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One-Box-System

Sky Soundbox im Test

Der Pay-TV-Sender Sky wandelt auf Abwegen. Mit Unterstützung von Devialet schuf er die Sky Soundbox, die gerade Abonnenten mächtig die Bude rocken soll. Wir haben das One-Box-System getestet.

Sky Soundbox

© Sky

Sky Soundbox

Pro

  • für Sky-Kunden sinnvoll und dazu günstig im Preis

Contra

  • für Nicht-Abonennten eingeschränkte Nutzung bei doppeltem Preis

Fazit

Audio-Klangurteil : 83 Punkte; Preis/Leistung: überragend
Hervorragend

Der Pay-TV-Sender Sky geht in die Vollen und baut mit dem neuen Sky Q sein Programmangebot aus. Doch die Münchner sehen ihre Zukunft nicht nur in reichlich Video-on-Demand-Inhalten, sondern neuerdings auch im maßgeschneiderten Sound. Im Bestreben, für ihre Programme die bestmögliche und dazu perfekt auf die Inhalte abgestimmte Tonwiedergabe zu erreichen, wandten sich die Verantwortlichen nicht etwa an große Elektronikkonzerne wie Philips, Samsung oder LG. Für viele überraschend taten sie sich mit dem innovativen Audiospezialisten Devialet zusammen, um das allererste eigene Lautsprechersystem zu kreieren. 

Die französischen Senkrechtstarter erzeugten zunächst weltweites Aufsehen mit ihren ultraflachen und technisch ausgeklügelten Digitalverstärkern. Dadurch erklärt sich aber noch lange nicht das Zustandekommen der außergewöhnlichen Partnerschaft. Den Ausschlag dürfte vielmehr die technisch hochentwickelte, enorm aufwendige, lautstärkeabhängige Basskorrektur namens SAM gegeben haben. Sie wurde ursprünglich für den High-End-Bluetooth-Lautsprecher Phantom entwickelt. Mit ihrer Hilfe wollten die Devialet-Denker dem Impulsverhalten der Tieftöner durch eine smarte Korrektur auf die Sprünge helfen. 

Sky Soundbox - Innenleben

© Sky

Die Sky Soundbox hat nur einen direktstrahlenden Breitbänder vorne in der Mitte.

Dieses Wissen, wie man beeindruckende Bässe aus einem kleinen Gehäuse zaubert, machten sich die Konstrukteure der Sky Soundbox zu Nutze. Sechs Tieftöner und drei Breitbänder für den Mittelhochton-Bereich sorgen darin für satten Sound und angesichts der Größe bemerkenswerte Räumlichkeit. Um eine Art Surround-Effekt zu erzeugen, verwenden die cleveren Franzosen nur ein direktabstrahlendes Breitband-Chassis. Es sitzt genau in der Mitte der 35 cm breiten Soundbar. Die anderen beiden strahlen schräg nach hinten ab, um über Wandreflexionen einen Surround-Effekt zu ermöglichen.

 Die Tieftöner wurden auf sämtliche vier Seiten verteilt. Immer zwei der sechs Treiber bilden ein Paar, das, mit dem Rücken zueinander eingebaut, gegenphasig arbeitet. Diese Anordnung führt zu je zwei Tieftönern auf der Vorder- und Rückseite und zu je einem auf jeder Seitenwand. Die Idee dahinter ist wie beim Phantom, dass sich durch den gegenseitigen Hub die Schwingungen zu einem großen Teil gegenseitig aufheben und nicht in das in diesem Fall relativ leicht gebaute Kunststoffgehäuse übergehen.

Das Ziel: Mittendrin statt nur dabei

Bei der Konstruktion der Sky Soundbox konnte Devialet in besonderem Maße auf die umfangreiche Expertise im Bereich der digitalen Signalverarbeitung zurückgreifen. Schließlich sollte der Reiz der Soundbar nicht nur von einer für die Größe verblüffenden Basswiedergabe ausgehen. Auch gerade die Räumlichkeit sollte die Zuhörer mitten ins Geschehen versetzen, wozu bei einem kleinen All-in-One-Lautsprecher selbstredend umfangreiche digitale Signalmanipulationen erforderlich sind.

Im Zusammenspiel mit dem bei Kunden des Pay-TV-Senders ohnehin erforderlichen Sky-Q-Receiver soll Sky Q Sound den Zuhörern ein „Mittendrin statt nur dabei“-Gefühl vermitteln. Über Metadaten aus den unterschiedlichen Programminhalten erkennt die Sky Soundbox, was gerade gespielt wird. Damit passt die Soundbar Surround-Effekte oder die Intensität einzelner Tonspuren – zum Beispiel Sprache – oder aber bestimmte Frequenzbereichene wie den Bass automatisch an. Außer mit Content von Sky funktioniert das übrigens auch mit ausgewählten Inhalten normaler Fernsehsender.

Doch das sind nur einige Besonderheiten im Kosmos der Talente dieses unkonventionellen Lautsprechersystems. Die auf die Steuerung per Fernbedienung ausgelegte Sky Soundbox spielt auch via Bluetooth oder AirPlay Drahtlosmusik von einem Smartphone oder Tablet. Was die Konnektivität betrifft, stehen darüber hinaus zwei HDMI-Anschlüsse und ein optischer Digital-Eingang bereit. Die Wiedergabe analoger Quellen ist nicht vorgesehen, doch vom Konzept her bedeutet das reine Musikhören ohnehin die Ausnahme. Dennoch erledigte der kleine schwarze Kasten diesen Ersatzdienst erstaunlich gut.

Sky Soundbox - Einrichten

© Sky / Screenshot: audio

Sky setzt auf Fernbedienung und On-Screen-Menüs (hier Sky Q Receiver), wo man aufpassen muss, dass man die Soundbox nicht mit Stereo (Standard) versorgt. Neben Q-Sound gibt es noch Klangmodi, etwa für Dialog (Stimmbetonung) oder Nachtbetrieb (wenig Bass).

Das Paaren mit dem iPhone ging ohne Probleme vonstatten, und am satten, warmen Klang gab es zumindest als Hintergrundbeschallung oder Radioersatz wenig auszusetzen. Fast erinnerte das voluminöse, eher dunkle Klangbild an die legendären Wave-Radios von Bose. Und die kaufte man sich ja bekanntlich ausschließlich wegen der Musikwiedergabe. Die ist aber hier nur die Dreingabe für einen vielseitigen Fernseher-Lautsprecher, der Sky-Abonnenten für 300 Euro feilgeboten wird. Alle anderen zahlen 600 Euro, können dann aber nicht das volle Potenzial ihrer Soundbar erleben. Mit dem zuschaltbaren Q-Sound gewannen zwar auch Filme an Räumlichkeit und Atmosphäre, doch am eindrucksvollsten war die Wirkung bei Sportprogrammen. 

Während das Publikum etwa bei Fußballspielen mickrig und distanziert herüberkam, wähnte man sich mit aktiviertem Q-Sound tatsächlich mitten im Stadion. Der Jubel und die Pfiffe klangen deutlich differenzierter, intensiver und dazu noch ausgesprochen weiträumig aus der Soundbox. Dagegen enttäuschte uns ein wenig der vorlaute Dialog-Modus. Doch unterm Strich ist die Soundbox eine tolle Sache.

Fazit

Um ehrlich zu sein, finde ich das Angebot nur für Sky-Kunden so richtig attraktiv. Dann sind das Preis-Leistungs-Verhältnis und Funktionalität maximal. Für alle anderen gibt es sehr gute Alternativen, etwa vernetzt von Sonos oder besonders klangstark in Form der DM-Serie von Canton.

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