Preis, Ausstattung, erster Eindruck

Xiaomi Mi 10 Pro im ersten Test

Xiaomis Top-Smartphone bietet 5G, vier Kameras und ausgezeichnete Leistungswerte. Ob der Preis von 1000 Euro für das Mi 10 Pro gerechtfertigt ist, soll der erste Test zeigen.

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Xiaomi ruft beim Mi 10 Pro 1.000 Euro auf. Die Ausstattung kann sich mit 5G, High-End-Chip und vier Kameras mit bis zu 108 MP sehen lassen.  

Pro

  • sehr schönes Design mit mattem Glas
  • ausgezeichnete Verarbeitung
  • großes, helles OLED-Display mit 6,7 Zoll und gebogenen Rändern
  • 90 Hz Bildwiederholrate für flüssiges Surfen
  • Stereo-Lautsprecher
  • sehr hohe Leistungswerte
  • rasantes Laden mit 65 Watt
  • üppige Kameraausstattung mit vier Brennweiten und 108 MP

Contra

  • kein zertifizierter Schutz vor Wasser und Staub
  • groß und schwer
  • Klinkenbuchse fehlt
  • nur Singel-SIM und keine Speichererweiterung
  • hoher Preis

Fazit

Keine Frage, das Xiaomi Mi 10 Pro ist ein sehr starkes Top-Smartphone, mit einer überragenden Leistung und sehr guten Ausstattung. Gerade die Kamera-Phalanx macht was her. Die Fotoqualität ist auf den ersten Blick gut, nimmt aber bei schlechtem Licht recht fix ab. Ein günstiger Preis-Leistungs-Knaller ist das Mi 10 Pro für 1.000 Euro nicht mehr. Für die Rechtfertigung des Preises fehlen uns noch ein paar Kleinigkeiten.

Xiaomi ist in Deutschland bei seinen Smartphones bekannt für ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Mi 10 Pro bricht nun in einem Punkt mit dieser Regel, denn der Preis für Xiaomis neues Top-Smartphone hat es mit 1.000 Euro in sich. Dahingehend war der Vorgänger Xiaomi Mi 9​ mit einer UVP von rund 450 Euro ein Schnäppchen.

Doch natürlich kommt der Preisanstieg nicht von ungefähr: Xiaomi hat vor allem sehr viel in die Kamera gesteckt und auch die sonstige Ausstattung weiter in Richtung Oberklasse gehoben. Im ersten Test fühlen wir schon einmal vor: Ist der hohe Preis gerechtfertigt? 

Design, Haptik und Verarbeitung des Mi 10 Pro sind top

Wieder einmal ausgezeichnet und über alle Preisklassen typisch für Xiaomi, ist die Verarbeitung und Haptik des Mi 10 Pro. Die Rückseite des Smartphones besteht dabei aus mattem Gorilla-Glas, das sich nicht nur sehr angenehm anfühlt, sondern auch Fingerabdrücke nicht ganz so stark anzieht. Schick ist auch die Farbe Sonnenwendgrau (eigentlich blaugrau) unseres Testgerätes.

Durch zu allen Seiten abgerundeten Ecken fügt sich die Rückseite geschmeidig in den Metallrahmen ein. Mit Maßen von 163 x 75 x 9 Millimetern ist das Mi 10 Pro kein kleines Gerät, man muss also große Smartphones mögen. Dennoch liegt es sehr gut in der Hand. Die 208 Gramm Gewicht sind zwar auch kein Pappenstiel, vermitteln aber eine gewisse Wertigkeit.

Erfreulich und selten anzutreffen sind die zwei Lautsprecher im Rahmen (ein Lautsprecher je Seite), die für einen satten, echten Stereo-Sound mit guten Bässen sorgen. Der außerdem vorhandene USB-C-Anschluss unterstützt hingegen nur den langsameren 2.0-Standard. Was außerdem nicht ganz zum Preis passt: Das Mi 10 Pro verfügt über keinen zertifizierten IP-Schutz vor Wasser und Staub. Ein Klinkeneingang fehlt ebenfalls. 

