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Streaming-Amp

Arcam Solo Uno im Test

Dampfen wir HiFi einfach mal ein. Auf das, was heutzutage zählt. Heraus kommt ein Streamer mit 25 Watt, 15 Zentimetern Breite und 21 Zentimetern Tiefe. Der keine einzige Cinchbuchse mehr aufweist. Weil er sie nicht mehr braucht. Mehr hierzu in unserem Test.

© Arcam

Der Arcam Solo Uno weist keine einzige Cinchbuchse mehr auf. Weil er sie nicht mehr braucht.

Pro

  • Solo Uno außer UPnP vor allem Google Chromecast und Apples AirPlay
  • Micro-Streamer/Vollverstärker

Contra

  • weniger auf gigantische Lautsprecher- und Verstärkertürme angelegt

Fazit

stereoplay-Testurteil: 68 Punkte; Klang: analog/Streaming/USB (44/46/- Punkte); Preis/Leistung: sehr gut

Okay: „Sub Out“ haben wir jetzt komplett unterschlagen. Eine kleine Hommage an den Basszeitgeist, falls nur Zwergböxlein im Regal stehen. Damit sind wir schon beim Thema: Zeitgeist. Der ist sicher weniger auf gigantische Lautsprecher- und Verstärkertürme angelegt.

Seien wir ehrlich: Mal abgesehen von echten HiFi- Fans stellt sich kaum noch jemand den Gerätepark eines umfangreichen HiFi-Systems ins Wohnzimmer. Kompakte, ja winzige Komplettlösungen sind gefragt, die elegant und wertig aussehen. Das mündet oft in, Musik ab Handy, stante pede drahtlos ab zur winzigen Aktivbox. Okay, das funktioniert. Mehr oder weniger.

Doch es gibt noch eine Welt dazwischen. Eine mit klanglichen Ansprüchen, mit Leuten, die wissen, dass faustgroße Böxlein ein Kompromiss sind. Die ahnen, dass man die Physik nicht betrügen kann. Lifestyle ja, aber doch bitte schön kein Mickey-Mouse-Klang. Damit sind wir bei einem Produkt wie dem Arcam Solo Uno.

© Arcam

Kein analoger Aux-Eingang? Doch: Nur ist es eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse.

Der ist ebenso winzig wie bildhübsch, wohlgeformt, dennoch unauffällig und vermittelt einen durchweg wertigen Eindruck. Und demonstriert mit vier für ein so kleines Gerät wirklich fetten Lautsprecherklemmen, dass er HiFi-Ansprüche erfüllt. Womöglich ist der Solo Uno sogar der kleinste echte HiFi-Streaming-Vollverstärker der Welt.

Unter „echt“ wollen wir jetzt echtes HiFi verstehen. Diese klanglichen Vorschusslorbeeren sollten sich die Engländer, sollte sich Arcam doch verdient haben. Mit dem Solo Uno vermählt man Streaming mit einem nominal 25 Watt leistenden Vollverstärker. Und dadurch mit konventionellen, passiven Lautsprechern. Und damit ist der Solo Uno ein echtes HiFi-Produkt mit klanglichem Anspruch.

Darüber hinaus ist der winzige Arcam äußerst konsequent modern konstruiert. Sein Streaming- Trakt verlässt sich auf den Ethernet-Port und WiFi zur Anbindung ans Netzwerk. Wo die Musik in erster Linie herkommen soll, ist damit klar definiert. Als Streaming Client unterstützt der Solo Uno außer UPnP vor allem Google Chromecast und Apples AirPlay.

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Und natürlich ist auch Roon möglich. Das alles resultiert in einer großen Auswahl von Streaming-Angeboten inklusive der Optionen im heimischen Netzwerk. Dass in dem kleinen Kerlchen auch die Möglichkeit steckt, MQA zu dekodieren, ist dann schon voll die High-End-Hausnummer und beweist den hohen audiophilen Anspruch des Winzlings, dem von seinen Erfindern „High-End audio circuitry“ bescheinigt wird.

Abgesehen von dem schon erwähnten Subwoofer-Ausgang war das dann schon alles mit den Eingängen – halt. Denn es gibt noch eine 3,5-Millimeter- Klinkenbuchse, die einen analogen Hochpegeleingang darstellt.

Immerhin eine kleine Hommage an alte Zeiten, die auch auf der Frontplatte nicht mehr stattfinden: Zwar gibt es noch Tasten für den Pegelsteller, aber kein Display; gewöhnungsbedürftig für Einsteiger, die vielleicht erst verinnerlichen müssen, dass dieser Streamer mit Power-Ausgang rein über Apps bedient wird.

© Arcam

Die Arcam Control App zur Bedienung des Solo Uno.

Neue Galaxien

So schön wie diese neue Welt auch ist, man muss zunächst dorthin kommen. Was für Kenner der Materie selbstverständlich ist, ist für Newcomer, die nicht mit Netzwerk, Apps, Computern und Installation vertraut sind, womöglich ein Buch mit sieben Siegeln.

Das Manual des Solo Uno wäre für solche Kunden aber keine große Hilfe; hier bleibt der versierte HiFi-Händler der erste Ansprechpartner. Und ein Kunde, dem die Möglichkeiten des Arcan Solo Uno aufgezeigt werden, ist doch der beste Werber...

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Einen großen, satt gehenden Netzschalter gibt es noch, womit der kleine Engländer selbst notorische Retro-Fans versöhnlich stimmen wird; zwei mehrfarbige LEDs auf der Front signalisieren schließlich den Status des Zwitters, der sich, sofern er über seinen Ethernet-Anschluss am Netzwerk hängt, bequem und unmerklich selber Firmware-Updates verpasst.

An den notgedrungen kurz bauenden, vergoldeten Lautsprecherklemmen fühlen sich Kabelschuhe übrigens wohler als Bananenstecker, die leicht herausrutschen. Ansonsten gilt durchaus, was sich Arcam hier auf die Fahnen geschrieben hat: „...total simplicity“, denn letztlich benötigt ein komplettes, völlig erwachsen klingendes HiFi- System nur den Solo Uno, zwei Lautsprecher und eine App.

Service

Die dienstälteste Testliste im HiFi-Bereich bietet Ihnen einen schnellen Überblick über fast alle Testergebnisse der letzten Jahre.

So klein wie er ist, so flink ist er...

Klanglich muss sich der Solo Uno keineswegs hinter den großen Brüdern verstecken. Ganz im Gegenteil: Wieselflink wuselt er durchs musikalische Geschehen, macht reichlich Druck, geizt nicht mit Informationen und baut ein großes Klangbild auf.

Respektabel, zumal der Winzling subjektiv deutlich mehr Energie nachschiebt, als man ihm zugetraut hätte. Bei dem Preis sollte Geld für ordentliche Lautsprecher übrigbleiben. Die der Solo Uno uneingeschränkt verdient hat. Weiß jemand ein ähnlich gut 0klingendes Handy?

Fazti

Wer nicht allzu anspruchsvolle, Lautsprecher sein Eigen nennt, ist bei dem 25 Watt leistenden Micro-Streamer/Vollverstärker an der richtigen Adresse. Mehr als ein Handy und eine App braucht es nicht, um mit dem Arcam zu kommunizieren, der einfach nur schön Musik macht.

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