Eine echtes Profi-Smartphone

Sony Xperia Pro im Test: So gut ist das Premium Smartphone

4.8.2021 von Konstantin Grassl

Mit dem Xperia Pro richtet sich Sony an professionelle Fotografen und Content-Creator. Die neuen Features wissen dann auch im Test zu beeindrucken.

ca. 4:25 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Sony Xperia Pro
Das Sony Xperia Pro mit HDMI-Anschluss richtet sich an professionelle Nutzer.
© Sony

Schon über die vergangenen Jahre hinweg haben die Modelle Xperia 5 II und Xperia 1 II Sonys Smartphones tendenziell eher weg von den klassischen Anforderungen des Mainstreammarktes gelenkt. Stattdessen setzte man den Fokus bei den japanischen Premium-Phones verstärkt auf die Bedürfnisse von Foto- und Videoenthusiasten. Das Sony Xperia Pro folgt dieser Entwicklung nun nicht nur, sondern geht in der bislang kompromisslosesten Art und Weise sogar noch einmal einen Schritt weiter.

Bewährtes in neuem Gewand

Das Xperia Pro basiert zu weiten Teilen auf Sonys Xperia 1 II, das uns 2020 bereits durch sein hochwertiges 21:9-OLED-Display und das mit drei Brennweiten (16, 24, 70mm) versehene Kamerasystem überzeugen konnte (connect Testurteil: sehr gut). Während es in Sachen Display und Kamera beim Pro keine Veränderungen gibt und man lieber auf die bereits bewährten Bauteile des 1 II setzt, fällt bei Sonys neuestem Modell aber schon zu Beginn das überarbeitete Äußere auf.

Sony Xperia Pro
Das SonyXperiaPro ist das bislang erste Smartphone mit dediziertem HDMI-Eingang.
© Hersteller

Das Pro wirkt als hätte man es in ein extra verstärktes Gehäuse gefasst. Mit einer Größe von 171 x 75 x 10 mm und einem Gewicht von 225 Gramm ist Sonys neuestes High-End-Gerät dann auch alles andere als klein und leicht geraten. Optisch ist das Ganze gerade auch durch die dicken Displayränder nicht wirklich eine Designoffenbarung. Die Verarbeitung aus Polycarbonat und Gorilla Glass 6 kommt dafür aber extrem stabil und super funktional daher – geradezu wie gemacht, um das Smartphone mit jeder Menge anderem Equipment einfach in den Kamerarucksack zu werfen.

Gemacht für echte Profis

Der Kamerarucksack dürfte schließlich auch das natürliche Habitat des Xperia Pro darstellen. In der Hosentasche des Otto Normalverbrauchers wird man dieses Smartphone nämlich kaum jemals antreffen. Anders als manch anderer Hersteller wirft Sony mit dem Titel „Pro“ nämlich nicht leichtfertig um sich.

Das Xperia Pro ist durch seine vielfältigen und einzigartigen Nutzungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Foto- und Videoproduktion nämlich ein ganz eigenes Monster und derart professionell, wie kaum ein anderes Smartphone. Um alle Features des Pro optimal prüfen zu können, besorgten wir uns mit der Sony Alpha 7S III und der Panasonic S1 dann erstmal zwei Spitzenkameras, um unserem Test den entsprechenden Rahmen bieten zu können.

Test: Sony Xperia Pro

Quelle: WEKA
Wir packen das Sony Xperia Pro aus und testen die wichtigsten Funktionen.

Mehr als ein Smartphone

Das Xperia Pro ist das weltweit erste Smartphone mit einem dedizierten HDMI-Eingang. Ist diese kleine Buchse nun schon die große Neuerung, die Sonys Neuling zu so einer derart exklusiven Besonderheit macht? Ja, tatsächlich! Zuallererst befähigt der HDMI-Eingang des Xperia Pro nämlich dazu, das Gerät über die vorinstallierte App „Externer Monitor“ auch in einen hochwertigen 4K-OLED-Monitor mit 6,5 Zoll für so ziemliche jede hochwertige Kamera zu verwandeln.

Herkömmliche Kameramonitore kommen zwar in der Regel mit einer größeren Bildschirmdiagonale daher, haben dann aber auch den gewichtigen Nachteil, dass ihre Akkus zusätzlichen Platz fressen, sie eher klobig und schwer sind und dann auch noch kaum je eine volle Stunde Dauereinsatz leisten können, während das Xperia Pro problemlos mehrere Stunden durchhält. Dabei ist der Akku des Pro so leistungsstark, dass er per USB-C-Anschluss an die Kamera angeschlossen sogar als Powerbank für die Kamera dienen kann – ebenfalls ein richtig cooles Feature. Auch die Bedienung des Xperia Pro gestaltet sich um ein Vielfaches direkter als die Handhabung eines klassischen Kameramonitors.