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Die Glasrückseite des Mi 10 Pro besteht aus mattem Glas, das kaum Fingerabdrücke anzieht. Als Farben sind Sonnenwendgrau (hier zu sehen) und Alpinweiß verfügbar.

Helles OLED-Display mit 90 Hz

Xiaomi verbaut beim Mi 10 Pro ein OLED-Display mit rund 6,7 Zoll Diagonale, das zu den Seiten abgerundet ist. Was ziemlich schick aussieht, führt manchmal allerdings auch zu Fehleingaben. Die Auflösung von 1080 x 2340 Pixeln ist typisch und für die Ausmaße noch passend. Auch die Darstellungsqualität des Displays ist auf dem ersten Blick ziemlich gut. Hier hat uns vor allem die hohe maximale Helligkeit überzeugt, durch die man das Mi 10 Pro auch in direkter Sonne noch gut ablesen kann. Näheres wird der Test im Labor zeigen.

Für flüssiges Scrollen durch Menüs und Webseiten sorgt eine maximale Bildwiederholrate von 90 Hz. Einen Unterschied, zu einem 120-Hz-Display sieht man zwar, dieser ist aber weniger wahrnehmbar als zu den standardmäßigen 60 Hz – in etwa vergleichbar mit SD vs. FullHD-Qualität beim Fernsehen. Einmal ausprobiert, möchte man es nicht mehr missen.

Die Front-Kamera verbaut Xiaomi unter dem Display in der linken Ecke. Sie liefert eine gute Qualität, wobei der Freistellungseffekt des Porträtmodus sehr gut funktioniert. Im Gegensatz zu andern Top-Smartphones nimmt man Selfie-Videos nur bis FullHD auf.

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Xiaomi verbaut ein OLED-Display mit 6,7 Zoll und guten Helligkeitswerten. Unter dem Screen sitzt auch ein optischer Fingerprintsensor.

Xiaomi Mi 10 Pro mit 5G und herausragender Leistung

Wie es sich für ein Top-Smartphone im Jahr 2020 gehört, setzt Xiaomi beim Mi 10 Pro auf Qualcomms High-End-Chipsatz Snapdragon 865. Zusammen mit den 8 GB RAM (schneller LPDDR5-Speicher) ergeben sich ausgezeichnete Werte bei den Benchmarks. Demnach gehört das Mi 10 Pro zu den aktuell leistungsstärksten Smartphones auf dem Markt und überflügelt dabei auch das Samsung Galaxy S20 Ultra: Beim Mi 10 Pro ist die Systemleistung rund 15 Prozent höher. Als Nutzer wird man das jedoch kaum merken.

Lesetipp: Samsung Galaxy S20 Ultra vs. Xiaomi Mi 10 Pro

Xiaomi verbaut 256 GB Speicher mit fixem USF-3.0-Standard im Mi 10 Pro, weitere Speichervarianten gibt es vorerst nicht. Wer mehr benötigt, muss ausmisten, denn eine MicroSD-Karte lässt sich nicht einschieben. Ungewöhnlich ist, dass es die globale Version des Mi 10 Pro als Single-SIM-Variante gibt, während die asiatischen Modelle Dual-SIM unterstützen. 

Die restliche Connectivity kann sich jedoch sehen lassen. Neben NFC, Bluetooth 5 und einem Infrarotstrahler ist mit WLAN-ax auch der aktuellste WiFi-6-Standard implementiert. Fehlen darf in diesem Sinne auch 5G nicht, als neuer Mobilfunkstandard. Der ist in Deutschland zwar noch nicht ganz so relevant, allerdings sollte man mit einem Top-Smartphone auch die nächsten Jahre gerüstet sein.   

