Android-Smartphones

Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact im Test

Bei Sony kann die Party starten: Nachdem die letzten Flaggschiffe der Xperia-Serie im connect-Test nicht so recht überzeugten, gelingt den neuen Xperias XZ2 und XZ2 Compact die Trendwende. Lesen Sie unseren Test dazu!

Inhalt
  1. Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact im Test
  2. Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact: Kamera und Test-Fazit
Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact im Test

© Sony

Die Rückseite ist erstmals bei Sony stark gewölbt, wodurch die Phones sehr gut in der Hand liegen. Der Glasrücken des XZ2 vermittelt eine tolle Haptik, das Compact kann leider nicht mithalten

Pro

  • ergonomisch gerundetes Gehäuse mit exzellenter Haptik (XZ2)
  • kompaktes, ergonomisches Gehäuse (XZ2 Compact)
  • top verarbeitet mit IP68-Zertifizierung
  • leuchtstarkes LCD mit toller Darstellung
  • neuester Snapdragon-Chipsatz
  • auch als Dual-SIM erhältlich
  • schlankes und aktuelles Android
  • sehr gute Kameras, separater Auslöser
  • gute Akustik und Funkeigenschaften
  • sehr gute Laufzeit

Contra

  • relativ groß und schwer (XZ2)
  • kein Schnellladenetzteil dabei (XZ2 Compact)
  • unterstützt drahtloses Aufladen nicht (XZ2 Compact)
  • Klinkenbuchse für Kopfhörer fehlt

Fazit

connect Testurteil: sehr gut (Sony Xperia XZ2: 428 von 500 Punkten; Sony Xperia XZ2 Compact: 429 von 500 Punkten)

Dass Sony beim Xperia XZ2 und XZ2 Compact einen Neustart versucht, zeigt schon das Design: die zwei Alleinstellungsmerkmale der Xperia-Serie - das kastenförmige Gehäuse mit nur wenigen ergonomischen Rundungen und der seitlich in den Rahmen integrierte Fingerabdrucksensor – werfen die Japaner kurzerhand über Bord und bewegen sich stattdessen stärker in Richtung Mainstream. 

Der Fingersensor sitzt beim Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact nun hinten unter der Kamera und die stark gewölbte Rückseite wird zu den Rändern hin dünner. Eine gute Entscheidung, denn sowohl das Xperia XZ2 als auch das Kompaktmodell liegen besser in der Hand als alle Vorgänger. Dass sie dadurch an der dicksten Stelle die 10-Millimeter-Marke überschreiten, ist verkraftbar und fällt zumindest beim XZ2 nicht negativ auf.

Beim kleinen XZ2 Compact übertreibt es Sony allerdings etwas, das mehr als zwölf Millimeter tiefe Gehäuse will nicht so recht zu den ultrakompakten Abmessungen passen – wer das Gerät in die Hand nimmt, ist überrascht, wie dick und schwer es ist. Beide Smartphones sind mit knapp 170 beziehungsweise 200 Gramm echte Pfundskerle und für unseren Geschmack etwas zu gewichtig.

Ein weiterer Kritikpunkt: Der Fingerabdrucksensor ist nach unserem Empfinden zu tief positioniert, sodass wir den Zeigefinger immer anwinkeln mussten, um das Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact zu entsperren. Aber Kollegen und Kolleginnen mit kürzeren Fingern fanden die Höhe optimal. Hier empfehlen wir, die Sache vor dem Kauf einfach selbst auszuprobieren. Und wir raten dem Leser auch, dieses Detail ernst zu nehmen, denn die Entsperrgeste mit dem Finger kommt im Laufe der Benutzung tausendfach zur Anwendung und sollte daher fließend von der Hand gehen.

Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact

© Sony

Der Fingerprintsensor ist mittig positioniert und weit genug von der Kamera entfernt, sodass man nicht versehentlich auf die Linse drückt. Für lange Finger sitzt er aber zu tief – wir empfehlen, vor dem Kauf auszuprobieren, ob es passt.

