Vor- und Endverstärker

Teac UD-505-X und AP-505 im Test

21.2.2022 von Alexander Rose-Fehling

Nur wenige Hersteller schaffen es so zuverlässig, optisch ansprechende Geräte zu bauen, die man einfach haben will. Umso besser, dass Teac neben der Optik auch immer die Technik im Blick hat.

ca. 4:55 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
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Der UD-505-X verarbeitet digitale wie analoge Signale.
© Teac

Pro

  • sehr gute Verarbeitung
  • klarer Klang
  • gute Bassqualität

Contra

Fazit

Das stereoplay-Gesamturteil der UD-505-X: 77 Punkte; Preis/Leistung: überragend; Das stereoplay-Gesamturteil der AP-505: 79 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Teac ist eine faszinierende Marke. Hier findet man alle möglichen Produkte: Plattenspieler in guter und hoher Qualität, Doppel-Tapedecks und jede Menge spannende Elektronik bis hin zu sehr teuren Flaggschiffen und Master Clock Generatoren... Die Preisgestaltung ist breit aufgestellt, Einsteiger finden hier ebenso Geräte wie Leute, die schon vieles hatten und ankommen wollen.

Die beiden Testgeräte kommen so aus dem Mittelfeld, könnte man sagen. Unsere Vorstufe UD-505-X, die von Teac eigentlich als USB-DAC/Kopfhörerverstärker bezeichnet wird, kostet 1600 Euro, die Stereoendstufe AP-505 ebenfalls. Macht zusammen 3200 Euro, das ist nicht wenig, aber auch nicht exorbitant viel für das, was man bekommt.

Welche Komponenten sind im UD-505-X von Teac enthalten?

Allein die UD-505-X ersetzt drei Komponenten:

  • vollsymmetrischer Kopfhörerverstärker,
  • DA-Wandler und
  • Vorstufe.

Dabei setzt sie auf ein Dual-Mono-Design, damit die Audiosignale möglichst rein bleiben. Gleichzeitig wird durch die Verwendung von je einem ES9038Q2M SABRE32 Reference Chip pro Kanal auch der Rauschabstand verbessert. Ob das wirklich nötig ist, sei dahingestellt, kompromisslos und somit vernünftig im Sinne des Nutzers ist es allemal.

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Je ein VERITA AK4497 DAC-Chip arbeitet in der UD-505-X pro Kanal – gut für den Rauschabstand.
© Josef Bleier

Die Chips sind absolut HiRes-tauglich, alles andere wäre auch seltsam. Die Wiedergabe von DSD512 (22,5 MHz) und PCM 768 kHz/32-Bit sind kein Problem, die Beschaffung solcher Dateien vielleicht schon eher. Der DAC setzt auf eine als OSRD bezeichnete Technologie (Oversampling Ratio Doubler).

Oversampling, oder auch Überabtastung, liegt vor, wenn ein Signal mit einer höheren Abtastrate verarbeitet wird, als nötig wäre. Früher warben CD-Spieler mit dieser Technik, und auch heute noch sagt man ihr nach, Intermodulationen zu verringern und die Linearität des Signals sowie dessen Rauschabstand zu verbessern.

Welche Funktionen hat der UD-505-X von Teac?

Die auf Wunsch symmetrisch arbeitende Kopfhörerverstärkerschaltung setzt auf die Teac-HCLD-Schaltung (High Current Line Driver), mit vier Ausgangstransistoren für jeden Kanal. Schließt man einen symmetrischen Kopfhörer an, arbeiten die Transistoren parallel, was enorme Power bereitstellt.

In Sachen Anschlussfreude zeigt der UD-505-X sein großes Herz: Hier findet sich die noch recht selten anzutreffende 4,4-mm-Pentaconn-Buchse, iFi lässt grüßen. Hierbei handelt es sich um eine symmetrische Schnittstelle, während auch noch gleich zwei 6,3-mm-Klinken zur Verfügung stehen.

Warum zwei, fragen Sie? Nun, wer einen „normalen“ Kopfhörer anschließt, verwendet einfach eine der beiden Buchsen. Wer aber einen Kopfhörer mit symmetrischem Kabel mit zwei Klinkensteckern benutzt, ist hier ebenfalls willkommen (muss das aber im Menü einstellen).

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Die UD-505-X bietet symmetrische und unsymmetrische Analogausgänge. Dazu gibt es einen analogen Cinch-Eingang sowie drei digitale Eingänge.
© Josef Bleier

A propos Symmetrie: Überhaupt ist hier alles von den DACs bis zu den Ringkern- Netztransformatoren für Mono ausgelegt. Wie auch bei Mono-Endstufen erreicht man so die geringsten Störungen, die sich durch gegenseitige Beeinflussung von Bauteilen und Signalen ergeben.

Welche Schnittstellen hat der UD-505-X von Teac?

Wer digital zuspielt, tut das entweder über die rückseitigen Schnittstellen, über den Kombi-Fronteingang oder per Bluetooth, wobei hier zwei HiRes-Codecs zum Einsatz kommen (LDAC (96/24) + Qualcomm® aptX HD (48/24)).

Auf Wunsch rechnet die D/A-Wandler-Sektion PCM-Signale auf bis zu 384 kHz/32-Bit bzw. DSD 24,5 MHz hoch. Dazu kommen dann nochmal sieben Filter, die ebenfalls den Klang minimal beeinflussen und die man per Fernbedienung schalten kann. Ebenfalls viel Aufwand steckt in der Lautstärkeregelung.

Wie wird die Laustärke geregelt?

