Mobilfunk

Der Netztest 2008

Was T-Mobile leistet

Im großen Netztest 2007 musste T-Mobile seine Qualitätsführerschaft an Vodafone abgeben; besonders bei den Datendiensten hatten die Düsseldorfer die Nase vorn. Doch dank intelligentem Netzumbau zieht der rosa Riese nun gleich.

Wer die Daten des großen Netztests 2007 noch vor Augen hat, mag angesichts der diesjährigen Ergebnisse im Bereich Sprache verwundert den Kopf schütteln. So konnten die beiden größten deutschen Netzbetreiber im letzten Jahr noch bei über 99 Prozent der Anrufe Erfolg vermelden. Das heißt, es traten keine Probleme beim Rufaufbau auf und die Gespräche wurden auch ordnungsgemäß beendet. Und das galt in der Stadt sowie auf großen Bundesstraßen und Autobahnen.

Doch im vorliegenden Test kann selbst T-Mobile, der in dieser Disziplin Beste, nur in 98 Prozent der Fälle uneingeschränkten Erfolg vermelden. Sind etwa die Netze durch einen bisher unentdeckten neuen Mobilfunk-Boom an die Auslastungsgrenze gelangt?

Sprachqualität auf hohem Niveau

Wohl eher nicht, eine mit dem Wissen aus der In-Touch-Studie geänderte Route durch kritischere ländliche Gebiete ermöglicht tieferen Einblick in die Schwächen der mobilen Sprachkommunikation. Und die hat T-Mobile mit den erwähnten 98 Prozent erfolgreicher Anrufe gut im Griff, auch die Sprachqualität der Verbindungen liegt mit einem sogenannten Mean Opinion Score (MOS) von 3,9 auf hohem Niveau.

Großer Netztest 2008

© Archiv

Sprachmessung in der Bahn: Die Waage neigt sich Richtung T-Mobile

Doch der Düsseldorfer Erzrivale liegt mit gleichem MOS-Wert und 97 Prozent beanstandungsloser Anrufe praktisch auf Augenhöhe. Wermutstropfen: Bei der Anzahl der Sprach-Samples, bei denen der MOS unter 2,7 liegt und die sich damit nicht mehr angenehm anhören, muss sich T-Mobile Vodafone knapp geschlagen geben, genauso in der recht langen Rufaufbauzeit.

Bei den Sprachmessungen in der Bahn neigt sich die Waage bei insgesamt ähnlichen Ergebnissen dann leicht in Richtung T-Mobile. Die Erfolgsrate von 80 Prozent verbessert zudem die letztjährigen Bahn-Resultate deutlich.

Bei Datendiensten intelligent nachgerüstet

Auch bei den Datendiensten reißen die Bonner das Steuer rum. Hier mussten sie im letzten Jahr besonders hohe Punktverluste gegenüber dem Hauptkonkurrenten hinnehmen. Der Grund: Während die Antennen eines üblichen Sendemasten bis zu drei Mal die 1,8, 3,6 oder gar 7,2 Mbit/s von HSDPA übertragen können, waren bei den von T-Mobile präferierten Standleitungen (E1-Mietleitungen) von den Basisstationen ins Internet nur magere 2 Mbit/s möglich, ein echter Flaschenhals.

Hier hat T-Mobile intelligent nachgerüstet. Eine teure E1-Leitung sorgt an vielen Sendemasten weiter für Ausfallsicherheit und Abführen des Voice- und Signalisierungs-Traffics, doch wo häufig hohe Datenraten auftreten, bringt eine preiswerte DSL-Verbindung Speed. Damit eilt der rosa Riese in einigen Disziplinen der Konkurrenz davon. So hat er eine komplexe Internetseite im Schnitt über zehn Prozent schneller heruntergeladen als der fixeste Mitbewerber.

E-Mail-Download: knapp geschlagen

Den langsamsten übertrifft T-Mobile mit mehr als dem Sechsfachen an Geschwindigkeit. Beim E-Mail-Download muss sich T-Mobile mit 1774 zu 2056 kbit/s Vodafone auf hohem Niveau knapp geschlagen geben. Doch die Wucht der T-Mobile-Leistung liegt in den Upload-Raten. Für alle, die häufig Bilder, Videos oder große Office-Dokumente versenden, ist es gut, wenn Dateien schnell den Weg zum Empfänger finden.

Großer Netztest 2008

© Archiv

Vor der Frankfurter Skyline sammelt das Messfahrzeug eifrig Daten

Auch hier zeigt T-Mobile viel Fingerspitzengefühl bei der Durchoptimierung des eigenen Netzes. Dadurch ist eine große gesendete E-Mail knapp doppelt so schnell am Ziel wie bei den Roten. Der Rest der Netzbetreiberwelt wird um mehr als den Faktor fünf übertroffen.

Beim Datei-Download im ländlichen Raum zeigt T-Mobile hingegen leichte Schwäche. HSDPA ist abseits großer Städte lange nicht so gut ausgebaut wie beim hier fast doppelt so schnellen Düsseldorfer Konkurrenten.

Kommentar

T-Mobile hat bei der Optimierung seines Netzes ein sehr glückliches Händchen bewiesen, denn große Schwächen sind in keinem Bereich mehr zu verzeichen. Die Sprachtelefonie im Drivetest liegt auf gleich hohem Niveau wie bei Vodafone, in ICE-Zügen mit Repeater ist der Bonner Netzbetreiber sogar eine Spur besser.

Und auch bei den Datendiensten führt einzig die Datenrate beim Datei-Download auf dem Land zum deutlichen Punktverlust gegenüber dem Hauptkonkurrenten. Doch der ist mit einer deutlich höheren Upload-Geschwindigkeit fast ausgeglichen, zumal T-Mobile auch beim aufwendigen, aber gern genutzten mobilen Internet die Nase knapp vorn hat.

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