Dickes Lob an die Designer 

Trotz einer gewissen Konformität beim Design schafft es Sony beim Xperia XZ2 und XZ2 Compact, unverwechselbar zu bleiben – beiden Smartphones sieht man auf Anhieb an, wer sie gebaut hat. Ein Kunststück, das nur wenigen Herstellern konstant gelingt. Die Frontseite weist zu den Rändern hin eine ausgeprägte Krümmung auf, matt schimmert der Sony-Schriftzug durch die Glasoberfläche. 

Beim Xperia XZ2 besteht auch die Rückseite aus gebogenem Glas, das kühle Material sorgt für eine exzellente Haptik. Beim XZ2 Compact leisten sich die Japaner dagegen einen Patzer und tauschen das Glas gegen Kunststoff aus. Der kommt zwar in Keramikoptik daher, bietet aber keine vergleichbare Anfassqualität und wird so weder dem Anspruch der Marke Sony noch dem Preis gerecht. Die Verarbeitung ist dagegen bei beiden Modellen exzellent. Beide sind zudem, wie von Sony seit Jahren gewohnt, wasserdicht nach IP68.

Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact - Screenshots

© Screenshot WEKA / connect

(links) Mit den „Actions“ bietet Sony mehr als die Konkurrenz, weil man die Bedingungen und die Eigenschaften des Systems – das „Verhalten“ des Smartphones – genauer definieren kann. (rechts) Die App „Xperia Lounge“ soll die Tür in die Welt von Sony öffnen, der Nutzwert ist aber noch begrenzt.

Viel Power unter der Haube

Auch beim Display macht Sony vieles anders. So bauen die Japaner ein gestrecktes 18:9-Panel ein, das fast die gesamte Frontseite ausfüllt. Das neue Format bekommt vor allem dem Kompaktmodell richtig gut, das etwas kleiner als ein iPhone 8​ ist, mit seinem 5-Zoll-Screen und erweiterter Full-HD-Auflösung (2160 x 1080 Pixel) aber Inhalte viel besser darstellt. Aufgefallen ist uns allerdings, dass die Konkurrenz bei ihren 18:9ern mehr Display auf der Front unterbringt, der Rahmen ist zu allen Seiten hin etwas dicker als bei Huawei oder Samsung. 

Sony setzt beim Xperia XZ2 und XZ2 Compact weiter auf die LCD-Technologie, was kein Nachteil ist, wenn die Panels eine so hohe Qualität haben wie bei den vorliegenden Testmodellen. LCDs sind zwar nicht so blickwinkelstabil und kontrastreich, aber in einer hellen Umgebung nach wie vor besser ablesbar. Qualcomms neuer High-End-Chipsatz Snapdragon 845 markiert aktuell das Nonplusultra in der Szene, abgesehen vom Apple A11 kann ihm praktisch keiner das Wasser reichen.

In Benchmarks fegen das Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact, die jeweils mit 4 GB RAM bestückt sind, denn auch nahezu alle Kontrahenten vom Platz. Die außerordentlich gute Performance wird allerdings vom Speicherangebot konterkariert, denn 64 GB sind 2018 in der gehobenen Preisklasse nicht mehr zeitgemäß. Jenseits der 500-Euro-Marke möchten wir 128 GB sehen, und zumindest Huawei zeigt, dass das nicht zu viel verlangt ist. Immerhin kann man bei Sony mit Micro-SD-Karten nachrüsten, bei unseren Testmodellen hatten wir sogar die Qual der Wahl zwischen Micro-SD und zweiter SIM-Karte. Die Dual-SIM-Varianten sind aller- dings nur im freien Handel erhältlich, nicht über die Netzbetreiber.

Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact - Screenshots

© Screenshot WEKA / connect

(links) Intuitiv: Ein Chatbot erklärt die Möglichkeiten der Smartphones. Diese Form der Präsention ist Sony sehr gut gelungen und besser als bei den meisten anderen Herstellern. (rechts) Wieder dabei: Mit „Xperia Actions“ kann man das Smartphone personalisieren und intelligenter machen, indem man es auf diverse Verhaltensroutinen programmiert.