Geschwindigkeit ist auch beim Laden ein gutes Stichwort. Hier fließen rekordverdächtige 65 Watt über das beigelegte Netzteil ins Mi 10 Pro. Kabellos sind immerhin noch 30 Watt drin. Der Akku fasst dabei 4.500 mAh.

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Das Mi 10 Pro hat vier Kameras: Weitwinkel (108 MP), Ultraweitwinkel (20 MP), Portrait (12 MP) mit 2fachem optischen Zoom und eine Telekamera (8 MP) mit einem 10fachen Hybridzoom.

Echte Quad-Kamera mit bis zu 108-MP

Die Kamera eines Smartphones ist mittlerweile eines der wichtigsten Kaufargumente. Xiaomi geht beim Mi 10 Pro in die Vollen und verbaut ein Kamera-Quartett mit vier unterschiedlichen Brennweiten. Die Kameradaten im Überblick: 

  • 108 MP, f/1.7, Weitwinkel
  • 8 MP, f/2.0, Tele
  • 12 MP, f/2.0, Portrait
  • 20 MP, f/2.2, Ultraweitwinkel

Der 108-Megapixel-Sensor, der neben dem Xiaomi Mi Note 10​ auch im Samsung Galaxy S20 Ultra steckt, liefert bei viel Licht Fotos mit gutem Ergebnis. Im Gegensatz zu Samsung setzt Xiaomi hier auf weniger digitales Nachschärfen. Die Aufnahmen vom Mi 10 Pro könnten für unseren Geschmack aber etwas mehr Kontrast haben und wirken gerade bei schwierigen Lichtsituationen (Sonneneinfall und Schatten) etwas blass.

In dunklen Bildbereichen und wenn das Licht schwindet, gehen zudem Details relativ schnell verloren. Hier ist das S20 Ultra besser. Auch beim Nachtmodus darf Xiaomi gern noch nacharbeiten. 

Sehr gute Ergebnisse liefert das 5fach-Tele, wobei das S20 Ultra hier sogar noch schärfer ist. Das Ultraweitwinkel kämpft bauartbedingt mit leichten Unschärfen am Randbereich, ist aber deutlich besser als das Pendant ​beim Apple iPhone 11 Pro​.

Videos nimmt man beim Mi 10 Pro sogar mit bis zu 8K-Auflösung auf. Die Datenmenge ist dann allerdings gigantisch. 4K genügt vollkommen und liefert ein besseres Bild. Praktisch: Aus der 8K-Aufnahme kann man sich jedoch ein 33 Megapixel Schnappschuss ziehen. 

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Das Bild des Mi 10 Pro (links) wirkt im Vergleich mit dem S20 Ultra (rechts) etwas blass und kontrastarm. Samsung kommt eine Spur besser an den realen Eindruck heran.

Erstes Test-Fazit

Xiaomi hat mal wieder aufgetischt: Das Mi 10 Pro ist ein sehr starkes Top-Smartphone, mit einer überragenden Leistung und sehr guten Ausstattung. Unschlüssig sind wir noch bei der Kamera. Hier scheint das Mi 10 Pro gerade in dunklen Szenen nicht ganz so gut abzuliefern. Genaueres wird aber unser Labor-Test zeigen. Die Ausstattung ist aber dennoch beachtlich. 

Etwas schade ist, dass das Gesamtpaket mit 1.000 Euro (UVP) relativ teuer geworden ist. Als günstigen Flaggschiff-Killer kann man das Mi 10 Pro nun nicht mehr bezeichnen –​ das ist ungewohnt. Für den Preis fehlen dann doch Kleinigkeiten wie Dual-SIM oder ein Wasserschutz.  

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Wo kann man das Xiaomi Mi 10 Pro kaufen?

Bislang ist das Xiaomi Mi 10 Pro noch nicht auf Amazon verfügbar. Kaufen kann man es allerdings bereits bei Media Markt und Saturn:

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