisch und weiträumig sie abbilden kann. Sie brachte das erweitert instrumentierte Orchester voll zur Geltung und modellierte eine in sich stimmige Szene, die in Breite und Tiefe bemerkenswerte Dimensionen aufwies.

B & W Standlautsprecher - Hochtöner

© B & W

Der Hochtöner ist der ganze Stolz der 700er-Serie und stellt im Prinzip eine vereinfachte Version der hochgelobten Diamanthochtöner von Bowers & Wilkins dar. Die doppellagige Aluminium-Kalotte ist mit Kohlenstoff beschichtet, und auch das Nautilusrohr, das die Schallausbreitung hinter der Membran dämpft, darf nicht fehlen.

Perfekt skaliert 

Nicht nur klanglich, auch messtechnisch reiht sich die 703 S2 zwischen der größeren 702 und der kleineren 704 ein. Bowers & Wilkins ist damit das Kunststück gelungen, die Standboxen der 700er-Serie fein säuberlich zu skalieren. Wer also für einen abgesetzten Hochtöner keinen Tausender drauflegen will, ist mit der 703 S2 bestens bedient.

Mehr zum Thema

B&M BM Line 15
Standbox

Die BM Line 15 von Backes & Müller spielt extrem zackig und präzise. Vor allem Audio-Experten kommen bei dieser massiven Standbox auf ihre Kosten.
Lautsprecher
Standlautsprecher

Die Standbox Technics SB-G90 orientiert sich technisch am Referenzlautsprecher SB-R1. Kann der High-Tech-Koax im Test auch beim Klang mithalten?
B & W Standlautsprecher
Standlautsprecher

In der 700er-Serie überträgt B&W Nautilus-Technologie auf bezahlbare Lautsprecher. Wie schneidet der Standlautsprecher B&W 702 S2 im Test ab?
B&W 705 S2 und 704 S2
Standbox vs. Kompaktbox

Standbox oder Kompaktlautsprecher? B&W 704 S2 und B&W 705 S2 kosten fast gleich viel. Wir stellen die Lautsprecher im Test gegenüber.
Nubert NuVero 110 im Test
Standlautsprecher

Ganze sechs Chassis verbaut Nubert in seiner NuVero 110. Entsprechend beeindruckt die Standbox dann auch im Test mit ihrer klanglichen Präsenz.
Alle Testberichte
1&1 Media-Center
connect Festnetztest 2018
Sehr gut bei Sprache, Internet und Web-Services, Verbesserungspotenzial bei Web-TV – aber kein Grund zu klagen bei 1&1 im Festnetztest 2018.
PŸUR LOGO
connect Festnetztest 2018
Pÿur nimmt 2018 erstmals an unserem connect Festnetztest teil, kann aber nicht ganz mit den anderen Kandidaten mithalten.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.