Mobilfunk

Deutschland im Netztest 2008

Routen abseits der Autobahnen und Bundesstraßen waren bei der großen Deutschlandrundfahrt des diesjährigen Netztests besonders gefragt. Rund 80.000 Euro ist das Messfahrzeug des Netztests 2008 wert.

Nicht etwa, weil die begleitenden Messtechniker auf den erhöhten Komfort einer gut ausgebauten Mercedes E-Klasse bei der großen Deutschlandrundfahrt Wert legen, sondern weil das eingebaute Equipment den Preis des Fahrzeuges rundweg verdoppelt.

Der Messaufbau scheut keinen Aufwand

So kostet einer der eingesetzten Industrierechner allein 1200 Euro, insgesamt elf sind verbaut. Vier der sogenannten Blades steuern vier Samsung-Z560-Handys, die über Soundkarten mit Signalen versorgt werden und in regelmäßigen Abständen die Sprachqualität in allen vier Netzen vermessen. Alle empfangenen Tonsamples werden dabei von zwei als Auswerte-Server konfigurierten Blades in Echtzeit analysiert, aber auch abgespeichert.

Großer Netztest 2008

© Foto: Peter Fenyvesi

Vier Samsung-Handys führen automatisch Gespräche. Hinten rechts der sündhaft teure Netz-Scanner

Jeden Abend wird die so entstandene riesige Datenmenge über die DSL-Leitung des aufgesuchten Hotels auf stationäre Server von P3 Solutions übertragen. So kann bei besonders schlechten Sprachsamples auch im Nachhinein analysiert werden, wie sich eine Störung anhört, um die Fehlerursache leichter zu finden.

Anhand der fünf Audiodateien inklusive Referenzdatei im Downloadbereich am Ende dieses Artikels können Sie feststellen, was im Test als grenzwertig eingestuft wurde, beziehungsweise warum sich der Mean Opinion Score (MOS) von 2.7 als Grenzwert für Sprachqualität etabliert hat. Man beachte: Alle Dateien haben einen MOS von 2.7, sie unterscheiden sich lediglich durch die Art der Störungen.

Datenübertragung: In vielen Aspekten durchleuchtet

Dazu dienen vier weitere Blades, in deren PC-Card-Slots die besten vom jeweiligen Netzbetreiber angebotenen Datenkarten eingebaut sind. Auch bei den Treibern wird auf das Netzbetreiber-Angebot zurückgegriffen, um realistische Werte zu erhalten.

Großer Netztest 2008

© Foto: Peter Fenyvesi

Dämpfungsglieder schwächen gute Signale von Dachantennen auf Normalmaß ab

Da verschiedene Datenübertragungsarten unterschiedliche Ansprüche an das Netz stellen, wurden der Webseiten-Download (HTTP), der E-Mail-Download (IMAP) und der E-Mail-Download (SMTP) in den Stadtgebieten getrennt untersucht, im ländlichen Raum kam der Datei-Download (FTP) zum Einsatz. Damit konnten die Stärken und Schwächen einzelner Netzbetreiber gezielt aufgedeckt werden.

GPS-Empfänger zur Dokumentation

Auch die hierbei festgestellten Unterschiede ermöglichen es, den Netzbetreiber gezielt nach dem persönlichen Anforderungsprofil auszuwählen. Neben den acht Industrierechnern für Sprach- und Datenmessung und den beiden Server-Blades sorgte ein elfter Einschubrechner für die Steuerung eines etwa 10.000 Euro teuren Netzscanners von Rohde & Schwarz, der an jedem Ort analysierte, welches GSM- und UMTS-Netz von jedem Netzbetreiber verfügbar war.

Apropos Ort: Zur Dokumentation der Messorte lief natürlich ein GPS-Empfänger mit. Versorgt wurde die gesamte Apparatur per 230-Volt-Wechselstrom- Spannungswandler aus der Lichtmaschine des Autos. Allein aus der Autobatterie gespeist, wären lediglich etwa 30 bis 45 Minuten Messzeit drin gewesen.

Handgepäcklösung für die Bahn

Da ein aufwendiger Messaufbau bei den kurzen Haltezeiten kaum in ICEs unterzubringen ist, kam hier eine Handgepäcklösung zum Einsatz. Um eine statistischen Bedingungen genügende Anzahl an Samples zu bekommen, wurde nur Sprache gemessen. Datenverbindungen in der Bahn sind sowieso ein Thema für sich...

Großer Netztest 2008

© Archiv

Drivetest: Die blaue Route abseits der Autobahnen. Auch auf dem Land sind die Netzbetreiber gefordert

Zum Drivetest Innenstadt: Die Werte für den die Sprachqualität beschreibenden Mean Opinion Score, die unter 2,7 liegen, geben an, wie häufig Teile der Telefonate schlecht klingen. Dabei zeigen die folgenden Grafiken den Anteil solcher Sprachsamples in Prozent für wichtige deutsche Großstädte. Unterschieden wird nach Mittelwert, Senderichtung und Empfangsrichtung. In der Stuttgarter Heimat der connect-Redaktion wird der Grenzwert häufig unterschritten.

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