Die QVCS getaufte Technik (Quad Volume Control System) nutzt vier Gruppen von variablen Verstärkern, die die Lautstärke für links, rechts, positiv und negativ steuern. Und das in praxistauglichen 0,5 dB-Schritten.

Die ganze tolle Technik residiert in einem sehr hochwertigen Vollmetallgehäuse, das auf drei Füßen ruht. Teac nennt das „Stressless-Foot-Design“. Die Füße sind nur teilweise mit dem Chassis verbunden und schwingen frei, wenn man das Gerät anhebt. Angeblich sorgen die Füße für einen „reichhaltigeren Nachhall“. Nun gut.

Fazit: Teac UD-505-X

So wenig Platz beansprucht diese wunderbare Kombination aus Vorstufe, Kopfhörerverstärker und DAC, und bietet doch so viel. Die Teac UD-505-X brilliert in allen Disziplinen und klingt schnell, sauber und kraftvoll. Sie treibt selbst sehr hochohmige Kopfhörer problemlos an, versteht sich auf höchste Auflösungen und bietet einen schön satt laufenden Lautstärkesteller. Eine Fernbedienung gibt es obendrein.

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Konsequenter Doppel-Mono-Aufbau vom Netzteil bis zu den Ausgängen, alles dicht gepackt und mehretagig.
© Josef Bleier

Wie ist die Endstufe AP-505 von Teac ausgestattet?

Die vollständig symmetrisch aufgebaute Endstufe AP-505 hat etwas andere Füße: Sie heißen „Pin-Point“ und funktionieren wie folgt: Ein am Gehäuseboden fest angeschraubter Spike und eine Art Unterlegscheibe sind etwas lose miteinander verbunden und bilden eine Einheit, sobald man das Gerät abstellt.

Hält man es in den Händen, irritiert das Geklapper der beiden Teile etwas. Das Gehäuse ist noch etwas aufwendiger, Front-, Deckel und Seitenwände sind aus hochwertigem Aluminium und mit einem Innenchassis aus Stahl verbunden.

Für Power sorgen Hypex Ncore Leistungsverstärkermodule. Teac verspricht 2 x 130 Watt, was unser Labor an 4 Ohm bestätigen kann (133 W), bzw. 250 Watt im Bi-Amp-Modus oder im BTL-Modus, was glaubwürdig ist. „Im was?“, fragen Sie?

Während Bi-Amping relativ geläufig ist und bedeutet, dass ein zweikanaliger Verstärker mit einem Kanal den Hochtöner und mit dem anderen Kanal Tief-/Mitteltöner versorgt (zwei Lautsprecherkabel erforderlich), bedeutet BTL (Bridge-tied load), dass die beiden Kanäle gebrückt werden.

Die Endstufe wird dann sozusagen zur Mono-Endstufe und versorgt einen Lautsprecher mit einem Kabel. Auf der Rückseite kann man den Modus einstellen. Der kleine aber feine Ringkerntransformator setzt auf Schottky-Barrieredioden in der Gleichrichterschaltung, was zu einer stabileren Stromabgabe beiträgt.

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Mit kleinen Schaltern wählt man den Eingang (Cinch oder XLR) aus und die Betriebsart. Das Gehäuse ist sehr hochwertig, die Anschlüsse und Klemmen auch.
© Josef Bleier

Hörprobe

Angeschlossen unter anderem an die grandiose Canton Vento 90 machte die Teac-Kombi unmittelbar klar, welches Klangideal sie vertritt: ein schnelles, kontrolliertes. „The James Bond Theme“, gespielt von Pure Desmond (auf „Plays James Bond“) bietet herrlich tiefen Bass, der aber schnell dröhnig oder verwaschen klingen kann.

Die AP-505 hatte aber derart die Kontrolle über die Vento, dass das Ganze enorm sauber und super druckvoll klang. Und auch die Klappengeräusche des Saxophons waren sehr gut rauszuhören, insgesamt klang es enorm natürlich.

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Die Kanalgleichrichterkreise verwenden vier leistungsstarke 4700μF-Kondensatoren pro Kanal, die Schaltung verzichtet auf Koppelkondensatoren.
© Josef Bleier

Wir blieben bei Bass: Auf dem Body-Count-Stück „KKK Bitch“ gibt es einen E-Bass, der sich anfühlt, als säße man im Instrument, zumindest über Kopfhörer. Mit der Teac-Kombi klang das fast genauso, nur wenige Verstärker machen diesen Bass überhaupt richtig hörbar, super! Roxettes „Hotblooded“ war extrem gut durchgezeichnet und bot mehrere Tiefen-Schichten, während „Knockin’ On Every Door“ super knackig und lebendig klang.

Die Wandlung der CD-Daten in DSD machte die Sache geschmeidiger, ein sehr schöner Effekt, den wir schon kennen. Davon abgesehen machen die Filter eher wenig Unterschied. Ist aber auch nicht nötig, wenn eine Kombi so herrlich korrekt und mitreißend spielt! Vor- und Endstufe folgen demselben Klangideal und, wie Fremdpaarungen mit anderen Geräten zeigten, ergänzen sich prima. Wer wollte dieses Duo trennen?

Fazit: Teac AP-505

Ein kleines Kraftpaket mit enormer Kontrolle über den Lautsprecher ist die Endstufe AP-505. Sie klingt dynamisch-flott und macht Druck, wird aber nie zu forsch. Sie ist zudem flexibel durch zwei Paar Eingänge sowie Bi-Amp- und BTL-Betrieb. Sehr gut verarbeitet.

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