Sony Xperia Pro
In Verbindung mit einer Kamera zeigt das Xperia Pro seine ganze Power.
© Hersteller

Während sich die klobigen Screen-Klötze in aller Regel durch hakelige Druckknöpfe bedienen lassen und dabei gerne mal an Windows-95-Rechner erinnern, lässt sich das Pro durch einen fein abgestimmten Touchscreen steuern. Die gesamte Bedienung der externen Monitorfunktion ist dann dankenswerter Weise auch nicht proprietär.

Sowohl mit unserer Sony Alpha 7S III als auch mit der Panasonic S1 erwies sich das Pro als starker Begleiter, auch wenn wir hier auf einige Funktionen wie etwa Waveforms zur Überprüfung der Farbwiedergabe oder Focus Peaking zur idealen Schärfeeinstellung verzichten mussten, die bei klassischen, externen Monitoren üblicherweise gang und gäbe sind. Komplett makellos verhielt sich auch die App bei uns leider nicht. Ein paar Abstürze mussten wir hinnehmen.

Maximal kontraststark

Die wenigen, kleinen Nachteile stehen jedoch zahlreichen gewichtigen Vorteilen gegenüber. Die Bildqualität des Smartphones als Monitor ist erwartungsgemäß hervorragend. Farben und Kontraste sind, wie von einem OLED-Screen kaum anders zu erwarten, großartig. Einziger kleinerer Nachteil ist die Helligkeit. Der OLED-Screen kommt beim Außeneinsatz bei hellem Tageslicht mitunter doch an seine Grenzen. Hier bieten klassische LED-Screens technologiebedingt doch etwas mehr Leuchtkraft.

Sony Xperia Pro
Der HDMI-Eingang des Xperia Pro eröffnet zahlreiche Video- und Foto Optionen.
© Hersteller

Als Premium-Smartphone ist das Xperia Pro natürlich auch 5G-fähig. Die Verbindung aus 5G-Fähigkeit und dem eingebauten Micro-HDMI-Slot ermöglicht es beispielsweise, auch das Bild einer externen Kamera direkt live zu streamen – problemlos auch direkt auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitch oder YouTube.

Natürlich kann man auch einfach über die eingebaute 4K-Kamera des Xperia Pro streamen – die hauseigene externe Kamera im Handumdrehen zum Profi-Broadcasting-Tool zu machen, ist dann aber natürlich schon die deutlich coolere Option. Mit dem Xperia Pro hat man so quasi fast ein eigenes kleines Produktionsstudio in der ­Hosentasche.

Genau wie das Xperia 1 II ist ebenfalls das Xperia Pro außerdem zu USB-C-Tethering in der Lage, wodurch beispielsweise die schnelle Datenübertragung auch großer Mengen an Fotos an einen FTP-­Server möglich werden. Durch 5G wird die Geschwindigkeit der ­Datenübertragung dabei noch einmal angehoben.

Sony Xperia Pro
Mit dem Smart-Button können z.B. Lieblingsapps sofort abgerufen werden.
© Hersteller

Fazit

Das Xperia Pro richtet sich nicht an den Durchschnittsnutzer, sondern ganz klar an ein deutlich kleineres Segment derer, die sich entweder professionell mit dem Thema Videoproduktion beschäftigen oder auf diesem Gebiet schon immer nach einem Smartphone gesucht haben, das in dieser Hinsicht auf absoluter cutting-edge-Ebene angesiedelt ist.

Würde man das Xperia Pro bei seinem Preis von 2.500 Euro tatsächlich nur als klassisches Smartphone verwenden, hätte man in der Tat deutlich zu tief in die Tasche gegriffen. Das Pro ist aber eben erheblich mehr. Es vereint in sich nicht nur ein hochwertiges Smartphone mit starker Kamera, sondern auch noch ein 5G-Modem sowie einen extrem hochwertigen externen Monitor.

So ist das Pro letztendlich ein absolutes Nischenprodukt, das groß­artig für das eine Prozent der Nutzer ist, die es wirklich gebrauchen können, für die restlichen 99 aber vermutlich doch eher irrelevant sein dürfte.

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