Over-Ear-Kopfhörer

Shure SRH1840 im Test

27.11.2017 von Christian Möller

Mit dem SRH1840 bringt Shure einen Kopfhörer, der sich mit den großen HiFi-Herstellern messen will. Vom Design her schafft er das. Überzeugt im Test auch der Klang?

ca. 2:30 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Shure-SRH1840
Shure SRH1840
© Shure

Pro

  • offener, transparenter Klang
  • superschnelle Impulse
  • knackige Bässe

Contra

  • offene Bauweise lässt Außengeräusche durch

Fazit

AUDIO Klangurteil: 90 Punkte; Preis/Leistung: überragend


Hervorragend

Die zwei großen Kopfhörerhersteller mit dem „S“ als Anfangsbuchstaben streiten sich immer mal wieder zünftig um die Krone in der einen oder anderen Gerätekategorie. Sennheiser und Shure haben eine ähnliche Geschichte: Beide sind Traditionsunternehmen, tragen die Namen ihrer jeweiligen Gründer und sind überwiegend im professionellen Musikumfeld tätig, vor allem im Bereich des Mikrofonbaus. Dass Shure aber auch richtig gute Kopfhörer bauen kann, die denen des Konkurrenz in nichts nachstehen, will der US-amerikanische Hersteller jetzt mit dem SRH1840 unter Beweis stellen. Design und Materialauswahl sind den Amerikanern schon einmal gut gelungen: Der SRH1840 fühlt sich robust und widerstandsfähig an, da darf er ruhig auch einmal vom Tisch fallen. So schnell zerbricht da nichts.

Die offenliegenden, 40 mm durchmessenden dynamischen Treiber werden von einem lackierten Metallgitter in Wabenform geschützt. Den zweiteiligen leicht gepolsterten Bügel umgibt ein Kunstlederbezug. Die Ohrkapseln werden von kräftigen Metallbügeln gehalten und bestehen aus durchgefärbtem, grauem Kunststoff. Hier kann auch bei jahrelangem Musikgenuss kein Lack abplatzen. Praktisch: Die mit schwarzem Velours bezogenen Ohrpolster sind auswechselbar, der Hersteller legt ein Ersatzpaar gleich mit in den Karton, genau wie ein zweites Anschlusskabel gleicher Länge. Redundanz ist beim SRH1840 offensichtlich Programm.

AUDIO Testsiegel Shure SRH1840
AUDIO Testsiegel: Shure SRH1840, Empfehlung Transparenz
© WEKA Media Publishing GmbH

All diese Indizien, die sehr leichte Bauweise (der Shure wiegt kaum 270 Gramm) und der hohe Tragekomfort deuten schon darauf hin: Dieser Kopfhörer ist für den Dauerbetrieb im Studio gedacht.​ Doch auch der geneigte HiFi-Liebhaber kann sich mit dem Profi-Hörer anfreunden, wenn man einige Besonderheiten beachtet. Die offene Bauweise sorgt zwar für knackigen und extrem impulsstarken Klang, doch die offene Kapsel lässt auch viele Außengeräusche ans Ohr, die den Musikgenuss stören können. Der mobile Einsatz fällt dadurch im Prinzip weg. Zudem strahlen die Treiber schon bei mittlerer Abhörlautstärke einiges an Pegel nach außen ab. Der Sitznachbar in der U-Bahn wird es Ihnen mit bösen Blicken danken.

Auch zu Hause ist tunlichst darauf zu achten, dass man seine Musik mit diesem Kopfhörer ganz in Ruhe genießen kann. Tirilierende Gartenvögel oder eine tockende Wanduhr könnten einem sonst den Spaß verhageln. Allerdings schirmte der SRH1840 Außengeräusche viel effektiver ab als der ebenfalls offene Sennheiser HD 800 S.

Shure-SRH1840 Seite
Die Rückseite des Treibers liegt frei, sie ist nur durch ein Gitter vor allzu heftigen Zugriffen von außen geschützt.
© Shure

Hörtest

Nun also zum Klang: Die Band „Atone“ hat mit ihrem neuen Album „White Moth Black Butterfly“ ein sehr dynamisch gemischtes und exzellent produziertes Album abgeliefert. Ideal für offene Kopfhörer. In dem Song „Rising Sun“ schwebten die Stimmen von Sänger Daniel Tomkins und seiner Begleitung Amanda Munton leichtfüßig durch den Raum. Bei den Gitarren und Keyboards machte der Shure einen weiten Raum auf, augenblicklich entstanden traumhafte Landschaften und Sonnenaufgänge vor dem inneren Auge. Die analytische Abstimmung des Kopfhörers ließ uns jedes noch so kleine Detail entdecken. Mehr davon!

Aus Steven Wilsons aktuellem Meisterwerk „To The Bone“ spielten wir den Song „Pariah“. Der Hörer löste die Gegensätzlichkeit der Stimme Wilsons und der seiner Begleiterin perfekt auf. Gut, er reichte in puncto Präzision und Neutralität nicht ganz an den Platzhirschen von Sennheiser heran. Bedenkt man allerdings den satten Preisunterschied, dann war die Leistung des Shure SHR1840 geradezu erstaunlich.

Fazit

Frisch, frech und transparent klingt der Shure, seine Neutralität und Impulsfreude hatten es mir auf den ersten Ton angetan. Wenn er auch nicht an einen Sennheiser HD 800 S heranreicht, ist Shure mit dem SRH1840 ein großer Wurf gelungen. Sein größter Vorteil ist leider auch ein Nachteil: Die offene Bauweise lässt reichlich Außengeräusche durch.

Deutsche HiFi Tage 2017 - Die Bilanz

Quelle: WEKA Media Publishing GmbH
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