Garant für schnelle Updates 

Die Vorgängergeneration Xperia XZ1 gehörte zu den ersten Smartphones mit der neuesten Android-Version Oreo, was ein Zeichen für den exzellenten Software-Support ist, den Sony-Käufer genießen (allerdings nur in der gehobenen Preisklasse). Auch auf den Nachfolgern ist Oreo installiert, begleitet von einer Benutzeroberfläche, die Sonytypisch dezent auftritt und nur in einigen Bereichen Akzente setzt. Besonders gut gefallen hat uns der persönliche Assistent (Xperia Assist), der in Form eines Gespräches durch die Funktionen des Smartphones führt und basierend auf dem Nutzerverhalten Tipps zu den optimalen Einstellungen gibt. 

Stark ist auch der Always-on-Bildschirm, der wichtige Informationen dezent einblendet, wenn das Gerät bewegt wird, ohne dabei das Display vollständig zu aktivieren. Dass man diese Anzeige nicht weiter modifizieren kann, wird hoffentlich mittels Software-Update in naher Zukunft behoben. Alles in allem legt Sony softwareseitig einen gelungenen Auftritt hin.

Vibro-Motor und 3D Creator 

An anderer Stelle haben wir wieder Einstellungsmöglichkeiten vermisst. Sony hat beim XZ2 einen Motor eingebaut, der wie bei Apples Taptic Engine haptisches Feedback in Form fein dosierter Vibrationen gibt. Sony nennt den kleinen Motor „Dynamic Vibration System“ und beschränkt ihn darauf, synchron zum über die Lautsprecher abgespielten Sound aus Youtube, Spotify und anderen Quellen zu vibrieren. 

Man kann die Intensität der Vibration einstellen oder sie deaktivieren, hat aber darüber hinaus aber keine Einstellungsmöglichkeiten. Das ist wohl auch der Hauptgrund dafür, dass der kleine Motor, obwohl er gerade bei Videos sehr treffsicher vibriert, keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Das Gleiche gilt für ein weiteres exklusives Sony-Feature, das man auf beiden Smartphones findet: Der „3D Creator“ verwandelt Menschen und andere Motive mithilfe der Haupt- oder Frontkamera in dreidimensionale digitale Objekte, die in sozialen Medien geteilt oder per 3-D-Drucker ausgedruckt werden können. 

Man kann etwa einen 3D Avatar von der oder dem Liebsten erstellen und als animierten Hintergrund auf dem Smartphone benutzen. Das Gesicht wird zwar in der Regel erstaunlich gut nachgebildet, trotzdem handelt es sich in unseren Augen um nicht mehr als eine Spielerei, die im technikaffinen Japan sicher viele Freunde finden wird, nicht aber in Deutschland.

Multimedia

Von Blockbuster bis Playstation: Sony ist eine der besten Adressen für Unterhaltung und Unterhaltungselektronik weltweit. Dass sein Xperia-Smartphone der Bestandteil von etwas Größerem ist, spürt der Benutzer zwar, doch Sony verschenkt Potenzial.

Positiv sind Remote Play über die Play Station 4 und der Bereich Sound: Die neuen Xperias unterstützen nicht nur High-Res-Audio, sondern auch diverse Klangverbeserungen, außerdem ist der Sound über die frontseitig abstrahlenden Stereolautsprecher druckvoll. Aber zum Klangkünstler fehlt eine Klinkenbuchse, auf die Sony erstmalig verzichtet. Warum trotzdem Kopfhörer mit Klinke beiliegen, versteht niemand (ein USB-C-Adapter ist auch dabei). Wir möchten an dieser Stelle außerdem daran erinnern, dass Sony hochwertige Kopfhörer produziert – warum packt man kein Exemplar in den Lieferkarton?

Die gleiche Inkonsequenz bei Film und Musik: Über die App Xperia-Lounge wird zwar auf diverse Angebote aus dem Sony-Universum verwiesen, aber warum nicht einfach einen Film pro Monat für jeden XZ2-Besitzer kostenlos anbieten? Das wäre ein Kaufargument.

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